Lausitzer Mythen & Raubritter: „Geschichten und Sagen über die angeblichen Schätze“

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Die fiktive Figur des Indiana Jones ist eigentlich Archäologe, aber bei genauer Betrachtung stellt er sich eher als Schatzsucher heraus. Fast alle Handlungen drehen sich um wertvolle historische Artefakte herum. Sogar die erste Verfilmung hat den vielsagenden Titel bekommen: „Jäger des verlorenen Schatzes“ .

Indiana Jones: „Jäger des verlorenen Schatzes“

Fast alle Schätze des Indiana Jones sind in entlegenen Gegenden verborgen und müssen unter widrigen Bedingungen beschafft werden. Allerdings echte Schatzjäger – respektive wirkliche Indiana Jones – gibt es auch hierzulande. Besonders im Lausitzer Bergland sollen angeblich noch Schätze von ehemaligen Raubrittern verborgen sein. Der echte „Indy“ ist also durchaus in der Lausitz anzutreffen.

Indiana Jones: „Fiktive Hauptfigur aus der gleichnamigen Abenteuerfilmreihe“

>>Indianajones.de<<

„Indiana „Indy“ Jones (eigentlich Dr. Henry Walton Jones Jr.) ist die fiktive Hauptfigur aus der gleichnamigen Abenteuerfilmreihe. Die ersten drei Filme entstanden in den 1980er Jahren.“

Fiktive Figur des Indiana Jones: Mehr Schatzsucher als Archäologe

Die Hintergrundgeschichte der fiktiven Figur des Indiana Jones mutet schon recht weit hergeholt an. Trotzdem sind auch hierzulande echte Schatzjäger unterwegs und diese können mitunter echte Schätze bergen. Eine überaus ergiebige Quelle stellen die Hinterlassenschaften aus der Zeit der Raubritter dar.

Raubritter: Vom Niedergang des Ritterstandes

>>Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten, Martin Luther von Christian Nürnberger, Petra Gerster & Irmela Schautz (Buch) <<

„Da ist zum Beispiel der Reichsritter Franz von Sickingen, von Anfang an ein glühender Anhänger Luthers. Ihm gefällt dessen Angriff gegen den Papst, denn Sickingen hat selbst ein Problem mit Autoritäten. Aber vor allem hat er ein Problem mit dem Niedergang seines einst so stolzen Reichsritterstands. Ritter werden nicht mehr so gebraucht, seit mit Artillerie und Landsknechtsheeren erfolgreicher Krieg geführt wird. Der Niedergang schlägt sich direkt in den Finanzen der Ritter nieder und indirekt in sinkendem politischen Einfluss. Um dem Bedeutungsverlust entgegenzuwirken, wird Sickingen, zusammen mit anderen, ab dem Jahr 1515 zum Raubritter, nimmt Kaufleute als Geiseln, zündet Dörfer an, belagert Städte und baut sich mit der Beute eine Streitmacht auf, gegen die kaum ein Fürst zu kämpfen wagt.“

„Raubritter“ -„Nimmt Kaufleute als Geiseln, zündet Dörfer an, belagert Städte“

Schon vorm flächendeckenden Aufkommen von Feuerwaffen hat sich das Konzept der Ritter als überlebt erwiesen. Schon bei der Schlacht bei Liegnitz im Jahr 1241 konnten die schwerfälligen Ritter gegen die wendigen mongolischen Reiter mit ihren Bögen und Pfeile nicht viel ausrichten. Ihre Dienste waren somit weniger gefragt. Folglich wendeten sich die einst stolzen Ritter einer anderen Beschäftigung zu. Viele Orte sind noch heute als ehemalige Rückzugsgebiete von Raubrittern bekannt.

