Der digitale Tag des offenen Umgebindehauses im Umgebindeland

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Im „Umgebindeland“ findet am 30.05.2021 von 10:00-17:00 Uhr >>Tag des offenen Umgebindehauses<< ausschließlich im Internet statt. Die Stiftung Umgebindehaus möchte damit das Interesse für die Umgebindehäuser wecken. Besonders in der Lausitz ist das Umgebindehaus weit verbreitet.

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Von Stiftung Umgebindehaus

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Was macht das Umgebindehaus so besonders?

Ein einfaches Umgebindehaus besteht aus einer Blockstube, die von einer Holzkonstruktion umfasst ist. Diese Holzkonstruktion, das eigentliche Umgebinde, umschließt die meist aus Balken oder Bohlen konstruierte Blockstube und trägt alles, was darüber liegt – im einfachsten Fall nur das Dach, bei aufwendigeren Gebäuden auch weitere Stockwerke. Man könnte also die Blockstube aus dem Haus entfernen, ohne dass dadurch das ganze Haus einstürzen würde. Die Blockstube war früher der einzige beheizbare Raum im Haus und somit Mittelpunkt allen Lebens. Die dicken Massivholzwände der Blockstube halten die Temperaturen besonders gut. Ein wichtiger Faktor in kalten Wintern. Zudem haben die Blockstuben, wie auch die darüberliegenden Hausteile, nur kleine Fenster, die den Wärmeverlust geringhalten. Was im Winter gut ist, hat auch im Sommer seine Vorteile, denn das Raumklima ist immer angenehm und ausgeglichen.

Wann sind die ersten Umgebindehäuser entstanden?

Die ersten Umgebindehäuser sind im Mittelalter im Rahmen der Ostkolonisation entstanden. Die ältesten, heute noch erhaltenen Umgebindehäuser sind in der Mitte des 16.Jh. erbaut worden.

Wie kam es zur Entstehung dieses typischen Baustils?

Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert kamen deutsche Bauern in die bis dahin nur dünn von Slawen besiedelte Lausitz. Sie brachten aus ihrer Heimat auch die Hausbauweise mit. In Mittel- und Süddeutschland existierten zu der Zeit bereits ausgereifte Fachwerkbauten, auch in Kombination mit dem Blockbau. Die Vorstufe zum Umgebindehaus liegt wohl im städtischen Hausbau begründet. Die Ausbildung des Fachwerkbaues mit dem Vorlaubenhaus war im 14./15. Jahrhundert weitestgehend abgeschlossen. Als architektonische Besonderheit ist die hölzerne Laube am Giebel zur Straße angeordnet. Der dabei entstehende Freiraum im Erdgeschoss konnte als Laubengang an Markttagen genutzt werden. Ein Verbot zum Bau solcher hölzernen Lauben ist wegen der Brandgefahr urkundlich 1359 in Zittau und nachfolgend für weitere Städte verbürgt. Mit dem Verbot der hölzernen Bauweise brach die Entwicklung in der Stadt weitgehend ab. Die Entwicklung in ländlichen Bereichen ging jedoch weiter. Wer es sich früher finanziell leisten konnte baute das Umgebindehaus als Mehrgenerationenhaus dauerhaft für die Zukunft. In Bezug auf die Größe und Nutzung ist das Bauwerk ebenfalls sehr wandlungsfähig. Vom Hausweber, Gärtner, Bauer, Pfarrer, Gastwirt bis zum Faktor wohnten ursprünglich alle Leute des Dorfes, außer den Grund- oder Gutsherren, in Umgebindehäusern.

Wie versucht die Stiftung Umgebindehaus, Umgebindehäuser zu erhalten?

Umgebindehäuser sind auch heute noch vielseitig nutzbar und sie liegen im ökologischen Trend, denn sie sind aus Naturbaustoffen (Holz, Lehm, Stroh, Steine) die vor Ort vorkommen, erbaut worden. Wir führen bau- und denkmalpflegerische Beratungen durch, beraten zu Fördermöglichkeiten und haben auch im Rahmen der Kleinprojektförderung bereits über 100 Häuser finanziell unterstütz. Auf einer Onlineplattform werde auch Umgebindehäuser zum Verkauf angeboten. Die Nachfrage ist in den letzten zwei Jahren stark gestiegen.

Weshalb führen Sie den Tag des offenen Umgebindehauses durch?

Der größte Teil der schätzungsweise 20.000 Umgebindehäuser befindet sich in der größten europäischen „Architektur-Landschaft“, im Dreiländereck Deutschland, Polen, Tschechien. Grenzübergreifend beteiligen sich traditionell Bauherren, Kaufwillige und Touristen am Tag des offenen Umgebindehauses, um fachlich ins Gespräch zu kommen und die Schönheit und Vorzüge der Umgebindebauweise kennenzulernen. Mit über 8.000 Besuchern war unsere Veranstaltung in den letzten Jahren immer ein Erfolg. In der Webapp: www.umgebinde.haus können in diesen Jahr leider nur die Denkmale online besichtigt werden. Natürlich lohnt sich auch eine Reise durch die Umgebindehausdörfer.

 

–W E R Β U Ν G–

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