Wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit ausgehebelt wird

Screenshot vimeo.com

Vergewaltigungen, Körperverletzungen und Wohnungseinbrüche stellen schwere Straftat da, die es nach Maßstäben des gesunden Menschenverstandes zu verhindern gilt. Dazu müssten aber die Opfer, über effektive Verteilungsmöglichkeiten verfügen, jedoch dies ist Aufgrund der stringenten Waffengesetze de-facto unmöglich und die offiziellen Ratschläge der Polizei ergeben bei näherer Betrachtung ebenso wenig Sinn.

>>Polizeiliche Kriminalpräventionder Länder und des Bundes<<

„Vorsicht! Einbrecher wollen nicht entdeckt werden. Vermeiden Sie nach Möglichkeit jede Konfrontation. Stellen Sie sich dem Einbrecher keinesfalls in den Weg. Spielen Sie nicht den Helden, denn das könnte schlimm für Sie ausgehen. Falls die Möglichkeit besteht, verständigen Sie stattdessen sofort die Polizei und geben Sie ihr eine möglichst gute Beschreibung des Täters und seines eventuell eingesetzten Fluchtfahrzeugs.“

Der Staatsfunk „Mitteldeutscher Rundfunk“ hat den gleichen Text, mit exakt den selben Wortlaut veröffentlicht – ohne die notwendigen Kennzeichnungen oder Quellen ausreichend zu benennen.

>>Rheinische Post<<

„Am 31. Mai vergangenen Jahres wurde Robert Leyhausen in seinem Haus in Haan überfallen. Es ist ein schönes Haus in gut situierter Umgebung mit einem großen Garten. Leyhausen kam mit seinem Wagen gerade von einem Ausflug in die Stadt zurück. Eine Nachbarin hatte den alleinstehenden Pensionär begleitet. Doch sein Haus betrat er alleine. Nach einigen Schritten im Flur – „ich wollte gerade meine Jacke ausziehen“ – stülpten ihm Unbekannte einen Sack über den Kopf. „In wenigen Sekunden war ich verpackt wie eine Mumie.“ Zwei Männer waren es, das konnte Leyhausen erkennen. „Sie sagten immer nur, wo ist dein Geld, wo ist dein Scheiß-Geld.“ Sie nahmen das Portemonnaie, doch das reichte ihnen nicht. „Sie waren brutal, haben mich geschlagen und getreten.“ Sie stachen ihm ein Messer ins Bein, drohten, ihm die Finger abzuschneiden. „Doch ich konnte immer nur dasselbe sagen: Ich hatte kein weiteres Geld im Haus.“ Er bot ihnen an, etwas von der Bank zu holen. Doch darauf gingen die Männer nicht ein. Immer wieder verhörten sie ihn, durchsuchten das Haus, nahmen Uhren, goldene Manschettenknöpfe und Kameras an sich. Sie fesselten ihn im Keller mit Kabelbindern an einen Lehnstuhl. „Dabei waren sie ganz leise. Ich hörte nie, wo sie gerade waren.“ Am Ende haben die Männer sein Haus tatsächlich angezündet. … Doch nun ist nichts mehr, wie es einmal war. Noch viele Wochen nach der Tat wohnte er in einem Hotel, fühlte sich dort jedoch nicht wohl. Jetzt lebt er in einem kleinen Appartement. Seine Adresse will er nicht nennen. Weder an seiner Wohnungstüre, noch an seinem Briefkasten ist ein Name zu lesen. Denn dass ein Beschäftigter des städtischen Tiefbauamtes einer der Mittäter sein soll, hat sein Vertrauen zutiefst erschüttert. Wem soll man da noch glauben? „Ich bleibe lieber anonym“, sagt Leyhausen. … Dass sein Haus auch acht Monate nach dem Überfall noch so aussieht, liegt daran, dass die Versicherung nicht zahlt. „Ich habe Riesen-Schwierigkeiten“, erzählt er. Leyhausen hat sich zwischenzeitlich einen Anwalt genommen und schüttelt über die Argumente seiner Gebäudeversicherung ungläubig den Kopf. „Da geht es um ein paar Quadratmeter.“ Der Haaner fühlt sich im Stich gelassen. Nicht von allen. Nicht von den Nachbarn, die ihm in erster Not Kleidung und Übernachtung anboten. … Doch in seinem behaglichen Wohnzimmer, umgeben von philosophischer Literatur, glaubte er noch an Fairness, Recht und Ordnung. Jetzt schimpft er über Politiker und Versicherungen und ist am Ende doch nur eines: fassungslos.“

Nach den Schilderungen des Falls von Robert Leyhausen haben die Täter offensichtlich den Opfer in seiner Wohnung aufgelauert und dafür sogar Utensilien – wie Kabelbinder – mitgebracht. Demnach stellt es eine haltlose These der Polizei da: „Einbrecher wollen nicht entdeckt werden.

>>Stern<<

„Dem Polizeibericht zufolge wurde die Joggerin bei ihrer Laufrunde in Rosental, einer beliebten Parkanlage im Zentrum von Leipzig, von einem Mann, der zunächst hinter ihr lief, zu Boden gerissen. Der bislang unbekannte Täter soll die Frau geschlagen und ihr mehrfach heftig ins Gesicht getreten haben, sie dann auf eine Wiese gezerrt und sich dort an ihr vergangen haben. Danach ergriff er die Flucht. „Durch die massive Gewalteinwirkung erlitt die Joggerin so schwere Gesichtsverletzungen, dass sie in einer Leipziger Klinik notoperiert werden musste“, teilte die Polizei am Freitag mit. Das Opfer soll über 50 Jahre alt sein. Im Gespräch mit dem stern empfahl Polizeisprecher Uwe Voigt: „Wer alleine joggt, sollte seine Umgebung momentan verstärkt wahrnehmen, nach dem Überholen auch einen Blick zurückwerfen. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte zu zweit joggen gehen.“ Auf der Suche nach dem Täter bittet die Polizei um Hilfe aus der Bevölkerung.“

Abgesehen von den Ratschlägen des Polizeisprechers gibt die dazugehörige Webseite, zu solchen Vorfällen keine Verhaltenstipps heraus. Aber mal das theoretische Szenario der Polizei durchgespielt: Der Täter wird durch – verstärkte Aufmerksamkeit des Opfers – noch vor der Vergewaltigung wahrgenommen und die Frau sieht den Angriff kommen. Was soll sie denn in dieser Situation wirksames unternehmen? Die zumeist nämlichen Täter, sind den meisten Frauen körperlich unterlegen und effektive Verteidigungswaffen sind verboten. Etwas vergleichbares gilt für den ausgeraubten 83jährigen Robert Leyhausen. Nur durch einen glücklichen Zufall, haben die Einbrecher ihn in seiner Wohnung nicht verbrannt und er hat verletzt überlebt. Andere hatten bei einen vergleichbaren Fall weniger Glück. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit scheint bei den Behörden keinen allzu hohen Stellenwert zu haben.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up