Politische Rüstungsprojekte: „Die Bundeswehr ist der Beta-Tester der Industrie“

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Mir ist schleierhaft – wie Material benutzt wird das möglicherweise ein Sicherheitsrisiko darstellt“ – „Endlos-Serie an Problemen“ – „Die Bundeswehr ist der Beta-Tester der Industrie“ Mit solchen Worten wird der Zustand der Bundeswehr beschrieben. Das Problem liegt also weniger am Geld, sondern vielmehr an der Verwendung der Mittel.

„Mir ist schleierhaft – wie Material benutzt wird das möglicherweise ein Sicherheitsrisiko darstellt“

>>Focus<<

„Ein Hubschrauber-Pilot erhob gegenüber der Zeitung schwere Vorwürfe gegenüber der Industrie, auch deshalb weil die Bolzen dem Bericht zufolge bereits seit sechs Jahren in den Maschinen verbaut sein könnten – und erst jetzt etwas geschieht. „Mir ist schleierhaft, wie Material benutzt wird, das möglicherweise ein Sicherheitsrisiko darstellt“, zitiert die „Bild“ den Piloten. „Das ist ein Klassiker. Die Bundeswehr ist der Beta-Tester der Industrie. Wir bekommen immer halbfertige, mangelhafte Versionen ausgeliefert.“ Erst nach und nach würden die Maschine nachgerüstet und verbessert werden. Im „Tiger“ seien damals Kabel falsch verlegt gewesen. Das Problem habe man dem Piloten zufolge erst nach einem Jahr im Griff gehabt. Der Pilot spricht von einer „Endlos-Serie an Problemen.“ Weil die Hubschrauber ständig repariert oder gewartet werden müssten, kämen viele Piloten auf zu wenige Flugstunden.“

„Endlos-Serie an Problemen“

Der Probleme rund um den Tiger-Hubschrauber sind hierfür ein klassisches Beispiel. Die Entwicklung des Luftfahrzeug begann bereits in den 1980er Jahren, Anfang der 1990er Jahre flog dann der erste Prototyp: Allerdings für die Beseitigung der technischen Probleme vergingen mehrere Jahrzehnte.

„Bundeswehr hat letzten Kampfhubschrauber Tiger abgenommen“

>>Aerobuzz.de<<

„Bundeswehr hat letzten Kampfhubschrauber Tiger abgenommen“

Ausmusterung ohne Plan

Nachdem die technischen Mängel beseitigt sind, wird zugleich die Produktion eingestellt. Vermutlich wird in paar Jahren mit einer neuen-teuren und genauso fehlerbehafteten Neuentwicklung begonnen. Vernünftiger wäre es jedoch, den Hubschrauber technisch weiter zu entwickeln und ihn in Kleinserie einfach weiter produzieren zu lassen. Auf diese Weise blieb auch die Ersatzteilversorgung gesichert. Denn die betreffenden Firmen könnten sich darauf einrichten. Gleichzeitig könnten die älteren Tiger-Modelle nach ihrer Ausmusterung, ein „Zweitleben“ als Ersatzteilspender antreten. Vergleichbar handhaben es die Amerikaner, mit ihren Kampfhubschrauber Boeing AH-64 – Apache. Sein Erstflug fand bereits 1975 statt und er wird noch heute produziert, allerdings als moderne Varianten.

Heute „Sperrholz und Kunststoff“ und Morgen das Milliardengrab

>>Welt<<

„Eines der größten Rüstungsprojekte Europas beginnt mit einem grau angestrichenen Modell aus Sperrholz und Kunststoff. … Unter dem Projektnamen FCAS (Future Combat Aircraft System) ist ein Nachfolgemodell für den Eurofighter und den Rafale-Kampfjet geplant, der etwa im Jahr 2040 einsatzbereit sein soll.“

Welche Rolle spielen Kampfflugzeuge im Jahr 2050?

Das „Modell aus Sperrholz und Kunststoff“ dürfte sich zum nächsten Milliardengrab entwickeln. Fraglich, ob ein solche Flugzeug jemals in Dienst gestellt wird. Sicher hingegen scheint nur zu sein, dass die Neu-Entwicklung einen Milliarden-Betrag kosten dürfte. Diese Mittel sind dann in den Rüstungsprojekt gebunden und stehen nicht für die Ausrüstung der Bundeswehr zur Verfügung. Aus militärischer Sicht, ist nicht mal klar: Welche Rolle Kampfflugzeuge um das Jahr 2050 noch spielen? Ohnehin ist das Flugzeug in erster Linie ein politisches Projekt und weniger eine dringend notwendige Beschaffungsmaßnahme.

