Dämm-Maßnahmen und Denkmalschutz: Umgebindehäuser im Zangengriff

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Umgebindehäuser sind in weiten Teilen der Lausitz prägend. In vielen Orten gehören Umgebindehäuser zum typischen Ortsbild der Lausitz einfach dazu und sind eigentlich nicht mehr wegzudenken. Doch tatsächlich droht vielen Umgebindehäuser von unbekannter Seite her: Eine ernstzunehmende Gefahr.

Umgebindehäuser sind für die Lausitz prägend

>>Oberlausitz.holiday<<

„Die damaligen klimatischen Bedingungen in der Lausitz und im böhmischen Mittelgebirge zwangen die Siedler, so wie es die Slawen praktizierten, in Blockhäusern bzw. -stuben zu wohnen. Nicht nur in den Dörfern, auch in Städten prägten Laubenhäuser mit Blockstuben die engen Marktplätze. Später versteinerte man, in Folge der Feuerverordnungen, die meisten dieser Häuser. Außerhalb der Stadtmauern baute man aber in alter Tradition weiter. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert entwickelten sich verschiedenste Haustypen, die sich für vielseitige Ansprüche und Nutzungen eignen. Eingeschossige- und Drempelgeschossbauten (1 ½-geschossig) sowie Geschossbauten und Stockwerksbauten (2-geschossig) wurden gleichwertig nebeneinander errichtet. Mit Andreaskreuzen und üppigem Holzeinsatz geprägte Fassaden zeigen den Reichtum der einstigen Besitzer. Die meisten der heute noch vorhandenen Umgebindehäuser wurden nach 1660 errichtet. Das älteste vollständig erhaltene Umgebindehaus (Baujahr 1603) befindet sich in Ebersbach-Neugersdorf, Oststraße 30.“

Der drohende Finger des Denkmalschutzes

Besonders der moderne Denkmalschutz setzt vielen Umgebindehäusern zu. Jede kleine Sanierungsmaßnahme, kann schnell zu einem bürokratischen Alptraum verkommen. Zwar stehen Förderprogramme bereit, aber diese sind ebenfalls mit hohen bürokratischen Hürden verbunden und decken häufig nicht mal den Mehraufwand des Denkmalschutzes ab. Denn die Denkmalschutz-Behörde selbst fasst keinen Stein an, sondern schreibt nur vor, was andere zu tun und zu lassen haben. Daneben kommen noch „zeitgenössische“ Probleme hinzu.

„Dämmung ist das Todesurteil“

>>Welt<<

„Dämmung ist das Todesurteil … Wer unter der Energiewende einzig und allein großflächige Dämm-Maßnahmen versteht, weiß nicht, was er sich oder anderen antut.“

Moderne „Dämm-Maßnahmen“ – Schleichende Tod vieler Umgebindehäuser

Neben den Denkmalschutz gefährden auch „Dämm-Maßnahmen“ viele Umgebindehäuser: Vereinfacht: Moderne Dämmstoffe und traditionelle Bauwerk vertragen sich nicht. In den Umgebindehäuser wohnt gewissermaßen ein eigenes Leben drin. Denn in der traditionelle Handwerkskunst kam viel natürliches Holz zum Einsatz. Selbst nach Jahrhunderten dehnt es sich aus und zieht sich zusammen, es nimmt die Feuchtigkeit der Umgebungsluft auf und gibt diese bei Trockenheit wieder ab. Diese natürlichen Vorgänge unterbinden moderne Dämmstoffe: Damit setzt aber der Verfall der Häuser von Innen ein, was wiederum zu Konflikten mit den Denkmalschutz führen kann.Viele die gerne ein Umgebindehaus ihr eigen nennen würden, schrecken vor den bürokratischen Hürden zurück. Denn allzu schnell wird der gemeine Bürger zwischen behördlichen Zuständigkeitsgerangel zerrieben.

 

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