Öffentlicher Rundfunk: Warum Reformen zum Scheitern verurteilt sind

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Der Ruf des Öffentlichen Rundfunks war noch nie allzu gut. In gewohnter Regelmäßigkeit werden deswegen Reformen versprochen, die aber in der Praxis kaum Wirkung zeigen. Tatsächlich ist beim Öffentlichen Rundfunk jede grundlegende Reform zum Scheitern verurteilt.

Allzu viel „Wahrheit“ will man dem Bürger nicht zumuten

Kaum jemand im Sender würde es sich trauen: Dies Tatsache offen aussprechen: Denn allzu viel „Wahrheit“ will man dem Bürger dann doch nicht zumuten. Derweilen wird das Programm wird immer Schlechter und Einseitiger. Folglich: Der Unmut der Menschen wird zugleich immer Größer und deswegen lautet die Forderung nach offener Zensur – genau genommen: Soll eine Rundfunklizenz für Soziale Medien her.

Zensur – Soziale Medien: In Zukunft nur mit Rundfunklizenz

>>Der Tagesspiegel<<

„ARD-Vorsitzender fordert Regulierung sozialer Medien Keine Rundfunklizenz für volksverhetzende Sender, aber auf Facebook sind Menschen mit solchen Inhalten zu erreichen … „

Keine Rundfunklizenz für kritische Berichterstattung

Nur leider sind keine „volksverhetzende Sender“ im Internet bekannt und nicht mal der „ARD-Vorsitzende“ konnte auch – nur einen – Namentlich benennen. Außerdem steht Volksverhetzung ohnehin unter Strafe: Kaum ein anderes Delikt wird derart Streng verfolgt und ist mit so hohen Strafen belegt. Der „ARD-Vorsitzende“ gibt natürlich puren Unsinn wieder: Vermutlich weiß er selbst nicht so genau, wovon er eigentlich redet.

Wenn der „ARD-Vorsitzende“ selbst nicht weiß – wovon er redet

Würde man tatsächlich die Regeln der derzeitigen „Rundfunklizenz“ ernst nehmen, müsste man dem Öffentlichen-Rundfunk seine Rundfunklizenz kurzum entziehen. Grund: Staatssender dürfen keine Rundfunklizenz erhalten. Und noch mehr „Staat“ im Öffentlichen-Rundfunk ist kaum noch denkbar. Regierungssprecher und Nachrichtensprechen sind die selben Personen.

Öffentlichen-Rundfunk: Der Staat im Staat

Tatsächlich dürfte es weniger um Volksverhetzung im Internet gehen, sondern vielmehr um die massive gesellschaftliche Kritik: Ein kurzer Blick in die Kommentarspalten des Staatsfunks lässt da kaum noch einen Zweifel übrig. Zudem kommen noch diverse Betrugsfälle hinzu. Ganze Reportagen bestehen aus gekauften Laiendarstellern und erfundenen Märchengeschichten. Sicherlich kommen nicht alle Betrugsfälle ans Tageslicht, aber selbst bei dem Bekannten ist Aufklärung: Faktisch Unerwünscht.

Ganze Reportagen bestehen aus gekauften Laiendarstellern und erfundenen Märchengeschichten

Wenig Verwunderlich: Das Wort „Lügenpresse“ und die allgemeine Medienkrise gehen dabei Hand in Hand. Mehr oder Weniger hat die „Lügenpresse“ auch ein passendes Gesicht dazu herausgebracht – mit dem Namen: Claas Relotius. Ausgedachte Märchengeschichte und erfundene Fakten gehören gewissermaßen zu seinem Markenzeichen. Als noch der Stern des „Claas Relotius“ hell erstrahlte – wurde er mit Preisen überhäuft und auch Führungsgrößen des Öffentlichen-Rundfunks – wie eine Anja Reschke – wollten sich in seinem Glanz sonnen. Die unterschwellige Botschaft dabei war immer: „Haltung zeigen!“  – die hat offenkundig immer Vorrang. Wer es nicht glauben will, kann es ihrem Buch  – mit dem gleichnamigen Titel – nachlesen. Das Vorwort schrieb selbstverständlich Claas Relotius.

