Familienförderung: Wenn das Kind als Unfall gesehen wird

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Das eigene Kind als Unfall? So behandelt jedenfalls das Finanzamt Kinder. Eine intakte Familie wird – Seitens des Staates – finanziell wie ein Problemfall behandelt. Jenseits aller politischen Bekundungen: Die Familienförderung in den letzten Jahren auf das absolute Minimum heruntergefahren worden. Doch nicht alle leiden unter Geldsorgen.

>>Einspruch!: Wider die Willkür an deutschen Gerichten von Norbert Blüm (Buch) <<

„Das ganze Leben ist Wirtschaft, und alles dreht sich ums Geld. Ehe, Familie, Kinder werden vom Strudel der Verwirtschaftung erfasst. Kinder sind ein geldwerter Nachteil. Kluge Wissenschaftler haben ausgerechnet, was die »Aufzucht« eines Kindes kostet, und darauf die Höhe der Forderung nach dem Kindergeld errechnet. In dieser Vorstellung ist das Kind anscheinend eine Art Unfall, dessen Schaden der Staat ersetzen soll.“

Die Analyse von Norbert Blüm ist recht treffend: In der Tat ist die finanzielle Behandlung von Kindern sehr seltsam geregelt. Das Kindergeld ist – rein rechtlich betrachtet – in Wirklichkeit eine Steuervergütung. Dessen Aufgabe es ist, das Existenzminimum des Kindes steuerfrei zu stellen, wozu der Gesetzgeber von Grundgesetz her verpflichtet ist. Also Mitnichten eine finanzielle Geste des Staates. Ohnehin handelt es sich hierbei, um einen lächerlich geringen Betrag. Aber selbst dieses geringe Summe wird zu allen Überfluss noch auf die Hartz-IV-Regelsatz angerechnet, wovon auch Geringverdiener betroffen sind, die ihr karges Gehalt aufstocken müssen. Die Folge: Kinderarmut breitet sich zunehmend aus.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die unter der Armutsgefährdungsgrenze leben, stieg im vergangenen Jahr um 0,6 Punkte auf 20,3 Prozent. Das sind rund 2,7 Millionen Personen unter 18 Jahren. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.“

 

>>Huffington Post<<

„Meiner Mutter wurde das Recht und die Pflicht zur Pflege und Erziehung vollständig entzogen. Das Sorgerecht ging nun an einen staatlichen Vormund. Ihn habe ich nur einmal in meinem Leben zu Gesicht bekommen. Mein mir unbekannter Vormund veranlasste vor meiner Einschulung die Verlegung in ein Heim, in dem über 100 Kinder untergebracht waren. Warum ich das schreibe? Weil sich, seit ich als Kind in einem Heim war, wenig an den Zuständen geändert hat und jeder wissen sollte wie es dort zu geht. Heimerziehung ist nach wie vor ein lukratives Geschäft. Die Kinderheime verdienen horrende Summen mit der Unterbringung und Erziehung der Kinder. Ihr gesetzlicher Terminus: Hilfe zur Erziehung. Darunter fallen nun auch die Familienhilfe und der Betrieb von Jugendwohngemeinschaften. Trotz Familienhilfe, eingerichtet in der Hoffnung Heimerziehung zu reduzieren, sind Heimunterbringungen von 1991 bis 2013 von 52.000 auf 68.000 Kinder und Jugendliche angestiegen. Heute reden wir von circa 80.000 Kindern, die in Heimen leben. Warum? Sind die Verhältnisse in den Familien so viel schlimmer geworden als noch nach dem Krieg? Es gibt einen sehr plausiblen Grund für den überproportionalen Anstieg trotz ambulanter Familienhilfe. Heimkinder sind eine sichere Einkommensquelle. Die Kosten für den Staat liegen im Monat bei 3000 bis 6000 Euro pro Kind und in Einzelfällen sogar höher. Das Geld geht komplett an das Kinderheim. Wenn das Jugendamt eine Heimeinweisung anordnet, dann muss der Staat diesen Betrag für das Kind an das jeweilige Heim zahlen. 8,71 Milliarden Euro hat Deutschland im Jahr 2013 laut statistischem Bundesamt für die Fremderziehung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Familie ausgegeben. … Heimerziehung ist immer Fremderziehung. Die Kinder und Jugendlichen leben in einer Anstalt, in der sie weder Eigentum noch entsprechende Verfügungsgewalt über ihre Umwelt besitzen. Für die Pädagogen, die sie betreuen, ist das Heim lediglich der Arbeitsplatz. Im Wissen um den Unsinn von Heimerziehung stellt sich die Frage: Könnte man den Familien für die bis zu 6000 Euro, die der Staat pro Kind und Monat an das Heim zahlt, nicht auch den Familien direkt helfen? So, dass das Kind gar nicht erst ins Heim muss? Wenn wir wollen, dass ehemalige Heimkinder in der Mehrheit nicht in der Sozialhilfe, Psychiatrien und Gefängnissen landen, dann sollten wir uns echte Alternativen zur Heimerziehung einfallen lassen.“

Das heutzutage die leiblichen Eltern soviel schlecht geworden sein sollen, kann wohl als modernes Märchen abgetan werden. Rund um die Kinderheime hat sich eine regelrechte Fürsorgeindustrie etabliert, die mittlerweile Milliarden an Umsätze generiert. Diese ist ständig bestrebt neues verwertbares menschliches „Material“ zu beschaffen. Einerseits, wird die finanzielle Unterstützung der leiblichen Eltern, Seitens des Staates auf das absolute Minimum heruntergefahren. Anderseits, erhalten Kinderheime Zuwendungen, die ihres Gleichen suchen. So wie Norbert Blüm sagte: „Das Kind anscheinend eine Art Unfall

 

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