Lausitzer Mythen: Buschmännchen

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In den Königshainer bergen wohnten in alten zeiten viele Buschmännchen, in Gestalt, Sprache und Kleidung den menschen ähnlich, nur viel, viel kleiner; hatten auch ganz kleines vieh, ganz kleine Hausgeräthe und ganz winzig kleine Kinderchen.

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Von Karl Haupt

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Aber sie besaßen alle die Kräfte, konnten sich unsichtbar machen und kamen und gingen, man wußte nicht woher und wohin. es waren indessen freundliche, harmlose Leutchen die mit den Bauern in gutem frieden lebten und ihnen manche Gefälligkeit erwiesen. Nur nach Speise waren sie allzeit sehr begierig, aber wer ihnen gab, dem waren sie auch dankbar und schenkten ihm laub, das sich dann plötzlich zu hause in Goldstücke oder blanke Thaler verwandelte. Leider waren sie sehr zart gebaut und als die Glocken eingeführt wurden, konnten sie den Schall nicht vertragen, kamen seltner und seltner, beklagten sich über die Schmerzen die ihnen das läuten verursachte und blieben endlich ganz weg. Zuletzt waren noch zwei übrig, die beim letzten Bauer ganz am Ende des Dorfes lebten und sich nur dann und wann zeigten. Einst erschien plötzlich das eine Männchen weinend und wehklagend und rief allen im hause auf befragen jammernd zu: ‚Hipelpipel ist gestorben, Hipelpipel ist gestorben!‘ hierauf verschwand er und ist nicht wiedergekommen. Wer aber Hipelpipel gewesen ist, ob des völkchens König oder das Weibchen des letzten der Buschmännchen, das hat bis auf den heutigen Tag kein Mensch erfahren können.