Haltung zeigen!“  – Wenn Fakten auf der Strecke bleiben

Da das Licht rund um „Claas Relotius“ augenscheinlich nicht mehr so ganz so hell strahlt, wollen nur noch Wenige ihn irgendwie „gekannt“ haben. Juan Moreno – der dem Fälscher als Fälscher entlarvt hat, wird nun selbst als Fälscher hingestellt.

„Claas Relotius hat Teile seiner Texte erfunden“ 

>>Welt<<

„Der frühere „Spiegel“-Reporter Claas Relotius hat Teile seiner Texte erfunden. Aufgedeckt hat das sein Ex-Kollege Juan Moreno und darüber ein Buch geschrieben. Relotius geht nun dagegen vor – und Moreno reagiert.“

Wenn ein Fälscher andere als Lügner bezichtigen

Wenn ein Fälscher andere als Lügner bezichtigen, hat es einen gewissen Unterhaltungswert. Doch die Selbstdemontage der „Qualitätspresse“ findet auf Wikipedia ihre Fortsetzung.

„Sockenpuppenkartell hat die Wikipediaseite zu Claas Relotius manipuliert“

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Gefälschte Zeitungsartikel, Relativierungen, fragwürdige Vergleiche: Ein ganzes Sockenpuppenkartell hat die Wikipediaseite zu Claas Relotius manipuliert – und flog auf.“

Vorgaben wie eine „Geschichte“ auszusehen hat

Das System „Claas Relotius“ ist unmittelbar mit dem gefälschten Reportagen  des Staatsfunks verbunden: Das Schema ist exakt das Gleiche. Die Vorgaben wie eine „Geschichte“ auszusehen hat, die stehen schon von Anfang an fest und wenn die Realität nicht genug liefert, wird halt „etwas“ nachgeholfen.

Warum Reformen zum Scheitern verurteilt sind

Wie diese Berichte auszusehen, gibt im gewissen Sinn die Politik vor und dieses ganze System ist Unveränderbar. Dieses „Rundfunk-System“ ist von sich aus so ausgelegt: Das jegliche Reformen zum Scheitern verurteilt sind. Die Nähe und Abhängigkeiten zur hohen Politik sind einfach zu groß: Selbst wenn die Sender in gewohnter Regelmäßigkeit, das Gegenteil verkünden.

Trick der Rundfunkräte: „Nur bei gegenwärtigen Landtagsabgeordneten die Parteizugehörigkeit anzugeben“

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Was die politische Unabhängigkeit der staatlich finanzierten Medien angeht, so kann jeder anhand der Biographien von Rundfunk- und Fernsehräten nachschauen, wie viele von ihnen ihren Sitz in dem Aufsichtsgremium einer politischen Karriere verdanken. Der Trick, auf den Websites der Sender oft nur bei gegenwärtigen Landtagsabgeordneten die Parteizugehörigkeit anzugeben, ist dabei leicht durchschaut. Denn auch Funktionäre des Lottos, der Bauernverbände, der Vertriebenen oder der Gemeindetage sind übers Parteiticket in ihre Ämter gekommen. Alle Rundfunkräte teilen sich seit langem in „schwarze“ und „rote“ Freundeskreise auf. „

„Rundfunkräte teilen sich seit langem in „schwarze“ und „rote“ Freundeskreise auf“ 

Zur Vollständigkeit: Rein „Formal“ existieren keine „schwarze“ und „rote“ Freundeskreise – auch wenn es sie in der Praxis sehr wohl gibt. Nichtdestoweniger ist die politische Abhängigkeit der Sender gewissermaßen das Markenzeichen des Staatsfunks. Ohne die richtige „politische Ausrichtung“ kommt niemand in diese Gremien. Die Rundfunkräte und diverse andere Gremien sind hoch dotierte Posten und kaum jemand in der aktiven Politik: Würde am Ast sägen, auf dem man selbst sitzt.

 

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