„1291 zerstören die Zittauer die Burg, die als Raubritternest gilt“

>> Burgenreich.de<<

„1291 zerstören die Zittauer die Burg, die als Raubritternest gilt.“

„Der Tolštejn (Tollenstein) ist die am besten erhaltene Burgruine des Lausitzer Gebirges“

>>Lausitzer und Zittauer Gebirge<<

„Der Tolštejn (Tollenstein) ist die am besten erhaltene Burgruine des Lausitzer Gebirges. Sie steht etwa 2 km südlich von Jiřetín pod Jedlovou (Sankt Georgental) auf einem steil aufragenden Phonolithstock (670 m), der eine charakteristische Dominante der ganzen Gegend darstellt. … Die Burg wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Wartenbergern zum Schutze der Pražská cesta (Prager Strasse), einer wichtigen Handelsstrasse, die das Innere Böhmen mit der Lausitz verband, errichtet. … Die erste historische Erwähnung der Burg stammt allerdings erst aus dem Jahre 1337, … da die Burgbesatzung Raubzüge in das Zittauer Land unternahm.“

„Tolštejn (Tollenstein)“ – „Einer wichtigen Handelsstrasse, die das Innere Böhmen mit der Lausitz verband“

Der Zerfallsprozess des Ritterstandes muss sich über einem längeren Zeitraum hingezogen haben. Die fiktive Romanfigur des Don Quijotes und sein legendärer Kampf gegen Windmühlen haben schon zur damaligen Zeit eine weltweite Bekanntheit erlangt. Denn der Verfall des Raubrittertums – die Grundlage des Romans – war keine Erfindung des Autors gewesen.

„Raubrittertum“ – „Das letzte, was der staatliche und gesellschaftliche Modernisierungsprozess vom Rittertum übriggelassen hatte“

>>Ritterburgen von Joachim Zeune (Buch) <<

„Das Raubrittertum war folglich keineswegs eine übliche Begleiterscheinung des Rittertums, sondern lediglich dessen Verfallssymptom – «… das letzte, was der staatliche und gesellschaftliche Modernisierungsprozess vom Rittertum übriggelassen hatte» (Ehlers). Das Raubritterwesen, deren Vertreter sich gern an reisenden Kaufleuten und Händlern bereicherten, bot den geschädigten Städten einen willkommenen Anlass, gegen Niederadelige und deren Burgen vorzugehen und diese zu eliminieren.“

„Das Raubritterwesen, deren Vertreter sich gern an reisenden Kaufleuten und Händlern bereicherten“

Tatsächlich stellt sich das Raubrittertum bei genauer Betrachtung als sehr komplexes Phänomen heraus. Nicht wenige Adelige waren entweder selbst Raubritter oder haben mit ihnen sympathisiert. Sofern Raubritter nicht ihrer eigentlichen „Beschäftigung“ nachgingen, dann waren sie häufig selbst auf der Flucht gewesen. Deshalb mussten ihre erbeuteten Schätze immer gut versteckt sein. Und genau diese Tatsache stellt noch heute die Grundlage für viele Schatzsucher her.

„Geschichten und Sagen über die angeblichen Schätze“

>>Schatzsucher, Sondengänger und Hobbyarchäologen von Walter Franke (Buch) <<

„Schon als Kind übten diese Burgen auf mich eine besondere Anziehungskraft aus und auch heute noch kann ich kaum an einer Burg vorbeifahren, ohne mir wenigstens einen Burgenführer zu kaufen. … Dabei stieß ich schon hin und wieder auf die Geschichten und Sagen über die angeblichen Schätze, die auf der einen oder anderen Burg gewesen sein sollen. Auf die vielen Reichtümer, die Raubritter auf ihren Raubzügen und Wegelagereien erbeutet haben. Ich machte mir Gedanken darüber, ob es diese Schätze noch gibt. Ich beschäftigte mich eingehender mit dieser Frage. Anfangs nur rein hypothetisch, denn wie sollte ich auch diese Schätze finden?“

„Auf die vielen Reichtümer, die Raubritter auf ihren Raubzügen und Wegelagereien erbeutet haben“

Die rechtlichen Aspekte dieses Themas sollen hier mal offen bleiben. Unbestritten sind viele Sondengänger mit ihren Metalldetektoren unterwegs und die Geräte sind mittlerweile recht erschwinglich geworden.