Schwarze Pädagogik im Geiste des Obrigkeitsstaates: Lebenslanger Gehorsam nach Kindchenschema

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Soll das König und Kaisertum zurückkehren? –  „Im Falle der Wiedereinführung der Monarchie ist für uns der Thronanwärter der jeweilige Chef des Hauses Hohenzollern.“ – Diese Forderung haben keine Rechtsextremen oder Reichsdeutschen, sondern die Kaisertreue Jugend aufgestellt. Im Geiste sehnt sich einer breiter Teil der heutigen Elite nach autoritären Strukturen zurück. Dabei nimmt auch die schwarze Pädagogik des neuen Obrigkeitsstaates einem zentralen Stellenwert ein.

„Deutsche Royalisten fordern einen Kaiser“

>>Neue Osnabrücker Zeitung <<

„Deutsche Royalisten fordern einen Kaiser – Soll der Demokratie in Deutschland die Krone aufgesetzt werden? – Ob die Popkünstler das ernst meinen, sei dahingestellt, aber es gibt sie wirklich: bekennende Royalisten in Deutschland.“

„Soll der Demokratie in Deutschland die Krone aufgesetzt werden?“

Natürlich mag die Forderung sicherlich bei manchen Menschen einiges an Verwunderung auslösen: Aber die Royalisten meinen es ernst und können auf eine breite Anhängerschaft verweisen.

„Deutsche Monarchisten wollen Kaiser zurück“

>>Deutsche Welle<<

„Deutsche Monarchisten wollen Kaiser zurück … Eine parlamentarische Monarchie sei genau das Richtige für Deutschland, … . Der amtierende Bundespräsident … ist ihm zu farblos, zu schweigsam. „Wir brauchen etwas schickeres an der Spitze des Staates“,

„Eine parlamentarische Monarchie sei genau das Richtige für Deutschland“

Normalerweise würden solche Leute heutzutage gerne als „Rechtsextrem“ oder gar als „Reichsdeutsche“ abqualifiziert, obwohl diese Begrifflichkeiten – in einen Rechtsstaat – völlig willkürlich definiert wurden. Doch die Monarchie kann besonders im Öffentlichen-Rundfunk auf eine breite aufgestellte Gefolgschaft – besonders bei Nichtadligen – verweisen. Der neue Untertanengeist schwingt bei mancher Berichterstattung überdeutlich mit.

Lust am Autoritären: Warum der Öffentliche Rundfunk der Monarchie im Geiste sehr nahe steht

>>Horizont<<

„Royal Overkill: Wie die Medien über die Hochzeit von William & Kate berichten – William und Kate sind Dauergäste auf den Titelseiten der bunten Blätter, ARD und ZDF lassen es sich wieder einmal nicht nehmen, parallel von der Traumhochzeit aus London zu berichten.“

„ARD und ZDF“ – „Parallel von der Traumhochzeit aus London zu berichten“

Immer wenn ein „monarchisches Ereignis“ ansteht, dann kommt der Öffentliche Rundfunk mit ganz großen Bahnhof vorbeigefahren: Lange Reportagen und endlose Echtzeitübertragungen werden auf allen Kanälen übertragen. Das Interesse der Zuschauer scheint bei solchen „Berichterstattungen“ eher nebensächlich zu sein. Zumal es recht Auffällig erscheint: Der europäische Adel hat es jenen Rundfunkanstalten besonders angetan. Weder die entmachteten Könige von Hawaii, noch nicht mal die bestehende Monarchie von Thailand scheinen sonderlich viel Interesse auszulösen, obwohl viele Menschen dort gerne Urlaub machen. Augenscheinlich scheint diese Form des Rassismus akzeptabel zu sein.

