„Die Rückkehr der Untoten“ – Wie willkürliche Zensurmaßnahmen die „Abstimmung mit dem Füßen“ fördern

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Die Rückkehr der Untoten“ – Zensur unterm Deckmantel: Nur das aller Beste zu wollen. Jegliche Zensurmaßnahmen lief in der Geschichte nur unter den vermeintlich besten Absichten ab: Am Ende fand dann immer eine „Abstimmung mit dem Füßenstatt. Auch im Internetzeitalter sind durchaus Parallelen erkennbar. Immer mehr Menschen haben das alternative Internet für sich entdeckt: Um immer willkürlichere Zensurmaßnahmen zu umgehen.

„Die Rückkehr der Untoten“ – Zensurmaßnahmen – Bespitzelungen – Sippenhaft – Denunziationen

>>Chip<<

„Die ungeschnittene Version des Horror-Klassikers „Die Rückkehr der Untoten“ wurde wenige Jahre nach dem Release in Deutschland indiziert und sogar beschlagnahmt. … später hat die Bundesprüfstelle nun entschieden, den Film vom Index zu nehmen.“

Wie willkürlich kann eine Zensur sein?

Die Rückkehr der Untoten“ – Dieser Titel würde wohl zu so mancher Behördenentscheidung gut passen. Zumindest drängt sich die Frage auf: Was genau in dieser Zeit sich am Film eigentlich geändert haben soll? – Antwort: Nicht das Geringste. Es sind nicht mal klar definierte Kriterien erkennbar: Wonach ein Film auf den Index gelangen kann. Alles basiert auf einen rein subjektiven-behördlichen Gefühl, was sich von Zeit zu Zeit auch ändern kann: Viel mehr Willkür ist kaum vorstellbar. Allerdings würde die „Die Rückkehr der Untoten“ ebenso zu mancher Gerichtsentscheidung passen: Denn die tot-geglaubte Sippenhaft ist erneut von den Toten zurückgekehrt und sieht sogar noch Furchtbarer aus.

„Die Rückkehr der Untoten“ – Wie die Sippenhaft wieder lebendig wurde

>>Tarnkappe.info<<

„Das Amtsgericht München verhandelt aktuell eine P2P-Klage mit dem Aktenzeichen 132 C 9709/19. Verhandlungsgegenstand ist das Nutzen eines illegalen Tauschbörsenangebotes von urheberrechtlich geschützten Filmaufnahmen. … Das Gericht fordert das „Nutzen der „vernünftigerweise“ zur Verfügung stehenden Ermittlungsmöglichkeiten“. Im ersten Schritt solle der Anschlussinhaber folglich „die möglichen Täter in Betracht ziehen. Zur Substantiierung ist deswegen darzulegen, wer alles am Tag des geltend gemachten Downloadzeitpunkts „zuhause“ war und wer dabei auf welche Computer zugreifen konnte.“ … Das Gericht stellt infrage, ob nach dem Vortrag des Beschuldigten, wirklich „ernste Gespräche“ geführt worden sind.“

Staatssicherheit für Zuhause: Warum Familienmitglieder sich wieder gegenseitig bespitzeln müssen

Im Zuge sogenannter „Urheberrechtsurteile“ haben die Gerichte quasi die Sippenhaft neu erfunden. Jeder der – ohne VPN oder Tor-Netzwerk – ins Internet geht: Der kann in die Urheberrechtsfalle gelangen: Dazu sind nicht mal Tauschbörsen nötig, sondern ein falscher Klick auf eine „falsche Webseite“ ist hierbei vollkommen ausreichend.

Aktenzeichen 132 C 9709/19 – Denunziationen und Bespitzelungen sind laut Gerichtsurteil angeordnet

Nach Willen des Gerichts sollen sich demnach alle Familienangehörige gegenseitig Bespitzeln und bei Anfrage eines Beamten sind – logischerweise – umfangreiche Denunziationen fällig. – Ironisch: Alles ganz im Sinne des Artikel 6 Grundgesetz: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

VPN & Darknet: Die Abstimmung mit dem Füßen läuft bereits

Angesichts solcher behördlicher Entscheidungen ist es daher kaum verwunderlich: Das Darknet stellt weit mehr als ein Ort für illegale Aktivitäten dar. Das musste sogar das staatliche finanzierte Goethe-Institut notgedrungen anerkennen.

