Die gesetzliche Rentenversicherung aus Perspektive eines normalen Finanzproduktes gesehen

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Es ist eine Tatsache, dass in diesem Land viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer trotz eines langen Lebens voller Arbeit recht dürftige Renten haben. Sie bekommen dürftige Renten, obwohl sie ihr Leben lang gearbeitet haben, obwohl sie Kinder erzogen haben, obwohl sie Angehörige gepflegt haben. Bei uns ist es leider Gottes so, dass zum Beispiel eine Floristin im Ruhestand es als Luxus empfinden muss, wenn sie sich einen Blumenstrauß kauft. Bei uns ist es oft so – das finde ich beschämend -, dass Kellnerinnen, die in Rente sind, sich nicht oft einen Restaurantbesuch leisten können.“ – Diese Wort hat kein Schwarzmaler der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern der Bundesminister für Arbeit und Soziales in einer Rede im Bundestag gesagt.

„Floristin im Ruhestand es als Luxus empfinden muss, wenn sie sich einen Blumenstrauß kauft“

Wer möchte kann es auch als eigene Bankrotterklärung deuten. Interessant ist vielmehr, dass der selbe Minister an anderer Stelle ganz anderslautende Töne anschlägt.

„Blick auf den Rentenbescheid“ – „Kopfschmerzen und schlaflose Nächte“

>>Hamburger Morgenpost<<

„Der Blick auf den Rentenbescheid bedeutet für viele Menschen hierzulande vor allem: Kopfschmerzen und schlaflose Nächte. Arbeitsminister … aber stemmt sich gegen „Horrorszenarien“ – entscheidend sei für ihn dabei nicht die Rentenpolitik alleine. … hält stabile Renten auch in den kommenden Jahrzehnten für machbar. „Die entscheidende Schlacht zur Stabilisierung der Rente findet am Arbeitsmarkt statt“, – „Mehr Einzahler – mehr in der Kasse“

„Entscheidende Schlacht zur Stabilisierung der Rente findet am Arbeitsmarkt statt“

Martialische Wort im „Endkampf“ um die Rente? Es muss also dringend mehr Geld in die Staatskasse Rentenkasse hinein. Beim genauen Lesen wird aber deutlich: Es dreht sich weniger um die Rentner, sondern mehr um die behördliche Institution – Rentenversicherung – als Selbstzweck herum. Denn die Lebensbedingungen vieler Rentner dürfte viele Menschen zum weinen bringen. Viele Rentner müssen – aus purer finanzieller Not – Pfandflaschen sammeln und handeln sich dabei mitunter noch eine Anzeige ein.

„Pfandflaschen zu sammeln“ – „Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen“

>>Focus<<

„In ihrer Not wusste Roswitha S. keinen anderen Ausweg mehr. Um ein paar Euro pro Tag in der Tasche zu haben, begann die 71-jährige Rentnerin Pfandflaschen zu sammeln. Dann wurde sie wegen Hausfriedensbruch angezeigt und zu einer Geldstrafe verurteilt. „Ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen“, beantwortet Roswitha S. die Frage, warum sie Pfandflaschen sammelt. Irgendwann war die Not so groß, dass sie begann am Münchner Ostbahnhof in Mülleimern nach Leergut zu suchen.“

„Pfandflaschen zu sammeln“ – „Wegen Hausfriedensbruch angezeigt und zu einer Geldstrafe verurteilt“

Das Sammeln von Pfandflaschen ist nicht verboten, aber die Deutsche Bahn hat es in ihren Einrichtungen untersagt: Allerdings ist dieses Unternehmen im Staatsbesitz und was so die Zweifel am Willen der Umsetzung der sozialen Gerechtigkeit hervorruft. Vorallem, weil die Rentner für ihre finanzielle Situation wenig können.

Die gesetzliche Rentenversicherung aus Perspektive eines normalen Finanzproduktes gesehen

Dennoch könnte man die gesetzliche Rentenversicherung aus einer ganz anderen Perspektive sehen: Denn für das soziale Existenzminimum sind in erster Linie die verschiedenen Sozialämter und weniger die gesetzliche Rentenversicherung zuständig. Immerhin wird lautstark verkündet: Dass die Rentenversicherungsbeiträge – nach offizieller Lesart – keine Steuer seien: Sicherlich kann sich darüber jeder seine eigene Meinung bilden. – Aber die Versicherungs- und Geldanlagenangelegenheiten würden eigentlich im Zuständigkeitsbereich der Bafin liegen und die schweigt sich zum Thema eigentlich komplett aus. Zumindest wird die Behörde an anderer Stelle sehr deutlich.

