„Ganze Landstiche aufgeben“ – „Wegzugprämien“ – „Den Leuten offen zu sagen, wie sich die Lage entwickeln wird“

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Lausitz – Wer einmal Fortgezogen sei: Derjenige kommt oftmals auch nicht wieder zurück. – Jene Weisheit hat sich nur allzu oft bewahrheitet. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung setzte eine – bis dahin unbekannte – Abwanderungswelle ein, die unverändert bis in die Gegenwart anhält. Schätzungen gehen davon aus: Das Millionen von Menschen den Osten für immer verlassen haben. Davon war besonders die Lausitz betroffen.

Kohleausstieg: Eine zweite Abwanderungswelle vor der Tür

Durch den angedachten Kohleausstieg steht nun eine zweite Abwanderungswelle vor der Tür: Offiziell wird zwar immer noch ein wirtschaftliches „Wunder“ herbei geschworen: Aber sobald der Vorhang fällt: Dann wird Tacheles geredet. Im Gespräch sind Wegzugsprämien oder sogar ganze Regionen einfach aufzugeben. Tatsächlich ist die Idee: Wegzugsprämien zu zahlen bereits ein alter Hut.

Nachwendezeit: „Wegzugsprämien von 5000 Mark bar auf die Hand“

>>Märkische Allgemeine Zeitung<<

„Ein Anreiz waren Jobs, bessere Verdienstmöglichkeiten oder auch die Liebe. Anfangs gab es sogar noch Wegzugsprämien von 5000 Mark bar auf die Hand für jeden, der sein Glück anderswo suchte.“

Warum durch die Hartz-IV-Regeln die einstigen Wegzugsprämien überflüssig geworden seien?

Alleine die gezahlten Wegzugsprämien von 5000 Mark in der Nachwendezeit sind regelrecht selbsterklärend. An die vermeintlich „Blühenden Landschaften“ hat damals vermutlich nicht mal derjenige geglaubt, der die politische Losung ausgegeben hat. Neben besseren Verdienstmöglichkeiten haben die Betroffenen häufig auch gar keine andere Wahl: Die strikten Hartz-IV-Regeln zwingen viele zum – behördlich verordneten Umzug – hin: Anders als in der Nachwendezeit darf niemand mehr eine „zumutbare Arbeitverweigern und was als „Zumutbar“ gilt: Das legt ganz alleine die Behörde fest.

„Lausitzer Beschäftigte nach dem Kohleausstieg Wegzugsprämien erhalten“

>>Lausitzer Rundschau<<

„Forscher schlagen vor, dass Lausitzer Beschäftigte nach dem Kohleausstieg Wegzugsprämien erhalten.“

Kann der Staat nachhaltige wirtschaftliche Strukturen schaffen?

Eigentlich sind – heutzutage – auch keine Wegzugsprämien mehr nötig: Das Legen die Hartz-IV-Gesetze von ganz alleine fest. Obwohl schon tausende Menschen ihre Arbeit verloren haben: Fehlen bis heute noch immer greifbare Konzepte wie neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Allgemein ist es aber schon fraglich: Ob der Staat überhaupt nachhaltige wirtschaftliche Strukturen schaffen kann? – Trotz aller behördlichen Verlautbarungen und Milliarden an Steuergeldern: Der Beweis ist bis heute ausgeblieben.

„Staat selten gelingt – Die Entstehung neuer Arbeitsplätze effizient zu fördern“ 

>>Oliver Holtemöller<<

„Die Vergangenheit zeigt, dass es dem Staat selten gelingt, die Entstehung neuer Arbeitsplätze effizient zu fördern. Schauen Sie sich zum Beispiel die Solarindustrie in Sachsen-Anhalt an: Hier sind viele Subventionen verpufft. Wenn der Staat subventioniert, sind die Unternehmen oft nur so lange vor Ort, wie das staatliche Geld fließt. Es ist aus ökonomischer Perspektive besser, die Menschen individuell zu fördern, sie zu qualifizieren und mobil zu machen, etwa durch Umzugsbeihilfen.“

„Unternehmen oft nur so lange vor Ort – Wie das staatliche Geld fließt“

Unternehmen oft nur so lange vor Ort, wie das staatliche Geld fließt“ – Es dürfte wohl die Schlüsselaussage sein. Parallele Entwicklungen sind auch bei Windkraftanlagen zu beobachten: Sobald das Fördergeld – in Form der Einspeisevergütung – nicht mehr fließt: Dann müssen die Anlagen – als nicht mehr wirtschaftlich Tragfähig – abgebaut werden. Zwar lassen sich mit staatlichen Fördergeldern lichterloh-brennende wirtschaftliche Strohfeuer entfachen, aber keine nachhaltigen Strukturen erschaffen. So ist es auch nicht verwunderlich: Wenn bereits laut darüber nachgedacht wird: Ganze Landstriche einfach aufzugeben.

„Ludwig plädiert dafür, den Leuten offen zu sagen, wie sich die Lage entwickeln wird“

>>Berliner Zeitung<<

„Wir können doch nicht einfach ganze Landstiche aufgeben.“ – Verlassene Dörfer – Ludwig plädiert dafür, den Leuten offen zu sagen, wie sich die Lage entwickeln wird. „Wie viele Ärzte und Schulen gibt es? Welche Busse? Welche Dienstleistungen? Wer das weiß, kann entscheiden, ob er bleibt oder in eine bestimmte Region zieht.“

„Kann entscheiden, ob er bleibt oder in eine bestimmte Region zieht“

>>top agrar<<

„Das Leibniz-Institut hat empfohlen, ländliche Räume in Ostdeutschland aufzugeben, statt weiter Geld zu investieren.“

„Ländliche Räume in Ostdeutschland aufzugeben“ 

Schon heute fährt der Öffentliche-Nahverkehr kleine Dörfer nur noch sporadisch an. Ländliche Regionen leiden unter Ärztemangel und überall fehlt das Geld: Sogar Landkreise müssen Haushaltssperren verhängen, weil die Kassen leer sind.

 

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