Energiekrise – Welche verborgenen Kapazitäten das Lausitzer Revier noch zu bieten hat?

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Wir können mit unserem Bodenschatz rund um die Uhr alles geben, was wir haben. Und zugleich sind wir in der Lage, höchst flexibel auf andere Einspeisungen zu reagieren und dabei das Netz im Gleichgewicht zu halten … “ – So haben sich noch die Töne des Vorstandsvorsitzenden im Jahr 2012 angehört und nahezu alle gewichtigen Vertreter aus der Politik haben ihn zugestimmt.

Lausitzer Revier: „Wir können mit unserem Bodenschatz rund um die Uhr alles geben“

>>Niederlausitz Aktuell<<

„Der Vorstandsvorsitzende warb für mehr Vernunft und Realitätssinn in der öffentlichen energiepolitischen Diskussion. Wenn jede zehnte in Deutschland verbrauchte Kilowattstunde Strom derzeit aus der Lausitz komme, dann sei dies ein Beitrag für den Wohlstand des Landes. Dafür verdienten die Menschen im Lausitzer Revier Lob und keine Prügel. … in seiner Braunkohlensparte mehr als 8000 Mitarbeiter in Brandenburg und Sachsen. Nach Angaben des Instituts Prognos hängen weitere etwa 22.000 Arbeitsplätze direkt von der Lausitzer Braunkohle ab.“

„Braunkohlensparte mehr als 8000 Mitarbeiter“  – „Hängen weitere etwa 22.000 Arbeitsplätze direkt von der Lausitzer Braunkohle ab“

Da kommen in Summe also rund 30.000 Arbeitsplätze – in einer sehr Strukturschwachen Regionzusammen. Nicht mal die naheliegende Stadt Weißwasserinklusive Rentnern und Säuglingen – kann so viele Einwohner auffahren. Doch es geht nicht nur um das Lausitzer Revier, sondern der rote Faden ist lange noch nicht am Ende angekommen. Viele Unternehmen sind auf eine preiswerte und sichere Stromversorgung angewiesen.

„Kosten-Schock“ – Warum das Böhmisch Brauhaus schließen muss

>>Tag 24<<

„Das „Böhmisch Brauhaus“ hat in seiner rund 130-jährigen Geschichte Kriege und Krisen überstanden, doch der aktuelle Kosten-Schock bringt das Fass zum Überlaufen. „Wenn wir uns künftig auf der Grundlage der aktuellen Preise für Strom und Gas mit Energie versorgen müssten, würden uns die Mehrkosten in den sicheren Ruin treiben“, sagt Chef … „

Böhmisch Brauhaus: „Würden uns die Mehrkosten in den sicheren Ruin treiben“

Und nicht nur die Preise, sondern auch die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ist alles andere als sichergestellt. Vielleicht sollte man nochmal ein paar Worte des damaligen Vorsitzenden hinzufügen.

„Wir können mit unserem Bodenschatz rund um die Uhr alles geben“

>>Niederlausitz Aktuell (Vorstandsvorsitzende) <<

„Wir können mit unserem Bodenschatz rund um die Uhr alles geben, was wir haben. Und zugleich sind wir in der Lage, höchst flexibel auf andere Einspeisungen zu reagieren und dabei das Netz im Gleichgewicht zu halten … „

Lausitzer Revier: „Höchst flexibel auf andere Einspeisungen zu reagieren und dabei das Netz im Gleichgewicht zu halten“

“ … das Netz im Gleichgewicht zu halten“ – Dieser Halbsatz ist sicherlich zur damaligen Zeit – im Jahr 2012 – weitestgehend untergegangen. Doch die Zeiten haben sich – sprich Energiewende – gewandelt. Um die Stromnetze stabil zu halten: Es wird ganz offen mit Brownout gearbeitet.

„Stromabschaltung in Deutschland: So bereiten Sie sich auf den geplanten Ernstfall vor“

>>Chip<<

„Stromabschaltung in Deutschland: So bereiten Sie sich auf den geplanten Ernstfall vor … Eine geplante Stromabschaltung, ein brownout, kommt häufiger vor, als dies zunächst anmuten mag. Dabei sind entsprechende Abschaltungen in der Vergangenheit an verschiedenen Orten stets geräusch- und komplikationslos vonstatten gegangen, … „

„Brownout, kommt häufiger vor, als dies zunächst anmuten mag“

Vereinfacht: Bevor das komplette Stromnetz völlig kollabiert, wird ein Brownout initiiert. Dazu werden Teile des Stromnetzes abgeschaltet und so können schon mal ganze Städte im Dunkeln versinken. Genau genommen sitzen die Bewohner nicht nur in der Dunkelheit, sondern auch in der Kälte fest. Denn – fast – alle moderne Heizanlagen – inklusive Gas- und Ölheizungen – sind zusätzlich auf Strom angewiesen. Trotzdem gibt es Ausnahmen: Ein klassischer Ofen mit Kohlebefeuerung.

„Decken sich Ofenbesitzer mit Kohle ein“ – „Produktion von Rekord-Briketts in Schwarze Pumpe läuft auf Anschlag“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„In Zeiten des Gasmangels decken sich Ofenbesitzer mit Kohle ein, die Produktion von Rekord-Briketts in Schwarze Pumpe läuft auf Anschlag. … Wer noch einen Kachelofen hat, der deckt sich angesichts der drohenden Gasknappheit jetzt ordentlich mit Briketts ein.“

„Rekord-Briketts“ – „Wer noch einen Kachelofen hat“

Natürlich drängt sich mancher Stelle die Frage auf: Wie kommt man nun aus diesen Schlamassel – nur in Kontext der Lausitzer Braunkohle betrachtet – wieder heraus? Insbesondere bei der Brikettproduktion könnte – theoretisch – die Produktion wieder hochgefahren werden.

„Brikettfabrik und Werkssiedlung werden zum Symbol für die Geschichte von Aufschwung, Verlust und Hoffnung einer ganzen Region“

>>Lausitzer Seenland<<

„Die denkmalgeschützte Bausubstanz der Energiefabrik dient als imposante Kulisse auf dem Weg durch die Zeit. Brikettfabrik und Werkssiedlung werden zum Symbol für die Geschichte von Aufschwung, Verlust und Hoffnung einer ganzen Region.“

Museum Energiefabrik Knappenrode: Als dort noch Briketts hergestellt wurden

Die Energiefabrik Knappenrode hat bis Anfang der 1990er Jahre noch gearbeitet und nahezu alle Produktionsanlagen sind noch vorhanden. Und auch das Lausitzer Revier mit seiner Braunkohle ist noch lange nicht mit seinen Vorkommen am Ende angekommen.

Welche verborgenen Kapazitäten das Lausitzer Revier noch zu bieten hat?

Es könnte noch problemlos rund 200 Jahre dort Braunkohle abgebaut werden. Teilweise steht sogar vorhandene Technik in der Gegend nutzlos herum: Die Förderbrücke F60 und das „Blaue Wunder“ der Lausitz ein Spitzname, eigentlich ein Schaufelradbagger – könnten wieder ihren Betrieb aufnehmen.