Landwirtschaft im Zangengriff: Explodierende Produktionskosten und unfaire Praktiken der Lebensmittelketten

Screenshot vimeo.com

Viele Landwirte sind in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite treiben steigende Futtermittel und Energiepreise die Produktionskosten in die Höhe. Auf der anderen Seite drücken große Handelsketten – als Abnehmer – die Preise der landwirtschaftlichen Produkte. Zu allen Überfluss: Nimmt die Bürokratie im Form von immer neuen Vorschriften und Auflagen, ungekannte Dimensionen an.

>>Agrarheute.com<<

„Die steigenden Energiekosten treiben die Kosten die Herstellung und den Einkauf der wichtigsten Betriebsmittel nach oben. In der Folge steigen auch die Kosten für die landwirtschaftliche Produktion sehr kräftig. … Die hohen Erdöl und Erdgaspreise schlagen sich über die steigenden Produktions- und Herstellungskosten bereits in den Preisen für viele Betriebsmittel nieder. Schon in den ersten Monaten des Jahres sind die Betriebsmittelpreise kräftig gestiegen und befanden sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes im Juli auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren (!). Und die Energiepreisrallye hat danach erst richtig begonnen. … Kräftige Preiserhöhungen waren zudem auch schon für Saatgut zu verzeichnen. Dagegen war die Preiserhöhung für Düngemittel bis dahin noch relativ moderat und wird wohl erst im zweiten Halbjahr kräftig auf die Kosten durchlagen. Ebenfalls kräftig nach oben gingen die Kosten für Instandhaltung und Bauten (Investitionen) sowie für Maschinen und Fahrzeuge. Trotz des kräftigen Anstiegs bis zur Jahresmitte wird sich die Kostenexplosion vor dem Hintergrund der steigenden Energiepreise wohl bis zum Jahresende fortsetzten.“

 

>>Topagrar.com<<

„Unfaire Handelspraktiken in der Lebensmittelkette gehen vor allem zulasten der landwirtschaftlichen Produzenten. Dies geht aus dem vom italienischen Europaabgeordneten Paolo De Castro erarbeiteten Bericht über die Geschäftsbeziehungen unter Landwirten, Zwischenhandel und Discountern hervor. Vom Endverbraucherpreis von landwirtschaftlichen Produkten bleiben dem Bauern demnach nur 23 Prozent. 53 Prozent der Gewinne hingegen streicht der Handel ein. “Es ist ein Skandal, dass vom Grillsteakpreis im Supermarkt nur 20 Prozent der Erlöse beim Tierhalter bleiben”, geißelt Copa-Cogeca Generalsekretär Pekka Pesonen die unfairen Handelspraktiken zwischen Europas Landwirten, dem Handel, Supermärkten und Discountern.“

 

>>Deutscher Bauernverband<<

„In der HFFA-Studie werden unter „Mehrkosten“ sowohl Steigerungen von Produktionskosten als auch Minderungen von Erlösen erfasst, und zwar vor allem bei Produktionsstandards mit Umweltbezug. Berechnet werden konnten die folgenden EU-Standards und Auflagen: EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), neue Düngeverordnung, EU-Regeln über das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln, spezifische Standards und Auflagen in der Tierhaltung, Bürokratie und Cross Compliance im Rahmen der GAP, Greening der EU-Direktzahlungen sowie die anstehende Novelle der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft. Nicht erfasst sind dagegen Standards und Auflagen, deren Kosten sich nur schwer oder gar nicht erfassen lassen. Unterschiedliche Sozialstandards blieben in der Studie unberücksichtigt.“

 

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