Ausverkauft und Abgewickelt: Wie Finanzheuschrecken sich am Osten bereicherten

Screenshot freeartphoto.de

Im Zuge der Deutschen Wiedervereinigung wurden Massenweise Unternehmen abgewickelt und geschlossen. Oder: Unter fragwürdigen Bedingungen verkauft. Die Folge: Eine bis dahin unbekannte Massenarbeitslosigkeit. Die damals zerstörte wirtschaftliche Substanz: Die Folgen dauern bis in die Gegenwart an. Die so entfesselten Finanzheuschrecken gaben sich aber mit den Osten keineswegs zufrieden, sondern sie machten sich später auch über westdeutsche Betriebe und Wohnungsgesellschaften her. Aber mittlerweile haben sie sich in einer ganz anderen Branche festgesetzt.

„3713 Betriebe wurden geschlossen“

>>Wirtschafts Woche<<

„Die Zahl der Angestellten in den VEB-Betrieben wurde innerhalb von 20 Monaten von 4,1 Millionen auf 1,24 Millionen abgebaut, 3713 Betriebe wurden geschlossen. … So ist der Behörde vorzuwerfen, dass westdeutsche Betriebe die Abwicklung der VEB-Betriebe nutzten, um potenzielle Konkurrenten auszuschlachten – und Betrüger, um Kasse zu machen. Betriebe wurden zerschlagen, Unternehmenswerte drastisch kleingerechnet und dubiose Käufer – ohne Bonitätsprüfung durch die Treuhand – zugelassen.“

„Unternehmenswerte drastisch kleingerechnet und dubiose Käufer zugelassen“

Die verhältnismäßig schwache DDR-Währung hatte zur Folge: Das viele DDR-Betriebe Richtung West-Deutschland exportierten. Die unliebsame Konkurrenz aus dem Osten, war natürlich vielen ein Dorn im Auge und die Wiedervereinigung bot hierzu ungeahnte Möglichkeiten: Viele missliebige DDR-Konkurrenten ließen sich für ein kleines Handgeld für immer beseitigen und häufig gab es – als Bonus – noch staatliche Fördergelder oben drauf. Die so angesprochenen westdeutschen Firmen ließen sich selbstverständlich nicht zweimal Bitten und machten gleich Nägel mit Köpfen. Daneben gab es noch zahlreiche Glücksritter und Investoren, die dass schnelle Geld suchten und häufig auch fanden. Am Ende des „Einigungsprozesses“ waren keineBlühenden Landschaften“ zu besichtigen, sondern ein gefühlt endlos-weites Feld an verbrannter Erde.

Massenarbeitslosigkeit statt „Blühenden Landschaften“

>>Das Verschwinden der DDR und der Untergang des Kommunismus von Charles S. Maier (Buch) <<

„Die ursprüngliche Treuhand hatte den Auftrag, den DDR-Vermögensbestand für den Staat zu verwalten und umzuorganisieren, zugleich westliches Kapital für Joint-venture-Geschäfte anzuwerben. Zum Bestand der Treuhand gehörten 8000 große und kleine Unternehmen, der Boden und die Produktionsanlagen der DDR mit einer Beschäftigtenzahl von etwa zwei Dritteln der erwerbsfähigen Bevölkerung des sich rasch auflösenden Staates. Die Treuhand erhielt anfangs 20 Milliarden DM, um die Betriebe am Laufen zu halten. Allein im ersten Monat wurden Anträge in Höhe von 17 Milliarden gestellt, und statt den Versuch zu machen, sie auf ihre Förderungswürdigkeit zu überprüfen, wurde jeder Bewerbung zu 41 Prozent stattgegeben. Auf der Grundlage von Untersuchungen amerikanischer Unternehmensberater, unter anderem von Arthur D. Little und McKinsey, kamen das Finanz- und das Wirtschaftsministerium im Mai zu dem Ergebnis, daß etwa 30 Prozent der Staatsbetriebe wirtschaftlich überlebensfähig seien, bei ungefähr der Hälfte die Aussicht dazu bestehe und 20 Prozent schließlich so veraltet und wettbewerbsunfähig seien, daß sich Rettungsmaßnahmen nicht lohnten.“

