Die wirtschaftlichen Perspektiven in der Lausitz

Screenshot emmaus-reisen.de

Es gibt eine ganze Reihe von statistischen Werten über Wirtschaftsdaten: Viele davon haben nur eine geringe Bedeutung – jedoch einige geben gute Hinweise auf dahinter liegende Probleme.

>>Focus<<

„Die Produktivität ist definiert als die Wertschöpfung einer Volkswirtschaft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Verhältnis zu den Erwerbstätigen. In den großen Industriestaaten wächst sie bereits seit Jahren immer langsamer. Das wiegt schwer, da die Produktivität die Grundlage unseres Wohlstands ist. Wenn ihr Wachstum abnimmt, bedeutet dies geringere Einkommenszuwächse für Arbeitnehmer und weniger Steuereinnahmen, mit denen der Staat seinen zahlreichen Verpflichtungen, ob Rentenzahlungen oder Schuldendienst, nachkommen kann.“

Die Produktivität ist im richtigen Kontext gesehen, ein verhältnismäßig aussagekräftiger Indikator – was die wirtschaftliche Entwicklung angeht. Die Gründe liegen in einer weitestgehenden verfehlten Wirtschaftspolitik.

>>Zeit<<

„Ist Deutschland also auf dem Weg, seine Billiglöhner in bessere Jobs zu bringen? IAQ-Direktor Bosch bleibt skeptisch. „Es fehlt der nächste Schritt“, sagt er. „Wenn wir den Niedriglohnsektor austrocknen wollen, dann muss die Tarifbindung steigen.“ Das bedeutet, dass Tarifverträge für eine ganze Branche gelten. Inzwischen sei es aber so, dass sie oft nicht mehr für allgemeinverbindlich erklärt würden – und das, obwohl Unternehmen häufig ausgebildete Arbeitskräfte beschäftigten. „Es heißt immer, Jobs mit niedriger Bezahlung bieten Einstiegschancen für gering qualifizierte Arbeitnehmer“, sagt Bosch. Seit zehn Jahren aber zeigten die Zahlen: „Niedriglöhner sind mit steigender Tendenz qualifiziert, 76 Prozent haben eine berufliche oder akademische Ausbildung.“ Der Mindestlohn sei schließlich nur eine Untergrenze, ein Lohn also, der den Lebensunterhalt für Alleinstehende garantiere – aber nicht mehr. „Wenn man in einer Großstadt wie München wohnt und dort auf die hohen Mieten zahlen muss, dann wird man trotz Mindestlohn schnell zum Aufstocker“, sagt Bosch.“

Über allem schwebt das unsichtbare Damoklesschwert Namens „Hartz IV“ – was bedeutet: Nach wenigen Monaten Arbeitslosengeld, folgt der soziale Abstieg ins Bodenlose.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Die Zahlen zeigen aus ihrer Sicht auch, dass die Sanktionsmöglichkeit der Willkür und der Rechtsunsicherheit Tür und Tor öffne. Die Linke fordere daher die sofortige Abschaffung der Sanktionen bei Hartz IV und eine sanktionsfreie Mindestsicherung von 1050 Euro. Dem Bericht zufolge wurde von 50.805 Widersprüchen 18.667 ganz oder teilweise stattgegeben. Auch fast 38 Prozent der 5485 Klagen gegen Sanktionen wurde mindestens teilweise stattgegeben.“

Unter diesem Bedingungen können Unternehmen für wenig Geld Arbeitnehmer einstellen, was unter anderen zur Folge hat: Das Investitionen in Maschinen und Industrieanlagen ausbleiben – womit auch die Produktivität sinkt.

>>Business Insider<<

„Produktivität ist ein Schüsselfaktor wirtschaftlichen Erfolgs. Der Wert bezeichnet das Verhältnis zwischen der Menge produzierter Güter und den dafür beim Produktionsprozess eingesetzten Mitteln. Je produktiver gearbeitet wird, desto besser für die Produzenten und die Wirtschaft eines Landes.“

Menschen die ein geringes Einkommen beziehen – können folglicherweise – keine nennenswerte Ausgaben tätigen, was im Umkehrschluss sich wiederum auf dem Umsatz von Unternehmen auswirkt: Die klassische Abwärtsspirale der Deflation.

>>Wirtschaftsregion Lausitz <<

„Die im Süden von Berlin angrenzende Wirtschafts- region Lausitz ist eine Kooperationsgemeinschaft der Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Görlitz und der kreisfreien Stadt Cottbus und bietet eine Mischung aus Tradition und Moderne. Sie verbindet in einzigartiger Weise Wirtschaft, Wissenschaft, Kulturlandschaft und Lebensqualität. Umringt von den Zentren Berlin, Poznań (Posen), Wrocław (Breslau), Dresden und Leipzig dient sie vielen Unternehmen als idealer Ausgangspunkt, Ideen zu entwickeln und unternehmerische Ziele zu verwirklichen.“

Ohne Frage ist es wichtig einheitliche wirtschaftliche Strukturen in der Lausitz zu schaffen und die örtlichen ökonomischen Strukturen nachhaltig zu fördern. Aber die dahinterliegenden Kernprobleme, werden kaum angegangen oder teilweise einfach ignoriert.

 

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