Cyber-Rätsel und Computerspiele: Wie Agenten rekrutiert werden

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Geheimdienst haben Probleme ihre lichten Reihen mit Agenten zu füllen. Deswegen beschreiten sie auch recht ungewöhnliche Wege. Mit Hacker-Aufgaben oder Hacker-Rätseln versuchen sie neue Spione zu gewinnen. Zusätzlich sind in handelsüblichen Computerspielen vielsagende Hintertüren eingebaut. Aber manchmal wird einfach nur mit den großen Geld gelockt.

„Cyber-Aufgabe für die Bewerbung beim BND“

>>Antenne Bayern<<

„Deutscher Geheimdienst sucht mit dieser Hacker-Aufgabe nach neuen Mitarbeitern … Eine Cyber-Aufgabe für die Bewerbung beim BND: Wenn Sie dieses Rätsel knacken, können Sie Agent beim deutschen Geheimdienst werden.“

„Hacker-Rätsel zu knacken“ – Prämie als Spion verpflichtet

>>Bild<<

„Denn wenn Sie es schaffen, das Hacker-Rätsel zu knacken, können Sie Mitarbeiter beim deutschen Geheimdienst werden. Die Aufgabe kommt direkt vom Bundesnachrichtendienst (BND). Er sucht damit nach qualifizierten Mitarbeitern im Bereich Cyber-Sicherheit und -Technologie am Standort Berlin.“

Geheimdienstaktionen: Bereitwillig eingespannte Medien und Spielehersteller

Die „Stellenausschreibungen“ zeugen in erster Linie von wenig Seriosität und entlarven vielmehr die eigene Vorgehensweise: Insbesondere die Medien und Reporter, die sich für solche Aktionen bereitwillig einspannen lassen. Allerdings brachten die Hacker-Aufgabe wohl nicht den gewünschten Erfolg. Genau Zahlen zu den „Bewerbungen“ lassen sich zwar nicht herausfinden: Aber ein Arbeitsangebot als Spion – sozusagen als „Hauptgewinn“ – bot augenscheinlich zu wenige Anreize. Nun folgen – etwas – ausgefeiltere Aktionen.

Web-Schnitzeljagd: Der unerreichbare 1-Million-Dollar-Schatz

>>PC-Welt<<

„Web-Schnitzeljagd eröffnet: 1-Mio-Dollar-Schatz gesucht … Dem Sieger winkt eine Belohnung im Wert von 1 Million US-Dollar. … AR-Spiel konzipiert und von Primitive Ventures organisiert. Das Preisgeld stammt vom Gründer Eric Meltzer, der auch einige Investoren zum Mitmachen überzeugen konnte, die allerdings anonym bleiben wollen.“

Anonyme Investoren oder staatlich bezahlte Agenten?

Das Ganze könnte man auch als PR-Aktion beiseite wischen: Aber eine Million US-Dollar als Preisgeld, sind doch eine recht stolze Summe, für eine Werbeaktion die eigentlich nur eine überschaubare Anzahl an Spezialisten von Interesse ist. Zugleich unterstreichen die „Anonymen Investoren“ diesen Verdacht. Im Allgemeinen passt der Modus Operandi zu den üblichen „Hacker-Rätseln“ von dem Geheimdiensten. Der Unterschied: Statt einen Arbeitsplatz als Spion, gibt es nun eine Million US-Dollar Preisgeld.

Web-Schnitzeljagd: Der Braten des „Web-Schnitzels“ riecht nach Geheimdienst

Allerdings dürfte es doch eher fraglich sein, ob das Preisgeld jemals ausgezahlt wird. Auf jeden Fall: Der Braten des „Web-Schnitzels“ riecht ein bisschen zu offensichtlich. Vielleicht sollten sich die Agenten das nächste Mal eine etwas ausgefeiltere Legende ausdenken. Daneben gibt es noch ganz andere Methoden: Manche Computerspiele bieten die Möglichkeit durch die Eingabe von sogenannten „Cheats“ die Spiele wesentlich einfacher durchzuspielen, als gewöhnliche Spieler es je können. Anmerkung: Die Liste ist übrigens unvollständig und auch die Codes sind nicht immer richtig.