Fremdwährungsverbot & Versorgungskrise: Mit Kryptowährungen zur neuen Valutamark?

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Führende EU-Mitgliedstaaten treiben die Regulierung von Kryptowährungen immer weiter voran: Aber am liebsten schwebt ihnen ein komplettes Verbot vor. Der Verbot von Fremdwährungen stellt aber alles andere eine Neuigkeit dar.

„Ein Verbot von Kryptowährungen nachdenken, macht da schon stutzig“

Viele Staaten haben im Zuge einer wirtschaftlichen Schieflage andere Fremdwährungen entweder komplett verboten oder deren Nutzung stark eingeschränkt. Auch die DDR hatte zeitweise die Nutzung von Valutamark verboten. Durchaus ähnliche Wege wollen nun wichtige EU-Länder bei Kryptowährungen beschreiten.

Flucht in Kryptowährungen & die steigende Geldentwertung im Euroraum

>>BSM Management & Support<<

„Das mit Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden nun gleich fünf wichtige EU-Länder laut über ein Verbot von Kryptowährungen nachdenken, macht da schon stutzig.“

Fremdwährung: „Wichtige EU-Länder laut über ein Verbot von Kryptowährungen“

Die Liste der Staaten sollte für wenig Überraschung sorgen: Denn diese bilden den groben Kern des Euroraums ab und würden am meisten bei einer Europleite verlieren. Die Wortphrase: „Whatever it takes“ des ehemaligen Chefs der Europäischen Zentralbank scheint nun ein „informelles Gesetz“ geworden zu sein. Immerhin hat die afghanische Regierung exakt den selben Weg eingeschlagen, aber gleich sinnbildlich Nägel mit Köpfen gemacht.

„Taliban verbieten Fremdwährung“

>>Frankfurter Rundschau<<

„Taliban verbieten Fremdwährung – Die Taliban verbieten künftig den Einsatz von Fremdwährung in Afghanistan. Für das Land wird das große wirtschaftliche Auswirkungen haben.“

„Taliban verbieten künftig den Einsatz von Fremdwährung in Afghanistan“

Der Hintergrund dürfte recht banal sein: Die eigene afghanische Bevölkerung hat immer mehr ausländische Währungen für alltägliche Transaktionen genutzt und damit die eigene heimische Währung unbewusst abgewertet. Genau das gleiche Phänomen tritt bei Kryptowährungen und Euro auf. Das Vertrauen des Euros ist maßgeblich gesunken und die sichtbare Inflation im Euroraum dürfte das Übrige dazu beitragen. Die steigende Euro-Geldentwertung mit einer durchaus sichtbaren Versorgungskrise gehen also Hand in Hand. Mit vergleichbaren Problemen hatte schon die ehemalige DDR zu kämpfen.

„Viele Millionen Valutamark“ – „Wenn wir 10 000 Tonnen Margarine weniger brauchten“

>>Jetzt reden wir: Was heute aus der DDR-Wirtschaft zu lernen ist von Kombinatsdirektoren  (Buch) <<

„Jörg Roesler: Otto Reinhold – er gilt als der größte Wirtschaftswissenschaftler der DDR – vertrat die Ansicht: In der Konsumgüterindustrie geht es auch ohne Plan. Die Meldungen der Verkaufsstellen genügen – die Produktion regelt sich über Preise, Angebot und Nachfragen. Dass diese Idee praktiziert wurde, ist mir neu. Hermann Hering: Wir passten unseren Plan ständig dem Bedarf an und machten damit eine flexible, kluge Politik zur Plandurchführung. Da wir den Hauptrohstoff der Margarine – die Sonnenblumenkerne – nicht selbst anbauten, sondern aus dem NSW (Nichtsozialistisches Wirtschaftsgebiet, Anmerkung der Redaktion) importieren, war Dr. Leihkauf von der Zentralen Plankommission heilfroh, wenn wir 10 000 Tonnen Margarine weniger brauchten. Denn darin steckten 6000 Tonnen Sonnenblumenöl, die viele Millionen Valutamark kosteten.“

Konterrevolutionär Gedanken: „Produktion regelt sich über Preise, Angebot und Nachfragen“

„… Produktion regelt sich über Preise, Angebot und Nachfragen“ – Solche Gedanken gehen heutzutage vermutlich ebenfalls schon als Konterrevolutionär durch. Alleine durch die sogenannte Energiewende werden konventionelle Kraftwerke – nach Plan –  aus politischen Gründen abgeschaltet, was die Strompreise steigen lässt. Diese steigenden Strompreise setzen sich über private Haushalte bis zum verarbeitenden Betrieb fort. Folglich: Immer mehr Waren müssen importiert werden und was wiederum Druck auf dem Euro ausübt. Selbst die US-Amerikaner exportieren ihr Gas lieber an China, weil die offenkundig bessere Preise zahlen. Allen öffentlichen Beteuerungen zum Trotz: Die DDR ist letztlich bezüglich der Wirtschaftspolitik gar nicht so fern. Es sind ganz schlicht grobe Fehlentscheidungen und diese finden bei Kryptowährungen genauso statt.

„Kryptowährungen können Finanzstabilität gefährden“

>>Deutsche Bundesbank<<

„Kryptowährungen können Finanzstabilität gefährden – „Wenn die Behörden nicht präventiv handeln, könnten sich Kryptowährungen noch enger an das allgemeine Finanzsystem koppeln und damit zu einer Gefahr für die Finanzstabilität werden“ … spielt Vertrauen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, eine glaubwürdige Währung zu etablieren. Dabei nähmen Zentralbanken als Hüter der öffentlichen Vertrauens eine wichtige Rolle ein, sagte der BIZ-Generaldirektor. Genau dieses Vertrauen fehle den Kryptowährungen. Kein Individuum und keine Institution hafte für diese.“

Deutsche Bundesbank: „Zentralbanken als Hüter der öffentlichen Vertrauens“

Für eine mögliche Europleite würde ebenso wenig kein Individuum oder Institution eine Haftung übernehmen. Überspitzt: Das Ersparte in Euro ist weg und wem sollte man bitteschön vor welchen Gericht verklagen? Vermutlich ist ohnehin eher die alleinige Finanzstabilität des Euros gemeint und das grenzenlose Gelddrucken wird alleine durch die Existenz von Kryptowährungen enge Grenzen gesetzt, weil diese als quasi als inoffizielle Reservewährung dem Euro ablösen jederzeit könnten. Am Ende könnten Käufe überwiegend in privaten Kryptowährungen laufen und der Staat hätte erhebliche Schwierigkeiten – ähnlich wie in der DDR mit dem Valutamark – überhaupt welche Coins aufzutreiben.