Lagebericht: Die Deutsch-Russische Propagandafront

Screenshot hollywoodreporter.com

Der russische Auslandssender Russia Today hat die Mission, Moskaus Sicht der Dinge in alle Welt zu tragen. Er bietet europakritischen Politikern von ganz links und ganz rechts eine Bühne – Hauptsache die Interviewten sind Merkel- und europakritisch.“ So ist die Sichtweise von Correctiv auf den Deutschen Ableger von Russia Today. Seit dieser vor einigen Jahren sein Studio in Berlin die Pforten öffnete, sind die etablierten Medien regelrecht aus dem „Häuschen“ . Dabei tut RT Deutsch eigentlich auch nichts anderes, als das, was die Deutsche Welle in Russland tut: Die Sichtweise der deutschen Regierung in Russland zu verbreiten. Nichtsdestoweniger, unterhalten viele Staaten Auslandssender: Ein Programm, das gezielt auf die Deutsch sprechende Bevölkerung ausgerichtet ist. Allerdings, kein anderer Sender, hat eine vergleichbare Reichweite.

>>Deutsche Welle<<

„Ein Grund, warum viele Veranstaltungen der BPK (Bundespressekonferenz, Anmerkung der Redaktion) nur spärlich besucht werden: Sie werden in viele Redaktionen in Berlin live übertragen, die Journalisten schauen sich also von ihrem Schreibtisch aus an, was die Politiker sagen. Für die Arbeit ist das praktisch, für eine lebendige Gesprächskultur aber natürlich schlecht. Und vielen Journalisten stößt auch sauer auf, dass die BPK in der letzten Zeit von Kollegen des russischen Propagandasenders „RT Deutsch“ heimgesucht wird. Da werden dann die Regierungsvertreter und Politiker mit abstrusen Verschwörungstheorien konfrontiert und antworten mit versteinertem Gesicht.“

Die Bundespressekonferenz hat sicherlich nicht ganz zu Unrecht, einen schlechten Ruf. Die Regierungsvertreter beantworten nur sehr selten Fragen, sondern geben viel lieber moralisch-belehrende Erklärungen ab, die teilweise nicht mal etwas mit den Thema zu tun haben. Hin und Wieder verplappert sich mal einer, aber abgesehen davon, sind die Veranstaltungen unendlich langweilig. Genau das macht sich RT Deutsch zu nutze und gibt auf diese Weise die Regierung der Lächerlichkeit preis. Der Regierungssprecher Steffen Seibert ist so etwas wie der Wiedergänger des verstorbenen Schauspieler Leslie Nielsen. Der hatte es seinerzeit in seinen Filmen zur Kunstform entwickelt, einer vollkommen bizarren Situation einen seriösen Anstrich zu geben, was in der ganzen Szenerie, den ironischen I-Punkt aufsetzte. Nur Steffen Seibert ist kein Schauspieler, er macht es einfach nur aus Dummheit. Die Antworten der Bundesregierung sind für RT Deutsch eher zweitrangig: Das eigentliche Ziel ist es, die Regierung lächerlich zu machen. Aber dazu gehören immer zwei: Einer der es tut und der Andere der es mit sich machen lässt. Das Ganze ist so erfolgreich, das notgedrungen, selbst das Deutsche Staatsfernsehen genötigt sah, etwas ähnliches zu initiieren. Nun könnte man meinen, den Regierungssprecher einfach durch einen Fähigeren zu ersetzen. Nur davon, ist bisher nichts zu merken. Ein Grund dürfte wohl darin liegen, das ziemlich viele fähige Leute die Regierung verlassen haben oder anders ausgedrückt: „Gegangen worden sind“ . Die übrig Gebliebenen mögen zwar loyal sein, aber die fähigsten Köpfe sind es eben nicht. Und wenn Steffen Seibert, die Sperrspitze der Sperrspitzen in der Außendarstellung der Regierung sein soll: Dann will man sich lieber den übrigen Unterbau, gar nicht erst vorstellen.

>>Spiegel<<

„Die ehemaligen Journalisten Steffen Seibert und Christiane Wirtz genießen nach SPIEGEL-Informationen in ihren Ämtern ein seltsames Privileg. Statt ihre Arbeitsverträge beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu kündigen, als sie in die Bundesregierung wechselten, ließen sie diese lediglich ruhen und vereinbarten ein Rückkehrrecht.“

Ursprünglich kam Steffen Seibert von ZDF und könnte problemlos zum Staatsfunk zurückkehren. In dieser Ausgangslage, RT Deutsch staatliche Propaganda vorzuwerfen, zeugt keinesfalls von Seriosität. Selbst das einfache Sprichwort: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“ ist bis zur Deutschen Regierung, scheinbar noch nicht durchgedrungen. In dieser Hinsicht, hätte selbst verstorbenen Schauspieler Leslie Nielsen, noch etwas von Seibert lernen können.

 

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