„Bafin warnt vor Krypto-Tipps in sozialen Netzwerken“

>>Golem<<

„Bafin warnt vor Krypto-Tipps in sozialen Netzwerken – Tippgeber haben oft nicht viel Ahnung „Influencer, die sich zu Finanzprodukten äußern, kennen sich häufig selbst nicht wirklich gut genug damit aus“, erläuterte der Bafin-Exekutivdirektor.

„Sie suggerieren aber ihren Followern das Gegenteil und setzen auch auf deren Angst, möglicherweise einen Trend zu verpassen.“ Häufig legten sie auch nicht offen, dass sie selbst von den Käufen ihrer Follower profitierten. „Hinzu kommt, dass die sozialen Medien auch von Betrügern genutzt werden, um Falschinformationen zu verbreiten.“

Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht setzen Privatanleger inzwischen zunehmend auf Tipps in sozialen Medien.“

Mit allgemeinen „Küchentischweisheiten“ sich als Oberlehrer aufspielen

Die ganzen Warnungen könnte man auch als allgemeine „Küchentischweisheiten“ abtun. Zumal diese „Erkenntnisse“ sich nicht nur auf Kryptowährungen, sondern faktisch auf jedes Finanzprodukt – Einschließlich der Währung Euro – zutreffen würden. Bei einer echten Warnung müsste eine konkrete Falschinformation und der finanzielle Betrug als solche – konkret – benannt werden. Doch an dieser Stelle tut sich die Behörde häufig mit Schweigen hervor. Nichtsdestotrotz sind Betrugsmaschen nachgewiesen worden, die bekannteste und langlebigste dürfte das Schneeballsystem oder der Ponzi-Trick sein.

„Mehr Einzahler – mehr in der Kasse“ – „Ein Schneeballsystem benötigt ein exponentielles Wachstum“

>>Erschaffe deine Welt – mit fremdem Geld von Hagen Ernst (Buch) <<

„Es müssen keine weiteren Personen von den anderen angeworben werden, da die Interaktion direkt mit dem Begründer des Betrugssystems, also Dir, erfolgt. Im Schneeballsystem ist meist jedem Teilnehmer bekannt, woher sein Geld kommt, während hier die Geldquelle verschleiert wird. Ein Schneeballsystem benötigt ein exponentielles Wachstum, um stabil zu bleiben, und bricht daher im Vergleich deutlich schneller zusammen. Der Ponzi-Trick, die Fachwelt redet zumeist vom „Ponzi scheme“, wurde entwickelt von Charles Ponzi, einem US-Einwanderer. Er schaffte es, der Legende nach, aus einem Anfangskapital von 2,50 Dollar (1903), bei der Einreise, einige Millionen Dollar bis zum Jahre 1920 zu erwirtschaften. Vom Tellerwäscher zum Multimillionär. Etwa 15 Millionen Dollar ergaunerte sich Ponzi von 40.000 Kunden. Die Polizei konnte aber nur 1,5 Millionen US$ sicherstellen.“

Ponzi-Masche: „Interaktion direkt mit dem Begründer des Betrugssystems“

Im Prinzip ist die gesetzliche Rentenversicherung wie die Ponzi-Masche aufgebaut und es tauchen die selben Probleme auf: „Die entscheidende Schlacht zur Stabilisierung der Rente findet am Arbeitsmarkt statt„, – „Mehr Einzahler – mehr in der Kasse“ – Diese Worte hätten auch vom Charles Ponzi stammen können. Nicht die Rentner, sondern die Rentenversicherung als Selbstzweck sollen durch „Mehr Einzahler – mehr in der Kasse“ gerettet werden. Auch sind an die Rentenversicherung echt gute Verdienstmöglichkeiten zu erreichen: So mancher Staatsbedienaster bekommt ein üppiges Gehalt überwiesen und kann es im Laufe seiner Dienstzeit durchaus zum Multimillionär bringen. Eigentlich würde dieser Fall – wie ein maßgeschneiderter Anzug – in die Zuständigkeit der Bafin passen.