Wie enttarnt man Agenten

Screenshot wnet.fm

Die Publikation >>The Times of Israel<< beschäftigt sich ganz offen mit der Frage, was weibliche Agenten tun dürfen und was offenkundig nicht. Darüber hinaus existiert auch eine Fernsehserie “Mossad 101” welche die Ausbildung des gleichnamigen realen Geheimdienst Mossads zum Thema hat. Der Umgang mit der Agententhematik in Israel ist wesentlich unverkrampfter als hierzulande.

>>Amazon.com<<

“Mein Name ist Richard Gutjahr, ich bin Journalist, u.a. für die ARD. Meiner Familie und mir ist in dem Buch fast ein komplettes Kapitel gewidmet. Als der Autor vor einem halben Jahr über mich gebloggt hatte, uns im Nachgang zum LKW-Anschlag in Nizza und dem Amoklauf in München in die Nähe der Geheimdienste und Terroristen rückte, habe ich das noch als spontane Kurzschlussreaktion abgetan. Aber dass er jetzt auch noch ein Buch daraus macht, ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Der handwerkliche Trick, mit dem Wisnewski arbeitet, ist so simpel wie perfide: Wann immer der Autor eine seiner steilen Thesen nicht belegen kann, kleidet er sie in eine Frage. Beispiel: Gerhard Wisnewski würde niemals seine Frau schlagen, würde er? Damit schützt er sich juristisch vor etwaigen Verleumdungsklagen der Betroffenen, die sich nicht wehren können. Er entledigt sich aber vor allem der zeitraubenden Arbeit, seine Spekulationen auch belegen zu müssen. Dass er das auf dem Rücken von mir und meiner Familie tut, die gerade Zeuge eines blutrünstigen Terroranschlags geworden sind, ist schlimm genug. Was mich an dieser Form von Enthüllungsjournalismus am meisten entsetzt: Mit dieser Pseudo-Aufklärung verhöhnt er indirekt auch alle Terror-Opfer und deren Angehörige, indem er sie als Aufhänger für seine üblen Verschwörungstheorien missbraucht. Man will ja schließlich ein Buch verkaufen. In einem Punkt möchte ich Autor und Verlag ausdrücklich zustimmen: Ein Buch, das Sie nicht lesen, vielleicht gar nicht erst kaufen sollten.”

Die Webseite und Twitterseite von Richard Gutjahr erwecken in erster Linie den Eindruck, dass der Herr am liebsten über sich selbst berichtet und das überwiegend in positiven Licht. Bei den LKW-Anschlag in Nizza war der Reporter nicht nur Vorort, sondern konnte den verübten Anschlag seiner Zeit auch noch filmen. Zu bedenken ist: Nizza ist eine Stadt mit über eine viertel Million Einwohner und erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer. Ähnliches gilt für den Amoklauf in München, wobei die Hauptstadt Bayerns nochmal um ein vielfaches an Einwohnerzahl und Fläche der südfranzösischen Stadt übersteigt. Deswegen fällt es im Allgemeinen ein bisschen schwer: An Gutjahrs Menetekel zu glauben.

>>Dr. Einat Wilf<<

“From the United Nations to the media, and from academia to international NGOs, the attacks on Israel’s legitimacy as the nation-state of the Jewish people are growing. To win this war of words, Israel’s defenders must be able to clearly explain the ideas and circumstances that led to the creation of modern Israel and underpin its existence today.”

Auch die Tätigkeit seiner Frau, Dr. Einat Wilf die sich öffentlichkeitswirksam für den Staat Israel einsetzt und gleichzeitig eine ehemalige Knessetabgeordnete ist: Diese Vita trägt mitnichten dazu bei, eine Geheimdiensttätigkeit zu leugnen. Zu berücksichtigen ist: Die Hauptsorge des Staates Israels sind vorwiegend islamische geprägte Menschen und zwar genau solche: Welche auch die Attentate in Nizza und München verübten. Mit einer vergleichbaren Problematik schlägt sich der jüdische Staat im Nahen Osten praktisch seit seiner Gründung herum. Im Grunde genommen ist es zwar durchaus möglich, auf diese Weise eine stichhaltige Indizienkette zusammenzutragen und auf jenen Weg eine Beweisführung durchzuführen, jedoch spielen bei solchen juristischen Angelegenheiten auch immer die gegenwärtig verfolgten Interessen von Staaten eine gewichtige Rolle.

>>verheimlicht – vertuscht – vergessen 2017<<

“Die Polizisten seien »sehr, sehr nervös« gewesen, berichtete Gutjahr dem TV-Sender BR24. Das könne er sagen, weil er schon mehrere solcher Einsätze erlebt habe. Wie bitte? Warten Sie mal: Gutjahr … Gutjahr – stimmt! Den Mann kennen wir doch: Nur acht Tage zuvor stand er auf seinem Hotelbalkon in Nizza, als plötzlich der weiße Attentäter-Lkw an ihm vorbeifuhr, um auf der Promenade des Anglais reihenweise Menschen niederzuwalzen. Und nun, eine Woche später, geriet Gutjahr rein zufällig wieder mitten ins Geschehen, nämlich in das Attentat von München am 22. Juli 2016! Kaum zu glauben! An wen erinnert mich das bloß? Warten Sie noch mal – richtig: natürlich an die georgische Reporterin Ketevan Kardava, der auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem am 22. März 2016 die Bomben um die Ohren flogen, ohne dass ihr auch nur ein Haar gekrümmt wurde, und die anschließend die ersten Bilder vom Geschehen in alle Welt schickte! Sie erzählte auch, dass sie schon über mehrere Terrorattentate vor Ort berichtet hatte, zum Beispiel über das Massaker von Anders Breivik in Norwegen und über die Attentate in Paris vom vorausgegangenen November (2015). Junge, Junge – kann es wirklich sein, dass wir hier nicht nur eine Familie von immer denselben Krisendarstellern vor uns haben, sondern auch immer dieselben Krisenreporter, die rein zufällig vor Ort sind, wenn es knallt?”

Nun das Journalisten nicht ausschließlich für Medien, sondern bisweilen gleichzeitig für den Geheimdienst tätig sind, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein und in genau so einer Situation wäre es – eigentlich – angebracht nicht noch mehr Staub aufzuwirbeln. Unglücklicherweise steht diesem taktischen Schachzug, offensichtlich Richards G. geltungsbedürftiger Charakter im Weg. Weshalb – im Gegensatz zu seinen Ausführungen auf der Webseite Amazone – entschloss sich der Herr Gutjahr nun doch zu einer Klage.

 

 

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