Umgebindehäuser als Resultat: „Klimatischen Bedingungen in der Lausitz und im böhmischen Mittelgebirge“

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Umgebindehäuser sind nicht mit „gewönlichen“ Fachwerkhäusern zu verwechseln. Diese stellen einem eigenständigen Bautyp da. Entstanden sind sie vermutlich aus einer Kombination von traditioneller slawischer Blockbauhäuser und deutscher Fachwerkbautechnik. Jene Baukunst, hat sich über viele Jahrhunderte durchgesetzt, wobei es nicht „das“ Umgebindehaus gibt: Jedes Haus stellt ein Unikat da. Als die ersten maschinellen Webstühle Einzug hielten, stellt sich dieser Bautyp als sehr vorteilhaft heraus. Die massiven Erschütterungen der Webstühle, führten bei konventionellen Häusern zu massiven Schäden: Jedoch die Umgebindehäuser – als Verbundbauwerk – verkrafteten diese maschinellen Belastungen wesentlich besser. Die meisten Häuser dienen heutzutage als konventionelle Wohnhäuser und werden von ihren Bewohner liebevoll gepflegt.

>>Oberlausitz und Nordböhmen<<

„Das Umgebindehaus ist das Stück Architektur, welches der Oberlausitz und Nordböhmen ihren Charme geben. Die Häuser die wie aus einem Märchen wirken fügen sich liebevoll in die hügelige Landschaft des Umgebindelandes. Man geht heute davon aus, dass es noch ca. 20.000 Umgebindehäuser in Europa gibt. Das Kerngebiet in der südlichen Oberlausitz, Niederschlesien und Nordböhmen nennt man Umgebindeland. Es gibt aber auch weitere Vorkommen in der Sächsischen Schweiz, Vogtland, Erzgebirge, Ostthüringen, dem Böhmischen Mittelgebirge, dem Böhmischen Paradies, in der Niederlausitz und sogar in der Slowakei. Im deutschen Teil des Umgebindelandes schätzt man den Bestand auf rund 6000 Häuser.“

 

>>Oberlausitz<<

„Mehr als 6.500 dieser einmaligen, bis zu 500 Jahre alten Bauwerke prägen auf kleinstem Raum die Region im Dreiländereck zwischen Polen, Tschechien und Deutschland. Diese von hölzernen Wohnhäusern geprägte Landschaft ist in Europa einzigartig. Kein Haus gleicht dem anderen und die bewährten Naturbaustoffe Holz, Lehm, Stroh und Steine, aus denen sie einst geschaffen wurden, geben dem Haus ein individuelles Aussehen und optimales Wohnklima. Es wird vermutet, dass das Zusammentreffen von slawischer Blockbauweise und deutscher Fachwerkbautechnik zur Herausbildung des Umgebindehaus-Bauprinzips führte. Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert kamen meist fränkische Bauern in die bis dahin nur dünn durch slawische Stämme besiedelte Lausitz. Die damaligen klimatischen Bedingungen in der Lausitz und im böhmischen Mittelgebirge zwangen die Siedler, so wie es die Slawen praktizierten, in Blockhäusern bzw. -stuben zu wohnen. Nicht nur in den Dörfern, auch in Städten prägten Laubenhäuser mit Blockstuben die engen Marktplätze. Später versteinerte man, in Folge der Feuerverordnungen, die meisten dieser Häuser. Außerhalb der Stadtmauern baute man aber in alter Tradition weiter.“

 

>>Urlaubsregion Oberlausitz<<

“ Ca.19.000 dieser eigenwilligen Bauwerke gibt es heute noch – von der Oberlausitz und Sächsische Schweiz bis nach Niederschlesien und Nordböhmen -. Diesen Bereich nennt man Umgebindeland. Die Häuser werden heute meist von privaten Haushalten gepflegt und liebevoll saniert. Oft werden sie auch gekonnt mit einer modernen Einrichtung verbunden. … Die Umgebindehäuser, welche im 15./16. Jahrhundert entstanden, verbinden die Vorteile der Fachwerk- und Blockbauweise. Die Blockstube wird durch ein Tragwerk „umbunden“ und darauf ruht das Fachwerkobergeschoss. Viele Häuser sind meisterhaft verziert, zum Beispiel durch eine kunstvolle Sonnenuhr, geschmiedete Fenstergitter, schöne kunstvolle Türstöcke …“

 

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