Tattoo auf eigener Haut: „Das muss jeder für sich entscheiden“

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Elisabeth von Österreich-Ungarn  oder besser bekannt als Legendäre „Sisi“ – Die berühmte und schöne Kaiserin wird teils noch heute als eine Art von realer „Märchenprinzessin“ verehrt. Etwas, was selbst Zeitgenossen des 19. Jahrhundert kaum wussten: Der Schönheitskult um die Kaiserin hatte eine Stelle an ihren Körper ausgelassen. Auf der linken Schulter trug sie einen Anker und diesem hat sie sich heimlich in einer Hafenkneipe stechen lassen. Alles nur eine unbedachte Jugendsünde? – Weit gefehlt: Erst mit 51 Jahren ist sie ins damalige „Tattoostudio“ gegangen. Heutzutage müssen Tattoostudios sich allerlei Vorschriften zurechtfinden: Der künstlerische, kulturelle und geschichtliche Aspekt wird dabei gerne ausgeblendet.

„Sisi“ – Auch die berühmte Kaiserin hatte sich heimlich ein Tattoo stechen lassen

>>Der tätowierte Leib von Gunhild Häusle-Paulmichl (Buch) <<

“ … „Genres der Tätowierung“ werden verschiedene Stile erläutert, die in der Szenelandschaft der Tätowierkunst bekannt sind. Dabei entwickeln sich diese Szenen stets weiter, bleiben nie statisch und werden zu variantenreichen Stilmixen. Inspiriert durch Kunst, reichern sie sich kulturhistorisch durch verschiedene, geschichtlich tradierte Einflüsse an. Bekannte Szenegenres sind nach geografischen Einflüssen: Japanisch, Asiatisch, Keltisch; Entsprechend der Motivwahl: Horror und Tod, Humor und Comics, Fantasy oder Portraits. Es wird auch zwischen Tradition und Moderne unterschieden: New- und Oldschool nennen sich die Stile. Tätowierte Kunst bildet sich in Biomechanik, Fauna und Flora, Lettering, dem Realistik-Stil oder in gegenwärtigen Kunst-Szenen ab.“

„Inspiriert durch Kunst, reichern sie sich kulturhistorisch durch verschiedene, geschichtlich tradierte Einflüsse an“

Die Kunst des Tätowierens reicht sehr weit in die Vergangenheit zurück. Selbst die prähistorische Eismumie „Ötzi“ weist 61 Tätowierungen auf und dieser stellte keine Ausnahme dar.

„Archäologen und Volkskundler herausgefunden“ – „Tätowierungen etwas kulturell absolut Fundamentales“

>>Wissenschaft.de<<

„Wie Archäologen und Volkskundler herausgefunden haben, sind Tätowierungen etwas kulturell absolut Fundamentales. Wahrscheinlich gab es sie schon in der Steinzeit: „ Forscher vermuten mittlerweile, dass sie parallel zum Sesshaftwerden des Menschen, vielleicht sogar noch früher mit der Entwicklung der darstellenden Kunst entstanden sind“, sagt … , Kulturanthropologe an der Universität Wien. Bis in die Neuzeit, ja bei manchen indigenen Völkern bis heute, spielten Tätowierungen eine bedeutende Rolle, oft eine lebenswichtige.“

„Ja bei manchen indigenen Völkern bis heute“ – „Spielten Tätowierungen eine bedeutende Rolle“

Beim Volk der Polynesier haben Tätowierungen quasi schon immer eine große Rolle gespielt. Auch die europäischen Kelten sind bis in die Gegenwart klassische Tattoo-Symbole bekannt. Für gewöhnlich wohnt bei jeden Symbol eine bestimmte Bedeutung inne. Doch nach hiesigen Gesetzen stellen Tattoos nur eine Form von Kosmetik dar und die Vorschriften hierzu werden immer strenger.

Farbenverbot: „Keine der gängigen Farben für bunte Tätowierungen mehr verwendet werden dürfen“

>>Süddeutsche Zeitung<<

„Diese Regeln sind so streng, dass bei ihrem Inkrafttreten so gut wie keine der gängigen Farben für bunte Tätowierungen mehr verwendet werden dürfen. „Die Tätowiererschaft kann ihre bisher verwendeten Farben dann in die Tonne kloppen“, … Dabei ist alles andere als klar, wie gesundheitsschädlich genau die einzelnen Tätowierfarben eigentlich sind.“

Farbenverbot: „Dabei ist alles andere als klar, wie gesundheitsschädlich genau die einzelnen Tätowierfarben eigentlich sind“

Zugleich kommt in diesem Kontext noch hinzu: Niemand wird ja zu einen Tattoo gezwungen. Sicherlich gehen die Meinungen über das Thema auseinander, trotzdem ist die Beliebtheit dieser Kunstform nicht zu übersehen.

„Kunst auf der Haut wird immer beliebter“

>>Alles-Lausitz.de<<

„Kunst auf der Haut wird immer beliebter – Dass die bunte Kunst der verzierten Haut nicht Jedermanns Sache ist, dem ist sich … bewusst, aber er bleibt gelassen: „Das muss jeder für sich entscheiden. Ich kann meine Kunden nur beraten. Ein Tattoo sollte kein Schnellschuss sein, sondern reiflich überlegt. … Seine Kreativität lebt der selber Vieltätowierte jeden Tag aus. „Es macht mir einfach Freude, wenn ich mit und für Kunden ein originelles und persönliches Motiv entwerfen kann. Die Zeiten, als alle Mädels das gleiche Ornament an derselben Körperstelle hatten, ist Gott sei Dank vorbei.“

Tattoo auf eigener Haut: „Das muss jeder für sich entscheiden“

Und die Kunstfreiheit ist per Grundgesetz geschützt, worunter insbesondere die künstlerische Freiheit beim Tätowieren fällt. Dies wird bei Verbotsdiskussionen gerne geflissentlich übersehen.