Schwarze Pädagogik im Geiste des Obrigkeitsstaates: Lebenslanger Gehorsam nach Kindchenschema

Diese merkwürdigen Verhaltensweise der Elite ist vermutlich auf schwarze Pädagogik zurückzuführen. Letzendlich haben diese Menschen außer „Gehorsam“ wenig in ihren Leben gelernt und sind im Kindchenschemaselbst als Erwachsene – stecken geblieben. Schon während der Barockzeit wurden diese Phänomene beobachtet.

„Schwarze Pädagogik der Barockzeit“ – „Produzierten diese Prinzipien allzu oft Männer ohne Eigenschaften“

>>Das Europa der Könige von Leonhard Horowski (Buch) <<

„Die schwarze Pädagogik der Barockzeit war denn auch ebenso wie später die der Aufklärung nur zu gut darin, dem jeweiligen Kronsohn große Angst vor seiner Verantwortung einzuflößen, während sie ihm zugleich erlaubte, an seinen jüngeren Geschwistern schon einmal das Herrschen zu üben. … Leider jedoch produzierten diese Prinzipien allzu oft Männer ohne Eigenschaften, die nur den Gehorsams- oder Angstanteil des Erziehungsprogramms verinnerlicht hatten und so spätestens als Herrscher schnell zur Beute geschickter Günstlinge oder Mätressen wurden. … Leider jedoch produzierten diese Prinzipien allzu oft Männer ohne Eigenschaften, die nur den Gehorsams- oder Angstanteil des Erziehungsprogramms verinnerlicht hatten und so spätestens als Herrscher schnell zur Beute geschickter Günstlinge oder Mätressen wurden.“

„Schwarze Pädagogik der Barockzeit“ – „Gehorsams- oder Angstanteil des Erziehungsprogramms verinnerlicht hatten“

Es lässt sich sogar am konkreten Beispielen festmachen: Der französische König hat vielleicht auf dem Thron gesessen, aber Kardinal Duc de Richelieu hat in Wirklichkeit die Regierungsgeschäfte geleitet. Im französischen RomanDie drei Musketiere“ wurde es auf literarische Weise nachgezeichnet. Eine vergleichbare Rolle hat Madame de Pompadour in einer etwas späteren Epoche übernommen. Währenddessen konnten die Monarchen sich in ihrer vermeintlichen Bedeutung ihrer Person sonnen und sich mit allerlei Luxus umgeben, was den allermeisten Staatsoberhäuptern gereicht hat. Natürlich sind nicht alle damaligen Adelligen der schwarzen Pädagogik verfallen, aber besonders der heutigen Elite hat Gehorsam und Disziplin es angetan.

„Schwarze Pädagogik“ – „Erzwingt Gehorsam und Disziplin“

>>Das falsche Leben von Hans-Joachim Maaz (Buch) <<

«Schwarze Pädagogik» erzwingt Gehorsam und Disziplin und damit immer auch Wut, Hass und Rachegelüste. Ein Leben unter Befehl schüchtert die Selbstverwirklichung ein.“

„Schwarze Pädagogik“ – „Leben unter Befehl schüchtert die Selbstverwirklichung ein“

Die Folgen der schwarzen Pädagogik treten besonders bei der heutigen Elite und weniger bei Adeligen hervor. Es werden ständig neue Regeln gefordert und die Einhaltung mit harten Strafen angedroht. Echte Persönlichkeiten sind darunter kaum zu beobachten, stattdessen wird jeder neue Trend regelrecht willenlos hinterhergelaufen. Dadurch geben sie sich selbst der Lächerlichkeit preis und kriegen mangels Selbstreflektion ihre eigene Unfähigkeit nicht mal mit. Um echte kritische Diskussionen mehr und mehr in Zukunft zu vermeiden: Dazu muss das Bildungssystem im großen Umfang umgebaut werden. Daher wird mit großen Anstrengungen auch die „Verwissenschaftlichung der Erziehung“ gefordert.

