„Ein Weltraumaufzug würde den Weltraum wirklich öffnen“

Screenshot spacesauce.wordpress.com

Mit Hilfe eines Weltraumaufzugs würde sich die Möglichkeit eröffnen, eine echte Raumfahrt zu betreiben. Denn bisher sind die Kosten, um auch nur einen Kilogramm Gewicht ins All zu bringen, astronomisch hoch. Aufgrund dessen scheitern viele Weltraummissionen bereits an den Kosten. Auch Bergbau und Tourismus in Weltraum sind deswegen bisher kaum oder gar nicht möglich.

>>Spiegel<<

„Eine Bohrplattform im Pazifik im Jahr 2030, aus ihrer Mitte ragt ein hauchdünnes, etwa ein Meter breites Band in den Himmel. Es endet in 36.000 Kilometern Höhe in einem galaktischen Luxustempel, der auf neue Weltraum-Urlauber wartet. So ein Weltraumlift, wie ihn Frank Schätzing in seinem neuen Roman „Limit“ beschreibt, klingt derzeit noch nach einem Hirngespinst für Phantasten.“

 

>>taz (Rainer Kresken) <<

„Wir reden also nicht über einen Metallturm oder einen Fahrstuhlschacht?

Nein, das wäre viel zu aufwendig. Der Lift ist eher wie ein Kletterseil früher aus der Schulturnhalle. Oder anders gesagt: Der Aufzug ist im Prinzip ein geostationärer Satellit, der bis zur Erdoberfläche runterreicht. Sie kennen ja alle geostationäre Satelliten …

… ähm. Helfen Sie uns bitte kurz nochmal.

Wir benutzen die täglich, etwa wenn wir fernsehen. Diese Satelliten befinden sich in einer Höhe von 36.000 Kilometern, weil dort ihre Umlaufgeschwindigkeit genau mit der Drehgeschwindigkeit der Erde synchronisiert ist. Heißt: Sie befinden sich an einem festen Punkt am Himmel. Deswegen muss man Satellitenschüsseln auch nur einmal ausrichten.

Der Einstiegspunkt des Lifts auf der Erdoberfläche bleibt also immer gleich …

… und einmal in 23 Stunden und 56 Minuten dreht das ganze Ding um die Erde rum. Es fährt wie in einer Art Kettenkarussell mit.

Und „aussteigen“ würde man auf 36.000 Kilometer Höhe?

Genau. Wobei dort nur der Schwerpunkt des Aufzugs wäre. Das Seil an sich müsste deutlich darüber hinausragen, weil weiter oben weniger Schwerkraft herrscht und die Schwerebeschleunigung immer schwächer wird. Deswegen würde man am oberen Ende idealerweise ein Gegengewicht anbringen. Man bräuchte aber immer noch ein Seil, das etwa 100.000 Kilometer lang ist – also etwa ein Drittel der Strecke zum Mond.

Schauen wir ans andere Ende: Wie müsste die Bodenstation aussehen?

Am besten würde man eine Struktur im Ozean bauen, die heutigen Ölplattformen ähnelt, mit großen Schwimmkörpern. Die könnte man bewegen, und das ist eine wichtige Voraussetzung für den Weltraumaufzug: Es braucht ein wenig Manövrierfähigkeit, um die Schlingerbewegungen des Seils auszutarieren sowie Weltraummüll oder Satelliten auszuweichen.

Warum wäre ein Aufzug der Raketentechnik so deutlich überlegen?

Es gibt kaum Beschränkungen für Größe und Gewicht der Nutzlast. Bei Raketen ist hingegen aktuell in der Größenordnung von 10 Tonnen Schluss. Auch fallen die Belastungen eines Raketenstarts weg: Lärm, Beschleunigung, Schwingungen, die sind gerade für sensible Geräte schwierig. Wenn heutzutage ein Satellit gebaut wird, wird viel Aufwand betrieben, damit das Gerät nur die ersten paar Minuten der Mission überlebt. Beim Weltraumlift bleibt eine leichte Beschleunigung, wie in einem normalen Aufzug.

Wie sieht es mit den Treibstoffkosten aus?

Die Energie, die zum Hochfahren benötigt wird, ist im Vergleich zu Raketen verschwindend klein. Angedacht ist aktuell, die Kabinen mit Hilfe von Lasern zu betreiben, die von der Bodenstation auf Solarpaneele gerichtet werden. Ist die Kabine erst mal über der Stratosphäre, kann man sie mit Solarenergie betreiben, das wäre also ein sehr energieeffizienter Antrieb.“

 

>>Wirded<<

„Nimmt der erste Weltraumaufzug dann seine Arbeit auf, können Menschen und Material in Climbern entspannt und ohne das furchtbare Geruckel von Raketenstarts ins All schweben. Sie können zum Beispiel auf einer Höhe von 60.000 oder 70.000 Kilometern aussteigen und zum Mond fliegen. Oder sie fahren noch weiter, um sich Richtung Mars aufzumachen. Oder zum Jupiter. Oder in den Asteroidengürtel. „Ein Weltraumaufzug würde den Weltraum wirklich öffnen“, sagt Edwards.“

 

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