Warum Theaterschauspieler immer mehr in die sehr reale Rolle von Zwangsprostituierten schlüpfen müssen?

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Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk als Plattform um offen Pornographie zu begünstigen? Staatstheater die offen Nacktheit und frivole Szenen an ein breites Publikum transportieren? Zwar mag es sehr abwegig klingen, aber auf „Bretter, die die Welt bedeuten“ ist noch weitaus mehr möglich. Die Menschenwürde wird dabei häufig zum reinen Objekt abgewertet und Theaterschauspieler finden sich praktisch in der sehr realen Rollen von Zwangsprostituierten wieder. Aber gerade die Frauen hatten in der ehemaligen DDR einem viel höheren Status erreicht.

„Bretter, die die Welt bedeuten“ – Offene Pornographie im Staatstheater?

>>Frauen in der DDR von Anna Kaminsky (Buch) <<

„Mythos »DDR-Frau« »Das liest sich wie ein Märchenbuch«, titelten die Autoren einer westdeutschen Veröffentlichung 1986 über »Frauen in der DDR«. … Die Autoren kamen zu der Schlussfolgerung, dass die Frauen in der DDR denen im Westen »im beruflichen und gesellschaftlichen Leben mehr als eine Nasenlänge voraus« seien.“

Westdeutschen Veröffentlichung im Jahre 1986 über DDR-Frauen: „Im beruflichen und gesellschaftlichen Leben mehr als eine Nasenlänge voraus“

Das Urteil ist deshalb schon erstaunlich, weil diese Schlussfolgerungen aus einer westdeutschen Veröffentlichung im Jahre 1986 stammt. Zuweilen versucht – auf dem Papier – der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk daran anzuknüpfen.

„Berücksichtigung der gültigen Lehr- und Bildungspläne im Schulfunk“

>>Staatsfunk „Anstalt des öffentlichen Rechts“ <<

“ … Berücksichtigung der gültigen Lehr- und Bildungspläne im Schulfunk, werden anknüpfend an die Formulierungen zur Menschenwürde ausdrücklich kriegsverherrlichende, pornographische und jugendgefährdende Sendungen verboten und Regeln für den Umgang mit Meinungsumfragen aufgestellt.“

„Ausdrücklich kriegsverherrlichende, pornographische und jugendgefährdende Sendungen verboten“ 

Also pornographische und jugendgefährdende Sendungen sollen angeblich verboten sein? – Zumindest tauchen alleine schon bei der Person „Suzie Grime“ erhebliche Zweifel an der Aussage auf. Immerhin war sie jahrelang beim Staatsfunk unter Vertrag tätig und hat ihre „Ansichten“ einem überwiegend jugendlichen Publikum vermittelt.

Funk – Politisch Überkorrekt und Staatsnah

>>Staatsfunk „Funk“ <<

„Suzie Grime: Was der Hass mit Dir macht ???| Auf Klo – Suzie Grime weiß seit sie ein Teenager ist: Mobbing, Hass und sexuelle Belästigung tun weh. Auf Klo erzählt sie, wie sie damit umgeht und was wir dagegen machen können.“

Funk – Kein breites Meinungsspektrum

Mit öffentlichen Gebührengelder werden solch geistreiche „Beiträgefinanziert. Durch öffentliche Gebührengelder konnte „Suzie Grime“ viel Reichweite aufbauen. Danach nahm sie ihre überwiegend jugendliches Publikum einfach auf andere Plattformen mit.

Funk-Nerühmtheit Suzie Grime: „Man kann quasi bei mir alles sehen, außer die Muschi.“

>>t3n<<

„Aber wie weit gehen die Influencer bei der Nabelschau? … verriet die Onlyfans-„Creatorin“ Suzie Grime: „Man kann quasi bei mir alles sehen, außer die Muschi.“ Das könne sich allerdings ändern, je nachdem, wie viel ein Follower bereit sei, zu zahlen.“

Wie Funk-Berühmtheiten direkt auf eine Pornoseite wechseln

Dieser Vorgang stellt keinesfalls ein unrühmliche Ausnahme dar: Auch auf ganz anderen Gebieten ist durchaus vergleichbares zu beobachten. Das Staatstheater Cottbus ist eine durch öffentliche Mittel finanzierte Einrichtung und dort finden mitunter äußerst denkwürdige Theaterinszenierungen statt.

