„Ich fürchte dass damit ein Stück Lausitz sterben wird“

Screenshot leag.de

Es formiert sich Protest in der Lausitz. Im Gegensatz zu Regierungs- und Gewerkschaftsvertreter, haben die betroffenen Menschen in der Lausitz eine sehr klare wirtschaftliche Perspektive, was die Abschaltung eines Kraftwerksblocks und damit einhergehender Arbeitsplatzverlust für die Region bedeutet.

>>Märkische Oderzeitung<<

„In der Lausitz wurde der erste Braunkohle-Kraftwerksblock abgeschaltet und weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. … Natürlich ist es – gerade auch mit Blick darauf, dass in elf Monaten die Landtagswahl ansteht – verständlich, dass sich Regierungschef Dietmar Woidke auf die Seite der betroffenen Kumpel stellt. Weiß er doch, dass viele Wähler derzeit allzu schnell bei der Protestpartei AfD Zuflucht suchen, wenn sie meinen, dass sich die etablierten Parteien nicht um ihre Probleme kümmern. Allerdings zählen noch vielmehr Glaubwürdigkeit und Haltung, gerade auch in schwierigen Fragen. Es geht jetzt darum, möglichst bald überzeugende wirtschaftliche Alternativen für die Lausitz zu entwickeln.“

 

>>Welt<<

„Die DGB-Bezirke Berlin-Brandenburg und Sachsen kommen heute zu ihrer gemeinsamen Tagung «Zukunftsdialog Lausitz 4.0» zusammen. Im Leag-Klubhaus im Industriepark Schwarze Pumpe in Spremberg wollen die Gewerkschafter Wege aufzeigen, wie die Industrie- und Wirtschaftsregion Lausitz und Arbeitsplätze nach dem Kohleausstieg erhalten werden können.“

Für eine Gewerkschaft eine überaus befremdliche Haltung: Statt für Arbeitsplätze, bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu kämpfen, wollen die Gewerkschaftsvertreter irgendwelche seltsamen „Lösungen“ aufzeigen. Viel Realistischer ist da die Haltung der Betroffenen selbst.

>>Lausitzer Rundschau<<

„Tobias Matschke, der als Brunnenbauer im Tagebau Jänschwalde tätig ist, steht hinter dem Protest der Lausitzer Bergleute und Kraftwerker. „Die Abschaltung des Blockes in die Sicherheitsreserve trifft mich auch persönlich hart. Viele gute Arbeitsplätze fallen für die Region weg. Für mich persönlich und meine Familie ist dieser Tag ein trauriger Tag“, sagt er. Mick Wiggers, Auszubildender zum Industriemechaniker im Kraftwerk Jänschwalde, sagt: „Für mich bedeutet dieser Sonntag eine ungewisse Zukunft. Zwar ist mein Block noch nicht abgeschaltet. Aber meine berufliche Perspektive ist unklar.“ … Andreas Fordon arbeitet im Leag-Kraftwerk Boxberg. Er schaut auf die Jobs, die der Lausitz als Energieregion verloren gehen. „Die heutige Abschaltung kostet uns 600 Arbeitsplätzen. Und das Schlimmste ist, dass keine jungen Leute nachrücken können. Ich fürchte, dass damit ein Stück Lausitz sterben wird“, sagt er. „

Inklusive mit den Arbeitsplätzen in der Zulieferindustrie sind es in Summe sogar 1.500 Arbeitsplätze, die dauerhaft verloren gehen: Die Gewerkschaftsvertreter – als auch Regierungsvertreter – ziehen es jedoch lieber vor, sich über diese unerfreulichen Tatsachen in Schweigen zu hüllen.

 

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