Das „Blaue Wunder“ der Lausitz: „Aus sozialgeschichtlicher Sicht wichtig ist für die Lausitz“

Screenshot ostkohle.de Screenshot ostkohle.de

Mit Sprengstoff den Denkmalschutz umgehen? – Das mag reichlich Absurd klingen: Trotzdem ist es tatsächlich ernst gemeint. Das „Blaues Wunder“ der Lausitz wurde viele Jahre bewusst verfallen gelassen: Um es dann als vermeintliche „Sicherungsmaßnahmesprengen zu dürfen. Quasi, Denkmalschutz im Sinne der Taliban: Die Terroristen ließen einst die historischen Buddha-Statuen ebenfalls sprengen. – War der Verfall da ebenso zu weit fortgeschritten?

Sprengstoff – Das „Blaue Wunder“ der Lausitz: Denkmalschutz nach Taliban-Methode?

Schon seit der Außerbetriebnahme, wird immer wieder über seine Sprengung und Verschrottung diskutiert: Obwohl er unter Denkmalschutz steht und als beliebter Touristenmagnet gilt.

Das „Blaue Wunder“ der Lausitz: Mit Sprengstoff ein technisches Denkmal zerstören

>>Rottenplaces<<

„Die Aufgabe des Tagebaugroßgeräts bestand darin, den Abraum bis zu der Höhe abzutragen, den dann die im Tagebau eingesetzte Förderbrücke mit ihren Baggern bewältigen konnte. 2002 war das Arbeitsleben beendet.“

Der Bagger ist als technisches Denkmal geschützt

Der Bagger ist als technisches Denkmal geschützt. Denn vergleichbare Maschinen sind im Lausitzer Revier nicht vorhanden. Doch immer wieder werden Versuche unternommen dem Denkmalschutz zu unterlaufen und ihn – mehr oder weniger – heimlich zu sprengen.

Landesamt für Denkmalpflege: „Außer Dienst gestellten Bagger zu sprengen, habe man aus der Zeitung erfahren“

>>Lausitzer Woche<<

„Von der Absicht, den 2002 außer Dienst gestellten Bagger zu sprengen, habe man aus der Zeitung erfahren, hieß es auf Nachfrage aus dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und dem Archäologischen Landesmuseum in Wünsdorf. „Der Denkmalwert des Baggers ist schon seit etwa 2002/2003 erkannt worden. Seinerzeit ist man einfach davon ausgegangen, dass es nicht nötig sei, ihn auf die Denkmalliste zu setzen“, sagt Behörden-Sprecher Christof Krauskopf und erklärt, dass allein schon die Feststellung des Denkmalwertes bedeute, dass das Objekt dadurch geschützt ist.“

„Der Denkmalwert des Baggers ist schon seit etwa 2002/2003 erkannt worden“

Allerdings werden die Verantwortlichen dem Denkmalschutz kaum gerecht. Sicherlich nicht zu Unrecht sind Vorwürfe laut geworden: Einfach dem Bagger verfallen zu lassen, um ihn dann als vermeintliche „Sicherungsmaßnahme“ sprengen zu dürfen.

„Das Blaue Wunder am Lausitzring abzureißen – Schlägt große Wellen“

>>Lausitzer Rundschau<<

„Der Plan, das Blaue Wunder am Lausitzring abzureißen, schlägt große Wellen. Vorwürfe, die Eigentümer hätten den Verfall proviziert, weist die Gemeinde Schipkau zurück.“

Das „Blaue Wunder“ der Lausitz: „Eigentümer hätten den Verfall proviziert“

Allerdings schon ein flüchtiger Blick auf das Blaue Wunder ist Beweis genug: Die Gemeinde hat das technische Denkmal mit Absicht verfallen lassen, obwohl sein historischer Wert keine Zweifel offen lässt.

„Aus sozialgeschichtlicher Sicht wichtig ist für die Lausitz“

>>Prof. Dr. Thomas Drachenberg<<

„Es ist ein Gerät, das aus technischer Sicht, aus städtebaulicher Sicht, aus sozialgeschichtlicher Sicht wichtig ist für die Lausitz.“

Warum die Verantwortlichen den Denkmalschutz nicht gerecht werden

Um dennoch die Sprengstoff einsetzten zu können: Dazu ist der staatliche Rundfunk zur Hilfe geeilt und hat einen einseitig tendenziösen Bericht verfasst.

Tendenziös und Einseitig: Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk macht Stimmung gegen das technische Denkmal

>>Staatsfunk „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ <<

„Die Kommunen bleiben bei ihrer Forderung, dass der Bagger „beseitigt werden muss“, erklärt der Ordnungsamtschef. Deren Hauptargument sei, dass das Gerät nur für einen bestimmten Zeitraum konzipiert worden ist. Man sei nun mit den Denkmalbehörden in Kontakt.“

Krude Logik – Errichtet 1889 und Nutzungsdauer nur 20 Jahre: Muss der Eiffelturm von Paris auch gesprengt werden?

Die angeführten Argument sind alle bei den Haaren herbeigezogen. Der berühmte Eiffelturm von Paris sollte – ursprünglich – nach 20 Jahren wieder abgebaut werden: Demnach sollte der Turm bereits im Jahr 1909 verschwunden sein. Doch solche Stahlkonstruktionen können bei richtiger Pflege praktisch bis in alle Ewigkeit halten.

Stahlkonstruktionen können bei richtiger Pflege praktisch bis in alle Ewigkeit halten

Auch der Bagger 1473 besteht fast ausschließlich aus Metall und man könnte ihn auch als „liegenden Eiffelturmbezeichnen. Natürlich ließe sich der Bagger sanieren und ein Nutzungskonzept für Besucher erstellen. Beim Besucherbergwerk F60 hat es schließlich ebenso funktioniert.

„Besucherbergwerk F60 – In Lichterfeld steht ein Gigant der Technik“

>>Besucherbergwerk F60<<

„Besucherbergwerk F60 – In Lichterfeld steht ein Gigant der Technik: 502 Meter lang, 204 Meter breit, 80 Meter hoch und 11.000 Tonnen schwer, erzählt die ehemalige Abraumförderbrücke F60 von Geschichte und Gegenwart des Braunkohlenbergbaus in der Lausitz.“

„Erzählt die ehemalige Abraumförderbrücke F60 von Geschichte und Gegenwart des Braunkohlenbergbaus in der Lausitz“

Im übertragenen Sinn stellt die Förderbrücke F60 den größeren Bruder des „Blauen Wunders“ dar. Im Lausitzer Revier hat praktisch jeder in irgendeiner Form – ob direkt oder indirekt – mit der Braunkohle zu tun. Selbstverständlich rufen solche technischen Maschinen großes Interesse wach.

 

–W E R Β U Ν G–

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