Warum die Berichterstattung unkritisch und gleichförmig ist

Screenshot greatwhitehut.com

Zu guter journalistischer Arbeit gehört es eine gewisse Distanz aufzubauen, um kritische Herangehensweise überhaupt zu ermöglichen. Die Menschen erkennen in der heutigen Zeit sehr wohl, welche Berichterstattung vertrauenswürdig ist und wo Artikel von eingebetteten Pressevertretern zu finden sind.

>>Staatsfernsehen: “Tagesschau”<<

“Auf dem Festakt im Umspannwerk Berlin-Kreuzberg, wo der BND heute Mittag gewürdigt werden soll, dürfte es der Bundeskanzlerin dennoch nicht schwer fallen zu erklären, warum Deutschland einen Auslandsnachrichtendienst braucht: der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine, der Krieg in Syrien, die Entwicklung in der Türkei, die weltweiten Migrationsströme, die internationale organisierte Kriminalität und – ganz oben auf der Liste – die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus – es gibt viel zu tun für Deutschlands Spione.”

 

>>Bundesnachrichtendienst<<

“Am 28. November fand in der Alten Generatorenhalle des Umspannwerks in Berlin-Kreuzberg der offizielle Festakt zum Jubiläum “60 Jahre BND” statt. Dieser war Abschluss und Höhepunkt der vielfältigen nach innen und außen gerichteten Aktivitäten zum Jubiläumsjahr.  Nach einer Begrüßung durch Präsident Dr. Kahl hielt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, MdB die Festrede. Die Bundeskanzlerin hob dabei unter anderem die unverzichtbare Rolle des BND in der deutschen Sicherheitsarchitektur hervor und betonte die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit, um die zahlreichen Herausforderungen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik bewältigen zu können. “

Der eine Text stammt von der Behörde Bundesnachrichtendienst und der andere von dem Staatsfernsehen “Tagesschau” . Die Passagen könnten auch ausgetauscht werden und Außenstehende würde dieser Umstand erst nach einer Überprüfung auffallen. Die Gleichförmigkeit ist zweifellos bemerkenswert. Irgendeine Jubiläumsfeier oder “Festakt” einer Behörde dürfte gemessen an der Relevanz nahe der Schwelle der Bedeutungslosigkeit einzuordnen sein und Gewiss keinem Grund darstellen Gebührengelder dafür auszugeben – um sozusagen “Exklusiv” darüber zu berichten. Hinzu kommt die offensichtlich gezielt gesuchte physische Nähe der Vertreter des Staatsfernsehens, was journalistische Distanz von vornherein ausschließt. Die reale Wirklichkeit kommt bei dem Staatsfernehen  – manchmal nicht mal das – bestenfalls am Rande vor.

>>EXPRESS<<

“Eine arme Flaschensammlerin vor Gericht zerren, weil sie eine im Müll gefundene Opernkarte verkaufte – was soll das?  Im Internet ist ein Shitstorm gegen die Staatsanwaltschaft entbrannt. Sie hatte die bedürftige Rheinländerin nicht nur wegen Unterschlagung angeklagt – sondern auch Berufung gegen den ergangenen Freispruch eingelegt.”

Screenshot express.de

Screenshot express.de

Nach unseren Recherchen hat es die bedürftige Flaschensammlerin bisher noch nicht ins Staatsfernsehen geschafft. Der Fall stellt durchaus einem beachtenswerten Skandal – einer unter vielen – und dies in doppelter Hinsicht da. Aber möglicherweise leiden die Beamten beim Staatsrundfunk lediglich unter Arbeitsbelastung, denn die Jubiläumsfeier des Bundesnachrichtendienst fällt zeitlich mit einer Auslandsreise des Bundespräsidenten äußerst unglücklich zusammen.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

“Von Bedeutung war Gaucks Visite durchaus, also dürfte der Grund für die Zurückhaltung woanders liegen: Fast 1900 Euro für Mitflug und Hotel kostete die Reise nach der Vorabschätzung, hinzu kommen Zugtickets, Spesen und nicht zuletzt der fünftägige Arbeitsausfall des Redakteurs in der Heimatredaktion. … Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat diese Sorgen nicht. In Tokio schien es, als ob die deutschen Anstalten es mit den japanischen Medien aufnehmen wollten. Diese treten gern in Rudelstärke auf. Den Bundespräsidenten begleiteten, der Reihe nach: zwei Radioredakteure aus dem Hauptstadtstudio der ARD, vom WDR und von einer Gemeinschaftsredaktion kleinerer ARD-Sender. Eine Radioredakteurin vom Deutschlandfunk. Ein Hauptstadtkorrespondent der Deutschen Welle. Ein Fernsehkorrespondent aus dem ARD-Hauptstadtstudio mit Kameramann, um ein Porträt über den scheidenden Bundespräsidenten zu drehen. Ein Fernsehteam für das ZDF, um ein Porträt über den scheidenden Bundespräsidenten zu drehen. Das Fernsehkorrespondententeam der ARD vor Ort, das den Gauck-Besuch mitdreht. Fehlt noch jemand? Ach ja, der lokale Radiokorrespondent der ARD in Tokio. Er aber hatte nichts zu tun. Es waren ja zwei Radioredakteure aus Berlin angereist.”

Danneben gibt es noch die >>Deutsche Welle<< welche direkt vom Finanzministerium bezahlt wird – was aber ein anderes Thema ist.

>>Meedia<<

“Alexander Becker (Name, Anmerkung der Redaktion): Wäre der bundesdeutsche Wahlkampf, der jetzt nun ja bald startet, mit der sich abzeichnenden massiven AfD-Debatte, nicht eine große Chance für die Weltwoche den Sprung nach Deutschland zu wagen?

Roger Köppel (Name, Anmerkung der Redaktion): Ich mag Deutschland und die Deutschen, die von ihren eigenen Medien immer wieder zu Unrecht heruntergemacht werden. Es gibt in Deutschland ein verfilztes Medien- und Polit-Establishment, das den Bezug zur Wirklichkeit verloren hat, wie auch die illegale Völkerwanderung des letzten Jahres zeigte. Als bekennender Schweizer verfolge ich aber einen konsequent nicht-imperialistischen Ansatz. Ich glaube nicht, dass die Deutschen auf einen Schweizer gewartet haben, der über ihr faszinierendes und schönes Land berichtet!”

 

>>Focus<<

“Solange die Eliten Andersdenkende als dumm oder noch schlimmeres und sozial Schlechtergestellte als faul bezeichnen und sich parallel völlig realitätsfern zumeist auf dem Parkett schicker Hotels und Wohngegenden, exklusiver Events und Businessclubs, hipper Bars und Nobelrestaurants oder auf Golf- beziehungsweise Tennisplätzen bewegen, werden sie auch zukünftig von den kommenden demokratischen Wahlen in der westlichen Welt „überrascht“ werden.”

Vermutlich dürfte es wenig überraschend sein, das Bundeskanzlerin Merkel zwar als Spitzkandidatin der CDU antritt, aber dieses Amt nicht nochmal bekleiden wird. Es kristallisiert sich bereits gegenwärtig heraus, das einige Spitzenpolitiker – weil sie die Zeichen der Zeit fehldeuten oder ignorieren – aussortiert und nach 2017 bestenfalls noch eine untergeordnete Rolle spielen werden.

 

 

 

 

 

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