Lausitzer Revier: Wenn 3.000 Arbeitsplätze ersatzlos verloren gehen

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3.000 Arbeitsplätze sind durch die Abschaltung der beiden Kraftswerksblöcke ersatzlos weggefallen. Ersatzarbeitsplätze: Fehlanzeige. Die versprochenen „Blühenden Landschaften“ der Politik lösen sich in Windeseile in Luft auf. Die betroffenen Unternehmen und Menschen in der Lausitz  werden alleine gelassen. Dabei tut sich eine Kluft zwischen Arbeitern und ihren Gewerkschaftfunktionären, genauso zwischen Handwerksunternehmen und Handwerkskammern auf.

Der tiefe Graben zwischen Handwerkskammern und Handwerk

>>Saechsische.de<<

„Er beklagte, dass bei all den Gedankenspielen um den Strukturwandel der Mittelstand außen vor bleibt. Mit seiner Sorge steht er nicht alleine da, wie die Veranstaltung mit 36 Teilnehmern im Dorfgemeinschaftshaus Boxberg zeigte. … Die Kammer fordert, die ansässige Wirtschaft dahingehend zu ertüchtigen, „dass sie das, was wegfällt, idealerweise ganz oder wenigstens teilweise ersetzen kann“.

„Mittelstand außen vor bleibt“

Hintergrund: Viele Unternehmen in der Lausitz bekommen regelmäßig Aufträge von der Leag – bedeutet, sie stehen in einem Abhängigkeitsverhältnis. Mit dem Ende der Kohleverstromung: Stehen somit auch viele Arbeitsplätze von Subunternehmen auf dem Spiel. Folglich: Ohne Braunkohleförderung, keine Aufträge und somit auch keine Arbeitsplätze. Doch genau diese Unternehmen und Beschäftigten tauchen praktisch nirgendwo auf. Als wenn sie nicht Existieren würden. Wenn von Arbeitsplätzen im Lausitzer Revier gesprochen wird, dann sind fast immer nur die direkt Beschäftigen Leag-Mitarbeiter gemeint. Sämtliche indirekte Arbeitsplätze fallen meist hinten runter. Folglich: Eine offene Missachtung des Handwerks.

Kraftwerk Jänschwalde: 3.000 Arbeitsplätze weniger

>>Pro Lausitzer Braunkohle<<

„Zum 1. Oktober 2018 geht in der Lausitz der erste Kraftwerksblock in die Sicherheitsreserve. Beim Bergbautreibenden LEAG entfallen 600 gut bezahlte Jobs, bei den Dienstleistern im Umfeld schätzungsweise 900 Jobs – hier gehen aufgrund der Klimapolitik gerade 1.500 Industriearbeitsplätze ersatzlos verloren.“

Strukturwandel: Das Handwerk steht mit leeren Händen da.

Durch die Abschaltung eines weiteren Kraftwerksblocks in Jänschwalde fallen nochmal 600 gut bezahlte Arbeitsplätze weg. Hinzu kommen die indirekten Arbeitsplätze bei den Dienstleistern. Macht also in Summe rund 3.000 Arbeitsplätze.

3.000 Arbeitsplätze ersatzlos verloren: Plus massiver Kaufkraftverlust

>>Bundesministerium für Wirtschaft und Energie<<

„Wir lösen unser Versprechen ein. Der Kohleausstieg muss für die betroffenen Regionen zur Chance werden. Mit den Eckpunkten sorgt die Bundesregierung für Klarheit in den betroffenen Regionen und schafft langfristige Perspektiven mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen für die Menschen vor Ort.“

„Kohleausstieg muss für die betroffenen Regionen zur Chance werden“ – Wie von einen anderen Stern

Die Verlautbarungen aus Berlin klingen ein bisschen so, wie von einen anderen Planeten. Selbstverständlich stellt der Wegfall von 3.000 Arbeitsplätzen für eine ohnehin schon Strukturschwache Region ein erheblicher Einschnitt da.

„Jobsicherung ist den Arbeitern wichtiger als Klimarettung“

>>Cicero<<

„Während sich die IG Metall auf ihrem Kongress in Nürnberg selbst feiert und verbale Stärke demonstriert, brodelt es an der Basis. Jobsicherung ist den Arbeitern wichtiger als Klimarettung. Doch die Gewerkschaft scheut den notwendigen Kurswechsel „

Kammern und Gewerkschaften: Der tiefe Graben zwischen Vorstand und Basis

Die Bruchlinien zur Basis tun sich nicht nur bei der IG Metall auf. Viele Unternehmen vertreten zum Kohleausstieg eine anders lautende Meinung, als die sie – formal – vertretenden Kammern. In der Lausitz sind bereits 3.000 Arbeitsplätze weggefallen, ohne dass es hierfür adäquaten Ersatzarbeitsplätze gegeben hätte. Der damit einhergehende Kaufkraftverlust kommt selbst beim Bäcker oder Fleischer an. Viele Firmen stehen plötzlich ohne Aufträge da, weil ihnen die solvente Kundschaft wegbleibt. Kammern und Gewerkschaften: Von deren Aussagen können sich weder Firmen, noch Beschäftigte etwas kaufen.

 

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