Insignien der Macht: Kryptowährungen versus Europolitik

Screenshot youtube.com

Für die kommende große Eurokrise wird bereits ein Katalog an umzusetzenden politischen Maßnahmen zusammengestellt. Mindestens seit Bismarcks-Zeiten wird auf diese Weise Politik betrieben, bei Kryptowährungen sieht es hingegen ganz anders aus.

>>Kryptowaehrunginfo.com<<

„Die Abgeordnete der SNB merkte an, dass Digitalwährungen aus dem Privatsektor besser und weniger risikoreich sind als staatlich ausgegebene Versionen. Eine vom Staat gestützte Digitalwährung garantiert laut Maehler nicht unbedingt ein effizientes System für bargeldlose Zahlungen im Einzelhandel. Des Weiteren würde eine staatliche Kryptowährung das Risiko von sogenannten „bank runs“, dem massenhaften Ansturm zum Auflösen von Konten von beunruhigten Bankkunden, erhöhen und das momentane System, in dem die SNB als Bank für Handelsbanken agiert, in Frage stellen. Die Zentralbankerin sieht aber durchaus auch Probleme bei Kryptowährungen: sie merkte an, „dass Kryptowährungen keine echte Konkurrenz für traditionelle Währungen darstellen“, da diese die grundlegenden Voraussetzungen von Geld nicht erfüllen. Damit bezieht sie sich auf die Anwendung als Tauschmittel, als Vehikel zur langfristigen Wertaufbewahrung und als stabile Rechnungseinheit. Kryptowährungen stellen laut Maehler aufgrund ihrer hohen Volatilität eher ein spekulatives Investment als ein Zahlungsmittel dar. Weiterhin ging die Abgeordnete auf das Potential der Distributed Ledger Technology (DLT) ein, die sie mit der Kryptowährungen zugrunde liegenden Blockchain-Technologie gleichsetzte. Maehler räumte ein, dass DLT das Potential hat, Kosten zu reduzieren und Transparenz im Bereich von internationalen Geldtransfers und der Abrechnung von Sicherheiten zu steigern. Auch hier sieht Maehler allerdings noch viele offene Fragen, da die Technologie Anforderungen bezüglich Skalierbarkeit, Datensicherheit und Zuverlässigkeit, insbesondere im Bezug auf RTGS (Real-Time-Gross-Settlement) Zahlungssysteme, noch nicht erfüllt. Die ablehnenden Haltung gegenüber einer staatlichen digitalen Währung der SNB steht im Kontrast zu Neuigkeiten aus anderen Nationen, in denen in letzter Zeit Pläne für eine staatliche Digitalwährung laut wurden. Zum Beispiel die Volksbank von China ließ in einer Ankündigungvom 29. März verlauten, dass sie an einer zentralisierten Kryptowährung zur Stärkung des Chinesischen Yuans (RMB) arbeitete.“

Natürlich haben Kryptowährungen auch Nachteile, allerdings im unmittelbaren Vergleich mit klassischen staatlichen Währungen eben auch viele Vorteile.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„In der Finanz- und Schuldenkrise werden skrupellos Ängste geschürt, um Sonderinteressen auf Kosten der Allgemeinheit durchzusetzen. Banken wälzen Risiken ab und Regierungen nutzen die Ängste, um einen europäischen Superstaat zu gründen. … Der derzeitige Versuch, einen europäischen Superstaat durch das Schüren der Angst vor einem Zusammenbruch des Finanzsystems und durch kollektiven Rechtsbruch der Europäischen Verträge zu gründen, wird genauso katastrophale Folgen zeitigen wie die Gründung des Deutschen Reiches durch Bismarcks Blut- und Eisen-Politik. Bismarcks vormoderne Politikmethoden waren zwar kurzfristig in gewisser Hinsicht erfolgreich, widersprachen jedoch den Erfordernissen und Ansprüchen einer modernen Gesellschaft und bürgerlichen Kultur, welche die „Freiheit, Gleichheit und Selbständigkeit“ (Immanuel Kant) der Bürger sichern sollte. Leider können wir heute wieder den gleichen Formatfehler der Politikmethoden beobachten. … Angst war zwar schon immer ein schlechter Ratgeber, aber mit Angst ist auch schon immer Politik gemacht worden. Wer skrupellos genug ist, die Ängste seiner Mitmenschen auszunutzen, und es außerdem auch noch schafft, die Massenmedien auf seine Seite zu bekommen, der kann gerade in Situationen, in denen den Menschen die Angst in die Glieder fährt, seine Sonderinteressen auf Kosten der Allgemeinheit durchsetzen.“

Innerhalb der Europäischen Union gibt es Verstöße die Eurozone komplett umzubauen: Ganz im Geiste Bismarcks, steckt die hohe Politik bereits ihre Felder ab, um bei den nächsten Krisenausbruch „gewappnet“ zu sein.

>>Spiegel<<

„Der Euro-Rettungsfonds (ESM) soll laut den Autoren die alleinige Hoheit über die Vergabe von Krediten in Krisensituationen erhalten. Bei der Griechenlandkrise war der IWF ebenfalls beteiligt. Zudem solle für den Fonds eine Form der politischen Rechenschaftspflicht eingeführt werden: „Beispielsweise, indem der ESM-Direktor gegenüber einem Ausschuss des Europäischen Parlaments die Hilfeprogramme erläutern und rechtfertigen muss.“ Zuletzt müsse die finanzielle Abhängigkeit zwischen Staaten und Banken aufgebrochen werden. Die Ökonomen schlagen eine Einführung von Eigenkapitalunterlegung von Konzentrationsrisiken bei Staatsanleihen vor. Zudem solle eine gemeinsame Einlagensicherung erfolgen.“

Auf diese Weise könnten Staaten nicht mehr eigenständig über ihre Finanzen entscheiden und müssten sich den Vorgaben des Euro-Rettungsfonds (ESM) unterordnen: Faktisch schwelt die Eurokrise ununterbrochen seit den Jahr 2008, demzufolge würde es wohl auf eine Dauereinrichtung hinauslaufen. Das es auch gänzlich anders geht, zeigen Kryptowährungen: Bisher ist noch kein Finanzminister auf die Idee gekommen eine digitale Währung zu retten.

 

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