Blackout & Krisensituation: „Das Funkhaus ist nur noch über UKW zu empfangen“

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Das digitale Radio DAB soll das klassische UKW-Radio nicht ergänzen, sondern ersetzen. Allerdings hat der UKW-Sendebetrieb bereits seine Krisenstandfestigkeit bewiesen, wo seine digitale Konkurrenz – ganz im Gegenteil – kein Glanzstück abgeliefert hat. Zum digitalen Radio wurde auch ein digitales Fernsehen mit dem Namen DVB-T2 eingeführt.

DVB-T2-Abschaltung: „Mobil­funk und 5G wich­tiger als Fern­sehen über Antenne“

>>Teltarif.de<<

„Mobil­funk und 5G wich­tiger als Fern­sehen über Antenne … Wie aus dem Proto­koll des Ausschusses für Verkehr und digi­tale Infra­struktur hervor­geht, sehe die CDU-Frak­tion dagegen „eine brei­tere und effi­zien­tere Nutzung“ der betrof­fenen Frequenzen in anderen Berei­chen außer­halb des Fern­sehens, vor allem durch den Mobil­funk und 5G … „

DVB-T2 – Gerade im ländlichen Raum kaum verbreitet

Vom Verschwinden des DVB-T2 dürften vermutlich nur die allerwenigsten Menschen überhaupt eine Notiz nehmen. Der Verbreitung war zu keinem Zeitpunkt sonderlich hoch. Nun werden die Frequenzen für 5G gebraucht. Nach der gleichen Logik könnte eigentlich auch DAB verschwinden. Stattdessen wird die UKW-Abschaltung forciert.

„Früher oder später wird es zur UKW-Abschaltung in Deutschland kommen“

>>Chip<<

„Früher oder später wird es zur UKW-Abschaltung in Deutschland kommen, wann genau ist allerdings noch nicht geklärt. … 1999 haben die ersten Sender in Deutschland begonnen, auch digital zu senden, über den Übertragungsstandard DAB.“

„1999 haben die ersten Sender in Deutschland begonnen, auch digital zu senden“

Zwar werden in regelmäßigen Abständen die tatsächlichen oder vermeintlichen Vorteile des digitalen DAB-Rundfunks hevorgehoben: Aber all die Nachteile fallen häufig einfach hinten runter. Für einem störungsfreien Betrieb sind bei DAB weitaus mehr Sendeantennen nötig. Auch der Unterhalt wird kräftig zu Buche schlagen. Und zu allen Überfluss kommt – nicht nur bei DVB-T2 – die Frage auf: Wozu das alles? Schließlich kann eine gute mobile Internetverbindung wesentlich mehr leisten. Häufig taucht dann ein sehr eigenwilliges Totschlagargument auf: Das digitale Radio soll in einer Krisensituation wichtige Informationen an die Bevölkerung liefern. Die Praxiserfahrungen haben eher genau das Gegenteil bewiesen.

„Radio Wuppertal während des Hochwassers eine komplette Nachtschicht ein“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Als die Sendezeit am Abend längst vorbei ist, legt Radio Wuppertal während des Hochwassers eine komplette Nachtschicht ein. Ein Beweis dafür, was Lokaljournalismus leisten kann.“

„Ein Beweis dafür, was Lokaljournalismus leisten kann“

In erster Linien dürfte es wohl ein Beweis dafür sein: Was UKW alles leisten kann. Der sehr anschauliche Bericht ist regelrecht selbsterklärend und zeigt die Vorteile des UKW-Rundfunks in einer Krisensituation auf.

„Das Funkhaus ist nur noch über UKW zu empfangen“

>>Süddeutsche Zeitung<<

“ Wir sind Journalistinnen und Journalisten, keine DJs. Wir verstehen unser Handwerk“, sagt Rose. Ab drei Uhr früh ist der Strom aus. Das Funkhaus ist nur noch über UKW zu empfangen. Sie schalten das Licht aus. Alles, was unnötig Strom zieht, ist ausgesteckt. Ein Mischpult, zwei Rechner und das Sendestudio – mehr ist nicht in Betrieb.“

„Ein Mischpult, zwei Rechner und das Sendestudio – mehr ist nicht in Betrieb“

Hätten die Journalisten im Funkhaus noch mehr Treibstoff für ihrem Stromgenerator gehabt, dann hätten sie sogar noch länger auf Sendung – ausschließlich UKW – bleiben können. Es ist nicht viel Technik nötig um einen UKW-Rundfunksender zu betreiben. Alle anderen Technologien haben sich in der Praxis als zu störanfällig erwiesen. Mobilfunkmasten müssen ständig mit Strom versorgt werden und können nur eine begrenzte Teilnehmerzahl gleichzeitig aufnehmen. Ähnliche Probleme weist das digitale Radio DAB auf, auch wenn es keine Beschränkungen bei der Teilnehmerzahl gibt. Kurzum: Das digitale Radio ist für richtige Krisensituationen kaum geeignet.