„Der als kostenlose Arbeitskraft wettbewerbsverzerrende Wertschöpfung erbringt“

Screenshot vimeo.com

Seit Jahrzehnten wächst in Deutschland die Ungleichheit sowohl bei den Einkommen wie den Vermögen. Das birgt ökonomische, soziale und politische Probleme und rückt daher immer stärker ins Zentrum der gesellschaftlichen Debatte. Zu erkennen ist die ungleiche Entwicklung, wenn die Einkommen von abhängig Beschäftigten mit denen der Selbstständigen verglichen werden. Präzise formuliert: wenn die Lohnquote untersucht wird, der Anteil der Arbeitnehmerentgelte am Volkseinkommen. Sie ging in den vergangenen Jahren zurück und umgekehrt stieg der Anteil der Gewinn- und Vermögenseinkommen.“ So die Verlautbarung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Um dieser Entwicklung weiter Vorschub zu leisten, hat sich die hohe Politik eine andere Form des Arbeitnehmers ausgedacht.

>>FreieWelt.net<<

„Diejenigen von ihnen, die im Berechnungsraum der letzten sieben Jahre sechs Jahre lang ALG II bezogen haben, sollen zukünftig zwangsweise einem Arbeitgeber entweder im privaten Sektor wie aber auch im öffentlichen Dienst zugewiesen werden. Interessierte Arbeitgeber erhalten in den ersten beiden Jahren einen Lohnkostenzuschuss vom Amt von 100 Prozent, der Zwangsverpflichtete generiert also keine Kosten für den Betrieb. Pro Jahr reduziert sich dieser Zuschuss um zehn Prozent, im letzten Jahr werden also noch 70 Prozent der Lohnkosten übernommen. Im ersten Jahr dieser Zwangsbeschäftigung unterliegt der Verpflichtete weiterhin voll dem Zugriff des JobCenters, wird also auch weiterhin von den Mitarbeitern dort vorgeladen und muss sich ihnen gegenüber offenbaren. Ein Recht auf Ablehnung dieser Zwangsüberweisung zu dem jeweiligen Arbeitgeber steht der unfreiwilligen neuen Arbeitskraft nicht zu. Qualifikation, beruflicher Hintergrund und persönliches Umfeld des Beziehers sind als Auswahlkriterien irrelevant. Noch ein Bonbon zum Abschluss dieses Vorschlags: selbst wenn die zwangsrekrutierte Arbeitskraft fünf Jahre lang den Job ausgeübt hat ist mit diesem besonderen »Beschäftigungsverhältnis« keine Anwartschaft auf ALG I begründet worden. In einfachen Worten bedeutet das, dass eine für fünf respektive sechs Jahre (eine einmalige Verlängerung um ein Jahr seitens des Arbeitsgebers ist möglich) zwangsverpflichtete Arbeitskraft in diesem Zeitraum nicht einen einzigen Tag Anspruch auf ALG I erwirtschaftet. Hat der Arbeitgeber die Arbeitskraft respektive den Staat über den gesamten Zeitraum ausgebeutet, schickt er den Zwangsrekrutierten wieder in die Wüste, also direkt in den erneuten ALG II – Bezug und somit wieder in die Fänge des JobCenters.“

 

>>gegen Hartz<<

„Und natürlich wird der Zwangsrekrutierte auch im ersten Beschäftigungsjahr vom Jobcenter beschäftigungsbegleitend zwangsbetreut, d.h. das Jobcenter mischt sich in alle Belange des nun nicht mehr Arbeitslosen ein, sowohl private als auch berufliche. Damit offenbart sich auch der Gesetzestitel „Teilhabechancengesetz“ als Teilhabe des Jobcenters am Leben des Zwangsbetreuten. An was der zwangsbetreute Zwangsarbeiter selbst teilhaben soll, der als kostenlose Arbeitskraft wettbewerbsverzerrende Wertschöpfung erbringt, erschließt sich jedoch nicht, denn als potentiellem Vernichter von Arbeitsplätzen wird die übrige Belegschaft dem Zwangsarbeiter kaum wohlgesonnen sein. Damit wird, nach den regulär Beschäftigten und den Leiharbeitern, eine dritte Klasse an abhängig Beschäftigten erschaffen und auf der untersten Stufe des Arbeitsmarktes etabliert.“

Neben den Werkverträgen ist es eigentlich schon die vierte Stufe im Arbeitsmarkt. Die Spirale der Entrechtung und Abwertung von Arbeitnehmern, dreht sich somit eine Runde weiter.

 

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