„Verwissenschaftlichung der Erziehung“ – „Das Kind schon völlig Artefakt eines Erziehers“

>>Feindbild Mutterglück von Antje Schmelcher (Buch) <<

„So heißt Verwissenschaftlichung der Erziehung auch Einlösung eines Totalitätsanspruchs, den bereits Rousseau in seinem Erziehungsroman ›Emile‹ angemeldet hatte. Dort ist das Kind schon völlig Artefakt eines Erziehers – in dessen Position Rousseau sich selber fantasiert –, der unter Laboratoriumsbedingungen arbeitet. Das Kind hat keine Eltern, keine Geschwister, ist überhaupt keinen Einflüssen ausgesetzt, die nicht kalkuliert sind oder vom Erzieher kontrolliert werden können.“

„Kind hat keine Eltern, keine Geschwister, ist überhaupt keinen Einflüssen ausgesetzt“

Häufig werden pädagogisch-wissenschaftliche Konzepte am sterilen Schreibtisch entworfen und wenn diese in der Praxis nicht funktionieren: Dann ist nicht die „Theorie“ falsch, sondern das Kind muss an einer „Krankheit“ leiden. Klingt alles zu weit hergeholt? Mittlerweile hat selbst der Lehrversand eine Warnung herausgeben: „Schüler schlucken zu viele Pillen“ – Die schwarze Pädagogik ist längst im Schulalltag angekommen und die ständige Einschüchterung von Kindern nimmt eine zentrale Rolle in vielen pädagogisch-wissenschaftlichen Konzepten ein.

„Das eingeschüchterte Selbst muss im Grunde krank werden“

>>Das falsche Leben von Hans-Joachim Maaz (Buch) <<

„Die durch Hemmung und Einschüchterung aufgestaute Aggressivität sucht sich aber auch gerne – ganz ähnlich wie im bedrohten Selbst – Feindbilder und Sündenböcke, an denen man sich dann stellvertretend abreagieren kann. Das eingeschüchterte Selbst muss im Grunde krank werden, weil die Selbst-Energie nicht zur angemessenen Lebens- und Selbstgestaltung genutzt werden kann, sondern gemäß der Befehlslage zur Selbstbeherrschung oder zur Fremdbekämpfung missbraucht werden muss. Der gehemmte Mensch führt sein ganzes Leben lang einen symptom- und erkrankungsreichen Kampf gegen seine andrängende Natur, die er noch nicht einmal selbst hat kennenlernen können.“

„Der gehemmte Mensch führt sein ganzes Leben lang einen symptom- und erkrankungsreichen Kampf“

Besonders die heutige Elite ist – mehr oder weniger – in einer Blase aufgewachsen. Viele haben keine gewöhnlichen Schulen, sondern spezielle Internate für Reiche besucht. Für Normalsterbliche ist dort faktisch der Zutritt strengstens verboten.

„So ist es, auf ein Internat für Reiche zu gehen“

>>Vice<<

„So ist es, auf ein Internat für Reiche zu gehen – An meinem ersten Schultag landete ein Helikopter auf dem Gras vor dem Sportstadion. … Der Campus war mit 60 Hektar so groß, dass manche Schüler einen Bus nehmen mussten, um zum Unterricht zu kommen. Es gab Tennisplätze, ein Schwimmbad, ein Theater und eine Kartbahn. Wir konnten reiten gehen und Flugstunden nehmen. … Ich lernte die Kinder von Diktatoren, Zuhältern und berühmten Schauspielern kennen.“

„Ich lernte die Kinder von Diktatoren, Zuhältern und berühmten Schauspielern kennen“

Offenbar kann sich die heutige Elite eher mit Diktatoren, Zuhältern und sonstigen Unterweltgrößen als mit gewöhnlichen Bürgern identifizieren. Die neue Lust am Autirären wird also nicht nur durch schwarze Pädagogik, sondern auch mit dem Umgang in bereits frühen Jahren geprägt.

 

Originally posted 2021-08-17 12:49:43.