Wie sich der Untergang einer Zivilisation auswirkt

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Wer die letzten Jahre oder Jahrzehnte Revue passieren lässt, stellt fest dass es auf vielen Gebieten Fortschritte gab: Egal ob Technologie, Kunst, Wissenschaft oder gesellschaftliche Entwicklungen – Beispielsweise Abschaffung der Prügelstrafe. Was jedoch keine Konstante in der Historie ist, denn dazu muss lediglich der geschichtliche Horizont ein klein wenig erweitert werden. Denn mindestens einmal hat sich die Menschheit von einer verhältnismäßigen fortschrittlichen Zivilisation: Davon wieder Rückentwickelt. Am Auffälligsten sind die Unterschiede zwischen Antike und Frühmittelalter. Dazwischen liegen die Dunklen Jahrhunderte. Es handelt sich hierbei um ein Zeitalter, über das es viele Spekulationen, aber sehr wenige gesicherte Quellen existieren. Als unumstößliche Tatsachen stehen der Untergang Westroms, Verlust von Texten – inklusive technologisches und wissenschaftliches Wissen.

Dunkle Jahrhunderte: Das verschwundene Zeitalter

>>Wikipedia<<

„Ebenso kam es, auch im Zuge der Christianisierung, in der ausgehenden Spätantike bzw. dem Frühmittelalter zum Verlust des Großteils der antiken Literatur. Im ehemaligen Westen des Imperiums lag die Schriftproduktion lange Zeit unterhalb des antiken Niveaus und auch das kulturelle Niveau nahm, jedenfalls verglichen mit der römischen Zeit, ab.“

Römische Ingenieurkunst wurde erst Tausende Jahre später wieder erreicht

Auch wenn einige wenige Römische Bauwerke die Zeiten bis in die Gegenwart überdauert haben – verfielen die meisten Aquädukte, Brücken, Staudämme, Straßen, Bäder und Häuser. Besonders die Aquädukte können fraglos als Meisterleistung antiker Ingenieurkunst gewertet werden, wo es immer noch Rätselraten darüber gibt, wie es denn möglich war, mit derart geringen Gefälle eine Wasserleitung über so lange Strecken zu errichten. Nach dem Untergang des Römischen Reiches ging das Wissen darüber verloren. Auch Aufzeichnungen – sofern es die gegeben hat – sind nur Bruchteilhaft erhalten. Als gesichert kann gelten, dass eine vergleichbares Niveau einer Wasserversorgung erst Anfang des 20 Jahrhunderts wieder erreicht wurde. Mal abgesehen von kleinen Ausnahmen wie die alte Wasserkunst in Bautzen.

Fließend Wasser hatten schon die Römer

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Vergleichbares Bild zeichnet sich im Straßenbau ab, der mit dem Ende der Antike selbiges auch fand. Ebenso bemerkenswert sind die von dem Römern errichteten Stauseen.

„Römische Baumeister im Talsperrenbau ein hohes Maß an Innovationsfähigkeit“

>>Wikipedia<<

„Insgesamt betrachtet legten römische Baumeister im Talsperrenbau ein hohes Maß an Innovationsfähigkeit an den Tag. Während Sperren bis dahin einzig aufgrund ihres Eigengewichtes dem Wasserdruck widerstanden, erkannten die Römer als erste die stabilisierende Wirkung von Bögen und Stützpfeilern im Mauerverband.“

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Aus den Frühmittelalter sind kaum herausragende Bauwerke bekannt

Aus dem frühen Mittelalter ist eine derartige Bautätigkeit praktisch unbekannt. Die erhalten und bekannten Bauwerke zeigen durchweg ein deprimierendes Bild: Diese sind meistens kleine primitive gesichtslose Häuser. Viele herausragende römische architektonische Leistungen, fanden ihr klägliches Ende, als mittelalterlicher Steinbruch. Aber immerhin haben einige Meisterwerke, wie erwähnt die Zeiten überdauert, was von römischen Aufzeichnung wohl kaum gesagt werden kann. Es beleibt im Grunde genommen Spekulation, aber überzeugendere Erklärungen sind kaum zu finden. Zumindest wie es der Anschein erweckt, muss die kirchliche Inquisition ganze Arbeit geleistet haben. Jegliche Werke die der kirchlichen Lehre zu Wider liefen müssen demnach verbrannt oder anderweitig vernichtet worden sein. Auffällig ist dabei, dass vorwiegend Werke erhalten geblieben sind, welche kirchliche Lehren nicht Infrage stellen. Denn in Sachen Verbrennen, kannte die mittelalterliche Gesellschaft sich bestens aus. Wer damals die Dreistigkeit besaß, zu behaupten die Erde sei eine Kugel und stehe nicht im Zentrum des Universums machte unweigerlich Bekanntschaft mit dem Scheiterhaufen. Ziel einer solchen Hinrichtung war es, dem Delinquenten auf kleiner Flamme möglichst lange zu foltern und Besinnungslosigkeit, sowie Tod so weit wie möglich nach hinten hinaus zu zögern. Erst Magellans Weltumsegelung im Jahre 1522 beendete dem Spuk – zumindest Teilweise.

