Raspberry Pi & OpenCPN: Die nautische Navigation

Screenshot vimeo.com

Der Kleincomputer >>Raspberry Pi<< eignet sich auch zum Einsatz auf Schiffen. Viele Navigationsgeräte sind für die Seefahrt entweder ungeeignet oder diese kosten enorme Summen. Die Software >>OpenCPN<< und einen GPS-Empfänger machen es möglich.

>>Raspberry Pi Geek<<

„Der Raspberry Pi eignet sich aufgrund seines minimalen Stromverbrauchs besonders für den Einsatz auf Sportbooten oder in Wohnmobilen. … Ganz ähnlich wie auf der Straße schadet es auch auf dem Wasser nicht, zu wissen, wo man sich gerade befindet. Klassische Navigationsgeräte versagen auf diesem Terrain häufig völlig, weil sie nur zur Navigation zu Lande ausgelegt sind und Wasserstraßen lediglich als schmückendes Beiwerk in der Umgebung verzeichnen. Nun ist es nicht so, als wäre elektronische Navigation zu Wasser eine neue Idee. Große Schiffe nutzen seit Langem GPS zur Standortbestimmung und Routenverfolgung. Selbst für kleinere Sportboote bietet der Bootsfachhandel entsprechende Geräte zum Kauf an. Der Haken: Schon semiprofessionelle Navis für die Nutzung auf dem Wasser schlagen mit teils horrenden Preisen von einigen Hundert Euro zu Buche. Wer obendrein regelmäßige Kartenupdates erwartet, legt noch ein paar Scheine obendrauf. Die hohen Kosten für die Anschaffung entsprechender Hardware lassen viele Sportbootkapitäne vor dem Kauf zurückschrecken. Da blieb für den Freizeitnavigator bislang nur die Wahl zwischen der Anschaffung eines Bootsnavis für viel Geld oder der wenig komfortablen und ebenfalls nicht exakt kostengünstigen Navigation anhand gedruckter Wasserstraßenkarten. Hier kommt nun der Raspberry Pi als Fundament für ein Selfmade-Navi ins Spiel: Zusammen mit einem GPS-Empfänger, der Navi-Software OpenCPN und entsprechenden Binnenwasserstraßenkarten wandelt sich der Mini-Rechner zu einem preisgünstigen Navigationsallrounder. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie den RasPi mit der nötigen Software versorgen, welche Hardware sich eignet und woher Sie die passenden Karten bekommen. Als Goodie bieten wir zu guter Letzt einen Überblick, wie Sie das Setup auch für andere Instrumente an Bord verwenden. Für die Navigation entschied sich der Autor, das Boot mit einem zweiten RasPi zu bestücken: Den multimedialen Mini-Rechner treibt OpenELEC an, das sich zwar ideal für Multimedia-Aufgaben eignet, nicht aber für die Navigation. Letzteres erfordert eine „echte“ Linux-Distribution, die es erlaubt, zusätzliche Pakete zu installieren – was unter OpenELEC nur mit Verrenkungen zu erreichen wäre. … Während für das Multimediazentrum dank HDMI-CEC eine Fernbedienung als alleinige Steuerung ausreicht, erfordert ein Linux-Desktop eine andere Art der Bedienung. Es stellt sich zwangsläufig die Frage nach einer Tastatur und einer Maus – auf einem Boot finden sich aber kaum nutzbare Flächen, auf denen eine normale Maus überhaupt nutzbar wäre. Eine Alternative bietet Logitech in Form der K400 Plus an: Die eigentlich für den Gebrauch im Wohnzimmer konzipierte Kombination aus Tastatur und Touchpad benötigt wenig Platz, verzichtet auf lose Teile und bewegt sich mit rund 40 Euro auch finanziell im akzeptablen Rahmen. Damit der RasPi als Navi arbeitet, benötigt er einen GPS-Empfänger samt Zubehör. Die Suche nach GPS-Antennen im einschlägigen Fachhandel für Bootszubehör liefert viele Modelle, die sich für die Montage außerhalb der Kajüte eignen. Für unsere Zwecke genügt aber auch eine mit Linux kompatible Indoor-GPS-Antenne, die sich etwa an einem der Kajütenfenster per doppelseitigem Klebeband oder ebenfalls per Klett befestigen lässt. Letztlich muss eine GPS-Antenne nur den Sichtkontakt zu einer hinreichenden Anzahl von Satelliten herstellen können.“

 

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