Mythen über die DDR-Wirtschaft: Die meisten Betriebe waren wohl überlebensfähig

Selbst amerikanische Wirtschaftskanzleien kommen zu den Ergebnis: Das lediglich 20 Prozent der Betriebe „wettbewerbsunfähig“ gewesen seien: Nur passt dieses Ergebnis nicht so recht zum gepflegten Klischee, der vermeintlich „maroden“ DDR-Wirtschaft. Auch andere Aspekten untermauern die Einschätzung von den amerikanischen Wirtschaftskanzleien.

Treuhand: Zuständigkeit verrät deren Absichten

Etwas mehr Licht in den bürokratischen Wald der Treuhand, bringt beispielsweise die einfache Frage nach der Zuständigkeit: Die Treuhand war formal den Bundesfinanzministerium unterstellt. Allen Unkenrufen zum Trotz, war offenkundig niemals vorgesehen die DDR-Unternehmen in die Marktwirtschaft zu überführen. Lange bevor das Wort Finanzheuschrecke erfunden war, hatten sie bereits ihre ersten Opfer gefunden. Nach dem selben Muster – wie einst DDR-Unternehmen abgewickelt wurden – ging es später munter weiter und diesmal betraf es auch Westdeutschland.

Finanzheuschrecken: „Ganze Bereiche der deutschen Wirtschaft zu verwüsten“

>>Stoppt das Euro-Desaster! von Max Otte (Buch) <<

„In dieser Manier sind Finanzinvestoren seit über einem Jahrzehnt mehrheitlich damit beschäftigt, ganze Bereiche der deutschen Wirtschaft zu verwüsten. Der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering prägte dafür 2005 den Begriff der »Heuschrecken« und stieß auf große Resonanz in der Bevölkerung. Leider hat die SPD daraus nichts gemacht. Das parasitäre Treiben vieler Finanzinvestoren geht bis heute unvermindert weiter. Die Private-Equity-Gesellschaften profitieren dabei ganz konkret von einer Politik, die die Spielregeln zu ihren Gunsten festlegt. Sie müssen zum Beispiel wesentlich weniger bilanzieren als jeder Industriekonzern, während produzierende Unternehmen und Banken nach den Regelwerken IAS und Basel II gezwungen sind, immer kurzfristiger und detaillierter zu bilanzieren. Zudem bekommt ein Finanzinvestor oft schneller und wesentlich billiger Kredit als ein produzierendes Unternehmen. Die Basis einer marktwirtschaftlichen Ordnung ist freilich das Eigenkapital. Wer viel eigenes Geld in ein Unternehmen oder eine Investmentgesellschaft steckt und damit haftet, wird sich in der Regel verantwortlicher verhalten als jemand, der vor allem mit fremdem und geliehenem Geld arbeitet. Aber die Finanzoligarchie hat es fertiggebracht, dass ausgerechnet die Investmentbanken und spekulativen Finanzgesellschaften kaum Eigenkapital vorhalten müssen, sondern fast grenzenlos mit fremdem Geld spekulieren können.“

Finanzheuschrecken: „Grenzenlos mit fremdem Geld spekulieren können“

Die Politik hat mit ein paar einfachen Federstrichen, den Finanzheuschrecken regelrecht den roten Teppich ausgerollt. Weder prosperierende Industriebetriebe, noch städtische Wohnungen und nicht mal Straßen sind von denen sicher. Aber auf Dauer reicht selbst das nicht aus und lohnenswerte Ziele sind mittlerweile auch weitestgehend alle abgegrast.

Einspeisevergütung – Erneuerbare Energien: Die unerschöpfliche Geldquelle

>>Private Banking Magazin<<

„Investoren bauen auf Erneuerbare Energien – Großanleger investieren mehr denn je in Windparks und Solarkraftwerke.“

Erneuerbare Energien: Maximale Profite ohne Risiko

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