Das Weltbild der Antike war bereits sehr weit

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In der Antike konnte die Sonnenfinsternis bereits erfolgreich vorhergesagt werden

In der Antike war man bereits weiter: Herodot berichtet von einem gewissen >>Thales von Milet<< der angeblich die Sonnenfinsternis vom 28. Mai 585 vor unser Zeitrechnung erfolgreich vorhergesagt haben soll. Ob das stimmt, ist eine umstrittene Frage, aber alleine die Tatsache: Das solche Überlegungen in der Antike angestellt wurden, lassen darauf schließen, dass die Vorstellungen von Universum der Wirklichkeit sehr viel näher kamen, als es in späteren Epochen der Fall war. Um eine Sonnenfinsternis erfolgreich zu prognostizieren müssen umfangreiche Berechnungen angestellt werden. Die Grundlagen der heutigen Mathematik stammen aus dem alten Griechenland, der Satz des Pythagoras dürfte vielen geläufig sein. Die höhere Geometrie und Mathematik wurden erst in der Renaissance im ausgehenden 15. und 16. Jahrhundert wieder entdeckt. Nicht viel besser erging es der Malerei. Zwar sind Bilder aus dem Mittelalter erhalten, aber die Belegen – abgesehen von dem Bauwerken – am deutlichsten die Rückentwicklung der Wissenschaft. Selbst der berühmte Kaiser >>Otto II. (HRR)<<, welcher an der Schwelle zum Hochmittelalter regierte wurde mehr verunstaltet als gemalt.

Satz des Pythagoras: Stammt aus der Antike

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Im Mittelalter wurden selbst Könige mehr verunstaltet als gemalt

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„Hinsichtlich Proportionen, Plastizität (Licht und Schatten), Perspektive (Fluchtpunkt) und Verbläuungsprinzip (räumliche Tiefe) besaß die römische Malerei bereits eine hohe Qualität.“

Das Malen in der Perspektive wurde praktisch verlernt und ebenfalls erst in der Renaissance wieder entdeckt.

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Hohes Niveau: Kunst aus der Antike

Römische und Griechische Statuen sprühen noch heute, ihren Reiz auf dem Betrachter aus. Eine vergleichbarer Qualität, ist aus dem frühen Mittelalter praktisch unbekannt. Und jene Statuen welche erhalten sind: Lassen selbst einem Laien erschaudern. Ziel sei es nicht die Antike zu überzeichnen, denn auch da gab viele grausame Kriege, es regierten nur sehr weniger fähige Herrscher und Sklaverei stand an der Tagesordnung. Um nur einige Dinge zu nennen. Aber eine Zivilisation kann sich durchaus Rückentwickeln und zwar auf breiter wissenschaftlich, kultureller, und technologischer Front. Wer mit offenen Augen durch Welt läuft und einem ungetrübten Blick auf die Gegenwart oder jüngere Vergangenheit wirft, stellt unweigerlich fest, das viele Industriezweige in andere Länder abgewandert sind. Viele Produkte die früher einmal aus der heimischen Fabrik kamen, – kommen nun per Container aus Übersee. Im (ehemaligen) Land der Dichter und Denker steht es ebenfalls kaum zum Besten.

>>Süddeutschen Zeitung<<

„Der renommierten Romano-Guardini-Lehrstuhl an der Ludwig-Maximilians-Universität soll nach dem Willen der Hochschule nicht neu besetzt werden. Der Lehrstuhl für Religionswissenschaft ist bereits seit 2012 vakant.“

Der Berliner Flughafen, der Bahnhof in Stuttgart oder die Energiepolitik sind trübe Vorboten, die nichts gutes Erahnen lassen.

 

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