Mythos – Tarnkappenflugzeuge: Dier vermeintliche „Unsichtbarkeit“ vor dem Radar

Als formales Hauptargument, dient die vermeintliche „Unsichtbarkeit“ vor dem Radar. Streng genommen ist diese Technologie aber schon längst überholt. Zwar lassen sich Flugzeuge so konstruieren, dass diese ein geringeres Radarprofil abgeben, aber das gilt immer nur für eine bestimmte Radarfrequenz. Bedeutet: Auf anderen Frequenzen des Radars sind diese Flugzeuge genauso sichtbar, wie herkömmliche Luftfahrzeuge.

Warum Tarnkappenflugzeuge bereits im Museum stehen

Daneben ist bereits Passivradar im Einsatz, was auf einer ganz anderen Technologie basiert und die „Stealth-Flugzeuge“ wie ein Museumsstück aussehen lässt. Tatsächlich befindet sich die Tarnkappenbomber Lockheed F-117 Nighthawk bereits ausgemustert in einem Museum, vermutlich genau aus diesem Grund.

Sinnlose Tarnkappenentwicklung: Passivradar und Quantenradar

Parallel dazu, schreiten auch die Entwicklungen beim Quantenradar voran. Natürlich bleiben genau diese Radar-Technologien ausgeklammert, denn diese würden nur trüber Schatten auf das Vorzeige-Rüstungsprojekt werfen. Es wirkt ja auch irgendwie peinlich, an einer museumsreifen Technologie eifrig zu forschen.

Streit in der EU: Eurofighter und der Rafale sind auch als gemeinsames Projekt gestartet

Unter dem Projektnamen FCAS (Future Combat Aircraft System) ist ein Nachfolgemodell für den Eurofighter und den Rafale-Kampfjet geplant“ – Es birgt schon eine gewisse Ironie, denn der Eurofighter und der Rafale-Kampfjet sind ursprünglich auch als gemeinsames Projekt gestartet. Bis die „Partner“ sich politisch zerstritten haben und jeder begann sein eigenes Flugzeug zu entwickeln. Doch diese Entwicklung hat sich mittlerweile zum Markenzeichen der Europäischen Union herausgebildet. Sobald ein Mitgliedsstaat die „falsche“ Regierung wählt, ist der allerbeste Freund von Heute, der allergrößte Schurke von Morgen oder bisweilen auch mal Andersherum. Die politischen Fronten wechseln so schnell, dass selbst politische Beobachter aus den Staunen nicht mehr rauskommen. Jedoch das „Future Combat Aircraft System“ setzt eine „friedliche“ Zusammenarbeit bis mindestens zum Jahre 2050 voraus, obwohl nicht mal klar ist, welcher Staat eigentlich Morgen auf der fiktiven EU-Feindesliste steht.

Zwischen „Future Combat Aircraft System“ und der fiktiven EU-Feindesliste

Selbstverständlich wäre es besser die Wartungen von bestehenden Kampfflugzeuge zu verbessern, als in politische Vorzeige-Rüstungsprojekte unsinnig Geld zu verschleudern. Verbesserungen in der Ersatzteilversorgung würden nur verschwindet geringe Summe kosten, aber viel bewirken. Gleiches gilt für das Pilotentraining.

Fehlendes Geld der Bundeswehr: Politische Rüstungsprojekte binden Milliarden

Das Kapfflugzeug Panavia Tornado mag sicherlich seine Schwächen haben, im Allgemeinen gilt die Konstruktion aber als ausgereift. Bis zur Jahrtausendwende wurde das Flugzeug in Serie produziert. Auf seiner Grundkonstruktion ließe sich noch immer ein kostengünstiger Nachfolger bauen. Die Hauptschwäche des Flugzeugs ist das Feuerleitsystem und die in die unzeitgemäße Avionik, doch die ließen sich verhältnismäßig einfach modernisieren. Die allermeisten Bauteile des Flugzeugs gelten als ausgereift und müsste nicht erst für viel Geld neu konstruiert und zertifiziert werden. Außerdem könnten ausgemusterten älteren Tornados als Ersatzteilspender dienen und würden so die Wartungskosten erheblich senken.

 

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