Die unterschiedlichen Entwicklungen im Schienenverkehr

Screenshot centives.net

Mit dem Zuständen des Schienennetzes steht schon seit längerer Zeit nicht zum Besten, die Ursachen sind vielfältig und reichen bis weit in die 1990er Jahre zurück.

>>Freitag<<

“Seit jener Umwandlung der Deutschen Bahn in eine Aktiengesellschaft 1994 ist das Wehklagen über Fahrpreiserhöhungen, Bahnhofsschließungen, Lok- und Oberleitungsschäden, Weichen- und Signalstörungen Alltag. Doch längst konzentriert sich das Unternehmen als internationaler Mobilitäts- und Logistikdienstleister auf Frachttransporte zwischen Dallas, Delhi und Den Haag statt auf die Fahrgastbeförderung zwischen Delmenhorst, Dinslaken und Düren. Beinahe zwei Drittel seines Umsatzes erzielt der einst größte Arbeitgeber der Bundesrepublik inzwischen mit bahnfremden Dienstleistungen. Dabei vernachlässigt der Global Player den inländischen Schienenverkehr, setzt stattdessen auf profitable Fluggesellschaften (BAX Global), LKW-Speditionen (Stinnes), Fuhrparks (Bundeswehr) oder den Ausbau des Schienennetzes in Indien und Saudi-Arabien.”

 

>>Zeit<<

“Die Liste der Probleme ist lang – und über allem schwebt ein ganz großes: das vernachlässigte Schienennetz, das es der Bahn immer schwieriger macht, einen reibungslosen Zugbetrieb zu sichern. Immerhin einigten sich Bund und Bahnvorstand 2015 darauf, bis 2019 in die Infrastruktur 28 Milliarden Euro zu investieren. Kritiker halten aber die wirklich notwendige Summe für ein modernes Netz in der Fläche, inklusive stabiler Brücken, funktionierender Weichen und moderner Stellwerke, für erheblich höher. …  Die Sparte DB Netze wirft durchaus ordentlich Gewinn ab, doch faktisch ist die Bahn gezwungen, den Erlös als Dividende an den Bund abzuführen – eine völlige Fehlentscheidung angesichts des Gleiszustands.”

Die Investitionenssummen in die Schieneninfrastruktur sind demnach mit Vorsicht zu genießen, wenn offensichtlich die Milliarden statt ins Netz – in eine ausgelagerte DB-Sparte fließen und dort intern als Gewinne verbucht werden. Das schlechte Schienenwege, sinkender Personen- und Güterverkehrszahlen keineswegs Hand in Hand gehen müssen – zeigt das kleine Land Israel.

Screenshot logotypes101.com

 

Screenshot orenstransitpage.com

 

Screenshots wikipedia.org

Screenshot globes.co.il

 

Screenshot ynetnews.com

Screenshot jpost.com

 

Screenshot israelbonds.com

 

Screenshot timesofisrael.com

>>Wikipedia<<

“Hinzu trat für diese massiven Investitionen ein Fünfjahresplan 2003–2008, der im Jahr 2006 um drei weitere Jahre verlängert und um einige wichtige Projekte zu erweitert wurde. Die Investitionen von 2003 bis 2011 betragen 30 Milliarden neue israelische Schekel.  Erreicht werden sollen zukünftig weitere Streckenausbauten, die sukzessive Elektrifizierung der Bahnstrecken und die Einbindung der Eisenbahn in das Busnetz der israelischen Busgesellschaft Egged. Durch diese Maßnahmen soll das Güteraufkommen bis 2009 auf 15 Mio. Tonnen zunehmen, das Passagieraufkommen könnte nach einer Machbarkeitsstudie bis 2012 auf 72 Mio. steigen (zum Vergleich: 1990 beförderte die IR 7 Mio. Tonnen Güter und 2,5 Mio. Passagiere, im Jahr 2000 lag der Güterverkehr bei etwa 10 Mio. Tonnen, und es wurden bereits 13 Mio. Passagiere gezählt).”

 

>>Jüdische Allgemeine<<

“(Martin Krauß, Anmerkung der Redaktion) Das ja nicht wegen seines Schienennetzes als Gelobtes Land gilt.

(David Scheibler, Anmerkung der Redaktion) Es wird immer besser, und die Schnellstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem ist ja auch bald fertig. Das geht ja dann in 40 Minuten.

 

(Martin Krauß, Anmerkung der Redaktion) Was sind Ihre Eindrücke vom Bahnland Israel?

(David Scheibler, Anmerkung der Redaktion) Es ist verdammt günstig. Das hat mich auch deswegen überrascht, weil man ja immer wieder hört, dass Israel ein so teures Reiseland sei. Im Vergleich zu Schweden oder Norwegen ist Bahnfahren in Israel wirklich sehr günstig.

 

(Martin Krauß, Anmerkung der Redaktion) Und im Vergleich zu Deutschland?

(David Scheibler, Anmerkung der Redaktion) Sie können das Bahnfahren zwischen Tel Aviv und Jerusalem nicht mit einer Reise von Berlin nach München vergleichen. Aber eine durchaus ähnliche Distanz, Fürth–München zum Beispiel, ist in Israel wesentlich billiger. Was mir, ehrlich gesagt, auch nicht so klar war, ist, dass es ein so kleines Land ist: In anderthalb Stunden ist man an jedem touristisch interessanten Ort.”

Trotz eines modernen Schienennetzes sind die Preise in Israel – verglichen mit Deutschland offenkundig moderat geblieben: Was die Schlussfolgerung zulässt – dass die einheimischen Probleme im Bahnverkehr auf hausgemachte politische Gründe zurück zu führen sind.

 

 

 

 

 

Share on StumbleUponFlattr the authorBuffer this pageShare on LinkedInShare on TumblrPrint this pageEmail this to someonePin on PinterestShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on FacebookShare on VK

Andere interessante Beiträge

Werbung

table-layout
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Bild: getdigital.de
Loading...
Scroll Up