Kryptowährungen & Blockchain: Die Dezentralisierung der Zukunft

Screenshot vimeo.com

Die Blockchain-Technologie hält – weitestgehend unbemerkt – immer mehr Einzug in den Alltag. Schon heute sind einige Kryptowährungen wichtiger, als manche konventionelle Währung. Wichtige Güter werden mithilfe der Blockchain markiert, um sie eindeutig identifizieren zu können. Dabei ist das Potential noch lange nicht ausgeschöpft, selbst über die Zukunftsfähigkeit mancher klassischer Währung wird laut mittlerweile nachgedacht.

>>Chip<<

„Plötzlich tauchen sie überall auf: Bitcoin, Ethereum, Ripple, Litecoin, – Dogecoin … Mehr als 4.500 Kryptowährungen haben das Internet in den vergangenen Jahren im Sturm erobert. Ihre Fans preisen sie als die Zukunft unseres Geldes, Kritiker als den größten Betrug seit der Dotcom-Blase. Aber was ist das eigentlich, eine Kryptowährung? Die kurze Antwort lautet: Eine Kryptowährung ist nichts anderes als virtuelles Geld. Sie kennen das aus vielen Spielen: Bei Nintendos Mario-Titeln bezahlen Sie Waren mit Goldmünzen, bei Donkey Kong sind es Bananen. Viele Games haben eine eigene Währung geschaffen, die meistens als Spielgeld innerhalb der virtuellen Welt dient. Doch Kryptowährungen möchten nicht nur Spielgeld sein, sondern echtes Fiatgeld. Mit diesem Begriff werden Gegenstände bezeichnet, die als reales Zahlungsmittel verwendet werden, aber keinen eigenen Wert besitzen. Unsere Euro-Scheine etwa sind materiell gesehen nahezu wertlos. Sie erlangen ihren Wert ausschließlich dadurch, dass wir mit ihnen einkaufen können. Auch mit Bitcoins soll man bezahlen können. Deswegen gibt es zum Beispiel einen offiziellen Umrechnungskurs zwischen der Kryptowährung und den realen Währungen wie Euro und Dollar. Der Bitcoin wird damit gleichzeitig kompatibel zu allen anderen Währungen der Welt. Damit wäre das Wort Währung in Kryptowährung erklärt, bleibt noch Krypto. Dieser Begriff deutet auf die technische Beschaffenheit des virtuellen Geldes hin. Herkömmliche Währungen werden zentral verwaltet. Die Europäische Zentralbank etwa ist als einzige Institution berechtigt, Euro-Münzen und -Scheine herzustellen und zu vertreiben. Sie kontrolliert damit die Menge des Geldes, das im Umlauf ist, und steuert darüber hinaus über Zinssätze seinen Wert. Kryptowährungen hingegen sind dezentral organisiert. Theoretisch kann jeder sie herstellen. Dieser Prozess nennt sich Mining und beruht auf der Blockchain. Auf die technischen Feinheiten dieser Technologie gehen wir in einem späteren Artikel noch ein. Zunächst nur so viel: Die Blockchain erlaubt es jedem, der bereits Bitcoins besitzt, weitere Bitcoins herzustellen. Alle Bitcoins, die dabei entstehen, müssen von der gesamten Community als echt bestätigt werden, so dass massenhafte Fälschungen unmöglich sind. Und die Blockchain hat noch einen weiteren Vorteil: Überweisungen von einem Bitcoin-Konto auf ein anderes laufen direkt über das Netzwerk und sind kryptographisch verschlüsselt. Es ist keine Bank dazwischengeschaltet. Das hat mehrere Vorteile: Erstens macht es unabhängiger, weil keine Bank die Überweisungen überprüfen kann. Zweitens können auch staatliche Organe keinen Einfluss auf die Transaktionen nehmen oder sie einsehen. Diese Unabhängigkeit und Anonymität – jeder Bitcoin-Nutzer ist im Prinzip nur eine Nummer – gelten Befürwortern von Kryptowährungen als die größten Vorteile der neuen Währungen. In Deutschland ist das aktuell kein großes Problem, aber in autoritär regierten Ländern, in denen der Staat seine Bürger schärfer überwacht oder die Landeswährung stark reguliert, ist das von großem Vorteil. Nicht umsonst sind Bitcoins in Staaten wie China, Georgien und Venezuela sehr beliebt. Die Anonymität hat aber auch Nachteile: Da sowohl Käufer als auch Verkäufer und der Verwendungszweck des Geldes unbekannt sind, nutzen zwielichtige Gestalten Kryptowährungen gerne für illegale Geschäfte – seien es Waffen, Drogen oder andere krumme Dinger. Für die Polizei ist es nicht möglich, diese Geschäfte nachzuverfolgen. Verabredet werden solche Transaktionen zumeist im Darknet, also dem unsichtbaren Teil des Internets. Hier wurden Bitcoins zuerst eingesetzt. …  Dass es heute so viele Kryptowährungen gibt, hat zwei Gründe: Die Beliebtheit von Bitcoins hat ihren Wert rasant steigen lassen. Deswegen investieren Kryptowährungs-Fans lieber in preiswertere Alternativ-Währungen, die sogenannten Altcoins (ab S. 92). Außerdem haben auch Unternehmen die virtuellen Münzen für sich entdeckt. Sie nutzen sie, um sich schnell Geld zu beschaffen. Der Fachbegriff lautet ICO (Initial Coin Offering): Eine Firma erzeugt eine neue Kryptowährung. Investoren kaufen die Münzen, der Erlös geht an die Firma – wie bei einem Börsengang. Aber: Im Gegensatz zu Börsengängen sind ICOs vom Gesetzgeber nicht reguliert. Es ist also viel einfacher, Anteile über eine Kryptowährung zu verkaufen.“

 

>>german.china.org.cn<<

„Die Blockchain Technologie läutet eine neue Runde für Innovation und industrielle Entwicklung ein, sagte Yu Kequn, der Direktor am Nationalen Forschungszentrum für die Sicherheit von Informationstechnologie. Blockchain ist eine neue Art der integrierten Anwendung, basierend auf verschiedenen Technologien. Dazu zählen verteilte Datenspeicher, Punkt-zu-Punkt-Übertragung und Verschlüsselungsalgorithmen. Blockchain kann mit seinen Eigenschaften wie Dezentralisierung, Offenheit, Sicherheit vor Manipulation und Anonymität vielseitig eingesetzt werden. Gegenwärtig haben Technologieriesen wie Alibaba, Tencent und Baidu die Blockchain in der Praxis angewendet. Außerdem haben die vier großen staatseigenen Banken – die Bank of China, die China Construction Bank, die Industrial and Commercial Bank of China sowie die Agricultural Bank of China – ebenfalls die Technologie bei ihren Projekten angewendet. Dazu zählen Armutsbekämpfung, internationaler Handel, Plattformen für Mietwohnungen, E-Kommerz Ketten und Serviceanwendungen in der Xiongan New Area. Der Technologie-Gigant IBM setzt ebenfalls auf Blockchain. Seit 2015 trifft die Firma Vorbereitungen für das Blockchain Projekt, mittlerweile wurde eine Service-Plattform für die Technologie eingerichtet.“

Beinahe jedes große Unternehmen und Regierung beschäftigt sich mittlerweile mit der Blockchain-Technologie oder Entwickelt sogar eigene Anwendungen.

 

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