Energiefabrik Knappenrode: „Herz des Lausitzer Bergbaumuseums“

Screenshot mdm-online.de

Die Geschichte um die >>Energiefabrik Knappenrode<< hängt unmittelbar mit den Abbau von Braunkohle und den Ort Knappenrode zusammen. Bereits der Name des Ortes lässt auf Bergbau schließen, denn Knappe ist eine alte Bezeichnung für den Beruf des Bergmanns.

>>Knappenrode<<

„Der Ort Knappenrode 1913 gegründet, ist historisch gesehen ein „sehr junger“ Ort, welcher mit der Entwicklung der industriemäßigen Förderung und Veredlung der Mitte des 19. Jahrhunderts im Raum Hoyerswerda entdeckten Braunkohlelagerstätten entstanden ist. Als Ortsteil der Stadt Hoyerswerda ist Knappenrode im nördlichen Teil der Oberlausitzer Heide und Teichlandschaft des Freistaates Sachsen und im Bereich des Lausitzer Seenlandes zu finden.“

 

>>Sächsisches Industriemuseum<<

„Herz des Lausitzer Bergbaumuseums ist heute die Brikettfabrik Knappenrode. In den Fabrikhallen glaubt man sich zurückversetzt in die Gründerzeit. Der Geruch von frisch gepressten Briketts liegt in der Luft. Hier versammelt sich, was man europaweit nicht mehr findet: eine fast lückenlose Folge historischer Brikettier-Technik. Einzigartig die sieben Tellertrockner aus dem Jahr 1918. Unterhalb der Trockner reihen sich mehr als ein Dutzend dampfbetriebene Pressen. Jede einzelne der über 20 Dampfmaschinen gilt als technisches Denkmal. Im Turbinensaal – der Kraftzentrale der Fabrik zeugen drei imposante Dampfturbinen vom Können der Ingenieure und Techniker des 20. Jahrhunderts. Die älteste, eine Brown Boveri, stammt aus der Kaiserzeit, die mittlere ist eine AEG-Produktion von 1943. Die jüngste wurde in den 50er Jahren gebaut. Bis zur Stillegung 1993 erzeugten sie gemeinsam den Strom für die gesamte Brikettfabrik.“

 

>>Lausitz.de<<

„In Sachsens größter Ofen- und Feuerstättenausstellung „Heiß geliebt“ sieht man, wo die Briketts zum Einsatz kamen. Die Ausstellung zeigt 120 Öfen und Herde aus vier Epochen und sieben Ländern und erzählt damit die Geschichte des Heizens, Wohnens und Arbeitens. In der Ausstellung „Als Knappenrode noch Werminghoff hieß“ kann man selbst Bauherr einer Fabrik werden und verfolgt die bewegten Anfänge von Ort, Fabrik und Kohlegrube. Denn ohne die Kohle hätte es die Fabrik nicht gegeben und ohne die Fabrik kein Knappenrode. Andere Fabrikgebäude zeigen Grubenfeuerwehr-Oldtimer, eine historische Schlosserei sowie Bernstein, Achate und mehr – glitzernde Zufallsfunde aus dem Braunkohletagebau. Der alte Umschlagbahnhof bietet Eisenbahngeschichte zum Anfassen und ein Förderturm samt Schaustollen demonstriert die Entwässerungstechnik einer Braunkohlegrube. Auf der Findlingspyramide oder im Labyrinth mit Tunnelrutsche können sich Groß und Klein noch austoben.“

 

>>Kirstin Zinke<<

„Von 1918 bis zur Stilllegung im Jahr 1993 wurden hier 67 Millionen Tonnen Brikett gepresst. Die Kohle kam stets aus Tagebauen südlich von Hoyerswerda. Nach Beendigung der Produktion sah der Rahmenbetriebsplan eine kulturell-touristische Nutzung vor. Das Museum war jedoch – mit Augenzwinkern und Wertschätzung – eigentlich ein „Geburtsfehler“. … Das Wort Museum wird schnell bemüht, wenn man etwas Bedeutendes erhalten will. Und das Erhalten dieses großen Ensembles von authentischer Fabrik, Werksiedlung und Rekultivierung inklusive Knappensee lag dem damaligen Museumsgründer – dem Förderverein – am Herzen. Aber die Aufgaben eines Museums sind viel umfangreicher. Es bewahrt nicht nur. Es sammelt, forscht, vermittelt und stellt auch aus. Man kann sagen, dass der Aufbau des Museums 1994 begann. Wir sind also ein junges Museum mit einer alten Geschichte. … Erst ab 1998 konnten die Verantwortlichen hier nach vorne denken. Noch bis zum Jahr 2002 hatte der Verein mit dem Rückbau, der Nachnutzbarkeit der Technik und der Umgestaltung zu tun, um das Ensemble als Museum nutzbar zu machen. … ür mich ist das die Authentizität einer fast vollständig erhaltenen Produktionsstätte. Es ist nichts leer und blank geputzt. In den Fabrikhallen zum Beispiel glaubt man sich zurückversetzt in die Gründerzeit.“

 

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