Fakten statt Fake News: Technik-Mythen entschleiert! (1)

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Jeder kennt die Mythen und Verschwörungstheorien bezüglich der modernen Technik. Beispielsweise, dass Geräte im Stand-by-Modus viel Strom verbrauchen oder das Aufladen von Handys im Bett ungefährlich sei etc. Nachfolgend räume ich mit Fakten gegen technische Fake News auf!

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Von Guido Grandt

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TV-Bildschirme machen die Augen kaputt!

WAHR: Besonders stark werden die Augen durch das Bildflimmern alter TV-Geräte mit Röhrenmonitoren belastet. Das hat sich jedoch durch die Flachbildschirme verbessert. Dennoch sollten Sie Ihren Fernsehkonsum nicht übertreiben. Denn das ständige Schauen im immer gleichen Abstand ist für die Augen anstrengend.

Andauernde Handybenutzung macht Kurzsichtig!

WAHR: Augenärzte warnen: Durch den häufigen Blick aufs Smartphone nimmt die Kurzsichtigkeit tatsächlich zu! Als Alternative sollten Sie öfter mal in die Ferne schauen.

Magneten machen Speicherkarten kaputt!

FALSCH: In Speicherkarten werden Daten nicht mithilfe magnetischer Felder gespeichert. Deshalb besteht auch keine Gefahr, dass diese durch einen Magneten gelöscht werden könnten. Anders verhält es sich bei Kreditkarten. Diese sind anfällig für Magnetfelder!

Beim Abziehen eines USB-Sticks können Daten unlesbar werden!

WAHR: Normalerweise passiert beim Herausziehen des USB-Sticks aus Ihrem Rechner nichts. Aber: Manche Computer schreiben die Daten „verzögert“ auf den Stick! Wenn Sie diesen Vorgang unterbrechen, könnten alle Daten auf dem USB-Stick unlesbar werden. Gehen Sie deshalb auf Nummer sicher. Klicken Sie den Menüpunkt „Sicher auswerfen“ an. Oder warten Sie einfach ab, bis die Stick-LED nicht mehr blinkt. Denn das ist der Datenübertragungsvorgang abgeschlossen.

Geräte im Stand-by-Modus verbrauchen viel Strom!

FALSCH: Eine EU-Richtlinie schreibt vor, dass alle seit 2013 hergestellte Elektrogeräte im Stand-by-Modus maximal nur 0,5 Watt verbrauchen dürfen. Praktisch alle Hersteller halten sich auch daran. Hängt also beispielsweise Ihr Fernseher rund um die Uhr an der Steckdose, kostet Sie das jährlich gerade mal 1,22 Euro (bei 28 Cent pro Kilowattstunde).

Ein Handy kann überladen werden!

FALSCH: Die Elektronik der heutigen auf dem Markt befindlichen Smartphones schaltet bei vollen Akku den Ladevorgang auf „Erhaltungsladung“ um. So kann es kein „Überladen“ geben. Im Gegensatz zu früher schadet auch häufiges Laden den Handy-Akkus nicht mehr. Wollen Sie den Akku dennoch schonen, dann laden Sie Ihr Smartphone erst bei 20 Prozent und trennen Sie es bei 80 Prozent vom Kabel.

Apps auf Ihrem Handy müssen Sie immer schließen!

FALSCH: Die geöffneten Apps auf Ihrem Handy können Sie durch das Drücken des „Home-Buttons“ einfrieren. Obwohl diese nicht geschlossen werden, verbrauchen sie keine Energie. Das jedenfalls behaupten Apple und Google. Wenn Sie so vorgehen und die Apps dann wieder starten, können Sie dort weitermachen, wo Sie aufgehört haben.

Filme schauen im Internet ist nicht illegal!

FALSCH: Wenn Sie einen Film kostenlos über dementsprechende Webseiten anschauen (z.B. kinox.to), dann verstoßen Sie gegen das Urheberrecht! Das urteilte der Europäische Gerichtshof bereits im April 2017. Sobald ein „Gratis-Film“ angeboten wird, sollten Sie hellhörig werden! Denn diese sind fast immer illegal. Beim Konsum machen Sie sich selbst strafbar.

Durch die Benutzung Ihres Handy- oder Tablet- Touchscreens kann ein Phantombild von Ihnen erstellt werden!

WAHR: Forscher der US-amerikanischen University of California in Sand Diego haben erschreckendes herausgefunden: Aufgrund der hinterlassenen Fingerspuren (chemischer Fingerabdruck) auf dem Touchscreen von Handys und Tablets konnten sie per Massenspektrometer eindeutig das Geschlecht des Nutzers bestimmen. Und auch, welche Kosmetik er benutzt, ob er sich die Haare färbt, welche Medikamente er benutzt, ob er Bier oder Wein trinkt und sogar, welche Sonnencreme er im Sommer benutzt. So konnten sie ein Persönlichkeitsprofil der Nutzer erstellen.

Möglich wurde das, weil durch alltägliche Handlungen wie Trinken, Essen etc. verschiedene Substanzen und Rückstände im Schweiß der Hände auf die Finger und somit auf den Touchscreen gelangen. Ebenso Hautpartikel und Fett- und Schmutzspuren. Experten sprechen dahingehend von „molekularen Lebensstil-Spuren“. In der Kriminologie können diese Spuren sogar herkömmliche DNA-Beweise und Fingerabdrücke ergänzen.

Im 2. Teil erfahren Sie weitere entschleierte Technik-Mythen, beispielsweise, ob das Internet weiß, ob Sie depressiv sind oder ob Ihr Handy bei jedem Download tatsächlich schwerer wird!

 

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