„Großen Haus des Staatstheaters Cottbus das Stück „Fürst Pücklers Utopia“ aus dem Spielplan“

>>Stadt Cottbus<<

„Mit einer ausverkauften letzten Vorstellung vor jubelndem Publikum verabschiedete sich gestern im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus das Stück „Fürst Pücklers Utopia“ aus dem Spielplan.“

Eine ehrliche Theaterkritik würde als jugendgefährdende Schrift gelten

Ob das Publikum wirklich aus Begeisterung oder eher aus Höflichkeit geklatscht hat, diese Frage muss offen bleiben. Auf jeden Fall sollte das Theaterstück eine Reminiszenz an Hermann von Pückler-Muskau sein. Der berühmte Weltenbummler und Universalgenie hätte sich bei einer solchen Inszenierung vermutlich im Grabe umgedreht.

„Fürst Pücklers Utopia“ – „Wer erfreute sich schon nicht an herzhaft-jungem Menschenfleisch“

>>Kultura Extra<<

“ … viele Viele, und vielleicht sogar die meisten der zu FÜRST PÜCKLERS UTOPIA exklusiv Erschienenen waren (natürlich!) außerordentlich erquickt, dass sie an diesem leichten Abend so viel Nacktes sahen; wer erfreute sich schon nicht an herzhaft-jungem Menschenfleisch … „

„Fürst Pücklers Utopia“ – „Insbesondere die Striptease-Einlagen hatten einige eingefleischte Theaterfans und Pückler-Kenner erbost“

>>Märkische Oderzeitung<<

„Insbesondere die Striptease-Einlagen hatten einige eingefleischte Theaterfans und Pückler-Kenner erbost. … Mit einem ebenso spärlich bekleideten Abbild ihres schönen Körpers könnte ihm gewiss ein Erfolg ins Haus stehen, dachte sich Eckert.“

„Fürst Pücklers Utopia“ – „Spärlich bekleideten Abbild ihres schönen Körpers“

Eine ehrliche Theaterkritik würde wohl als jugendgefährdende Schrift – bis hin zu Kinderpornographiegelten. Dabei wusste das öffentlich-finanzierte Staatstheater Cottbus sehr genau: Welchen Regisseur es sich da ins Haus geholt hat.

„Lieblingskombination von Sex, Gewalt und Politik, bzw. Blut, Sperma, Nationalfahnen und Pyrotechnik“

>>Der Tagesspiegel<<

„Das hat zwar mit dem Thema des Abends, Aldous Huxleys Science-Fiction-Roman „Brave New World“ (von 1932), nicht das Geringste zu tun, passt aber gut zu Kresniks Lieblingskombination von Sex, Gewalt und Politik, bzw. Blut, Sperma, Nationalfahnen und Pyrotechnik.“

Was Zwangsprostituierte und Theaterschauspieler gemeinsam habe?

Der Regisseur Johann Kresniks tingelte damit um die Welt und sämtliche Türen standen ihm weit offen. Vereinfacht: Er war offensichtlich ein Anhänger von okkulten Praktiken – wozu auch obszöne Handlungen gehören – gewesen. Solche „neuen Inszenierungen“ sind aber weit verbreiten und haben – in unterschiedlichen Ausprägungen – auch die Oper erreicht. Aber nicht nur beim Publikum hält sich die Begeisterung über solche „künstlerische Werke“ in engen Grenzen. Vielmehr müssen die dortigen Schauspieler leiden, die immer mehr in die Rolle von Zwangsprostituierten schlüpfen. Denn bei den allermeisten Theaterschauspielern ist die viel-gerühmte Kunstfreiheit weit entfernt: Das wirtschaftliche Abhängigkeitsgefälle zum Theater und tonangebenden Regisseur ist einfach zu groß. Sowieso sind auf „Bretter, die die Welt bedeuten“ längst alle Hemmungen längst gefallen.

„Libido Sciendi“ – „Live-Sex auf Hamburger Theaterbühne“

>>Hannoversche Allgemeine Zeitung<<

„Libido Sciendi“ zeigt Live-Sex auf Hamburger Theaterbühne – Ein Mann und eine Frau betreten die Bühne, ziehen sich nackt aus und begegnen einander mit einem langen Kuss. In den nächsten 40 Minuten wird kein Wort gewechselt, es gibt keine Musik, sondern „die Choreographie einer Paarung“, wie die Ankündigung des Theaterstücks „Libido Sciendi“ des französischen Regisseurs Pascal Rambert verspricht.“

„Libido Sciendi“ – „Die Choreographie einer Paarung“

Selbst bei Stücken wie „Libido Sciendi“ fällt – sofern vorhanden – die Empörung sehr verhalten aus. Auch der Regisseur Pascal Rambert ist durch „einschlägige Stücke“ bekannt geworden und er ist zum Leiter des Théâtre de Gennevilliers – einen Zentrum für französische Dramatik – aufgestiegen.

 

–W E R Β U Ν G–

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