Darknet: „In Wirklichkeit ist es gar kein so finsterer Ort“

>>Goethe-Institut<<

„Das Darknet gilt als der böse Bruder des Internets, als Waffen- und Drogenumschlagplatz, als Paradies für Pädophile und Terroristen. In Wirklichkeit ist es gar kein so finsterer Ort. … Edward Snowden und Chelsea Manning sind wohl die bekanntesten Namen, wenn es um das Aufdecken fragwürdiger staatlicher Machenschaften geht. Der ehemalige CIA-Mitarbeiter Snowden enthüllte die ausufernde Überwachung des US-Geheimdienstes NSA.“

Darknet: „Wenn es um das Aufdecken fragwürdiger staatlicher Machenschaften geht“

>>Computer Bild<<

„Das Darknet, das nur über Umwege und speziell präparierte Browser wie etwa TOR erreichbar ist, assoziieren viele mit kriminellen Machenschaften. Doch es dient unter anderem Menschenrechtlern, Regimekritikern oder Netzaktivisten, sich einigermaßen sicher auszutauschen.“

Darknet: „Es dient unter anderem Menschenrechtlern, Regimekritikern oder Netzaktivisten“

Durch die zunehmenden staatlichen Repressionen ist das Darknet längst über seine eigentliche Bedeutung hinaus gewachsen. Mittlerweile sind dort sogar größere Nachrichtenkanäle präsent. Außerdem durch die regelrecht ausufernde Sperrung von Webseiten wandelt sich das allgemein zugängliche Internet immer mehr zu einen digitalen Netzwerk des betreuten Denkens hin. Zahlreiche – oder Zahllose – Internetseiten sind schon heute nur noch über einem VPN-Zugang erreichbar.

Liste an Zensur-Beschränkungen ist zum Aufzählen zu lang geworden

>>Artikel 5 des Grundgesetzes<<

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“

Der Wesenskern des Grundgesetzes spielt in der Praxis ohnehin keine Rolle mehr

Ob gewaltverherrlichende Inhalte, offene Nacktheit, Urheberrecht … – Die Liste an Zensur-Beschränkungen ist mittlerweile schon zum alleinigen Aufzählen zu lang geworden. Der Wesenskern des Grundgesetzes spielt in der Praxis ohnehin keine Rolle mehr. Zudem rückt dabei auch immer mehr die freie Berichterstattung in den Fokus hinein. Wie genau soll eine Berichterstattung über organisierte Kriminalität oder Krieg ablaufen?

Warum freie Berichterstattung über organisierte Kriminalität oder Krieg kaum mehr möglich sind

Beispiel – Das damalige Mädchen Phan Thị Kim Phúc wurde während des Vietnamkrieges von einer Napalm-Angriff schwer verletzt. Daraufhin riss sie sich die brennenden Kleider von Leib und lief einem Filmteam direkt in die Arme hinein. Die so gemachten Bilder gingen um die Welt und riefen – zurecht – viel Empörung hervor. Das Foto hat mittlerweile Kultstatus als „Symbolen des Vietnamkriegeserreicht. Allerdings für die selbsternannten Hüter der Moral und Wahrheit scheinen solche Berichte zuviel „Wahrheit“ zu sein.

„Napalm-Mädchen: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild“

>>Netzpolitik<<

„Napalm-Mädchen: Facebook zensiert ikonografisches Kriegsbild – Nachdem die norwegische Zeitung Aftenposten das wohl bekannteste Foto der Kriegsfotografie auf Facebook gepostet hatte, dauerte es nicht lange bis das Unternehmen die Zeitung aufforderte, das Bild zu löschen. Die Zeitung reagierte nicht auf die Aufforderung, da löschte Facebook in weniger als 24 Stunden das ikonografische Foto des nackten Mädchens und auch den dazugehörigen Artikel.“

Ungebremste Zensur: „Das wohl bekannteste Foto der Kriegsfotografie“

Große Soziale Netzwerke – sicherlich unter Druck der Bundesregierunghaben solche Bilder auf den Zensurindex gesetzt. Ein nacktes-verletztes Mädchen stellt ganz klar ein gewaltverherrlichenden Inhalte mit offener Nacktheit dar. Jedoch kann man auch andersherum Fragen: Wie genau soll – nach Kriterien der Bundesregierung – eigentlich Krieg aussehen?- Tatsächlich geben Webseiten über VPN-Netzwerke und das Darknet genau solche unschönen Wahrheiten preis. Und die dazugehörige Abstimmung mit dem Füßen: Die findet schon längst statt.

 

–W E R Β U Ν G–

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