Der Zwang zum Fleischverzicht & ein Soziales Punktesystem: „Essen ist nicht nur Privatsache“

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Und ist es ethisch überhaupt vertretbar, noch Fleisch zu essen?“ – Ein soziales Punktesystem soll die Ernährungsgewohnheiten der Bürger überwachen und Fehlverhalten sanktionieren. Der Verzicht auf Fleisch wird also sozusagen per Bewertungsrichtlinien vorgeben. Jeder muss strengstens auf sein persönliches Punktekonto achten.

„Persönliche Punktekonto füllt sich bei »sozial erwünschten« Handlungen“

>>Nächste Ausfahrt Zukunft von Ranga Yogeshwar (Buch) <<

„Das persönliche Punktekonto füllt sich bei »sozial erwünschten« Handlungen wie Blut spenden, freiwilligen Diensten oder gemeinschaftlichem Engagement. Kritische Äußerungen, Unzuverlässigkeit, Vergehen im Straßenverkehr oder »falsche« Freunde führen hingegen zu einem Punkteabzug.“

„Vergehen im Straßenverkehr oder »falsche« Freunde führen hingegen zu einem Punkteabzug“

Das ganze System hört sich nach einem weltfremden Zukunftsszenario an. Allerdings haben offizielle Vertreter dazu eine ganz andere Meinung eingenommen: Offizielle Papiere geben – mehr oder weniger – sinngemäß genau den selben Inhalt wieder.

„Punktesystem, das vom Staat betrieben wird“ – „Anreize zur Verhaltensänderung verwirklichen“

>>Bundesministerium für Bildung und Forschung (PDF-Datei) <<

„Für bestimmte Verhaltensweisen können im Punktesystem, das vom Staat betrieben wird, Punkte gesammelt werden. Neben der sozialen Anerkennung ergeben sich durch das Punktesammeln auch Vorteile im Alltag (z. B. verkürzte Wartezeiten für bestimmte Studiengänge). Somit können Staat und politische Institutionen bestimmte Ziele über Anreize zur Verhaltensänderung verwirklichen und auch zukünftiges Verhalten genauer prognostizieren. Bürgerinnen und Bürger bringen in der Digital Liquid Democracy Themen auf die Agenda und stimmen über kritische Fragen ab. Unternehmen haben die Möglichkeit, an das Punktesystem anzudocken und die Daten nach vorheriger Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger zu monetarisieren.“

„Unternehmen haben die Möglichkeit, an das Punktesystem anzudocken“

In jenen Punktesystem soll auch die Ernährung eine zentrale Rolle einnehmen. Die Schlagworte: „Essen ist nicht nur Privatsache“ geben hierbei eindeutig die Marschrichtung vor.

„Essen ist nicht nur Privatsache“

>>Ernaehrungsmedizin.blog<<

„Ethikrat-Vorsitzende … : „Essen ist nicht nur Privatsache“ – Ernährungsfragen sind auch ethische Fragen: Wie stark darf der Staat die individuelle Ernährung reglementieren? … Und ist es ethisch überhaupt vertretbar, noch Fleisch zu essen?“

„Wie stark darf der Staat die individuelle Ernährung reglementieren?“

Interessant ist die dabei die Wahl der Worte: „Wie stark darf der Staat die individuelle Ernährung reglementieren?“ – Nicht die Frage ob der Staat in die individuelle Ernährung, sondern nur noch wie stark er in die Ernährungsgewohnheiten eingreifen darf. Alles das Thema kann wohl als erledigt betrachtet werden. Hintergrund: Der Ethikrat ist eher als politische Gremium anzusehen und abweichende Stimmen oder – zu – kritische Geister werden einfach vor die Tür gesetzt. Ein Wirtschaftsethik-Professor wurde einfach durch die regierende Staatsregierung entlassen. – Folglich: Es ist also wenig Phantasie nötig, um die Frage zu beantworten: Wo die Reise hingeht?

Ethikrat als politisches Gremium – Warum ein kritischer Wirtschaftsethik-Professor entlassen wurde?

Nur was soll überhaupt eine gesunde Ernährung sein? Über diese Frage sind sich so richtig nicht mal die Wissenschaftler einige.

„Warum unsere Lebensmittelpyramide nicht mehr das Maß der Dinge ist“

>>Welt<<

„Warum unsere Lebensmittelpyramide nicht mehr das Maß der Dinge ist – Die Ernährungspyramide gibt an, wie viel wir von jedem Lebensmittel essen sollten. … Mittlerweile gibt es mindestens drei verschiedene, gängige Modelle:

Die Dreidimensionale Lebensmittelpyramide des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE)

Den Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und…

Die darauf basierende Dreidimensionale Lebensmittelpyramide … „

Der tägliche Speiseplan nach behördlichen Vorgaben?

Und selbst diese Modelle wandeln sich im Laufe der Zeit. Zumal die Funktionsweise der menschlichen Darmflora bis heute nur rudimentär begriffen wurde. Außerdem können Ernährungsvorgaben – unabhängig der Art und Weise – ganz schnell nach hinten losgehen.

„Der Darm ist unser zweites Gehirn“

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Der Darm ist unser zweites Gehirn – Die Neurogastroenenterologie ist ein Forschungsgebiet, das sich derzeit rasant entwickelt. Schrumpft nämlich die Zahl der Nervenzellen im Verdauungstrakt, können schwere Krankheiten entstehen. Besonders häufig sind Diabetiker betroffen.“

„Schwere Krankheiten“ – „Schrumpft nämlich die Zahl der Nervenzellen im Verdauungstrakt“

Das berühmte „Bauchgefühl“ kann also durchaus bei Wort genommen werden. Ohnehin hat der Deutsche Ethikrat nicht nur die Gesundheit, sondern noch ganz andere Themen im Sinn. – Mit der gesellten Frage: „Und ist es ethisch überhaupt vertretbar, noch Fleisch zu essen?“ – Damit wurde die Denkrichtung schon mal vorgeben.

„Ernährungsverantwortung ist ein wichtiges ethisches Thema“

>>Ernaehrungsmedizin.blog<<

„Als Deutscher Ethikrat haben wir ein breites Themenspektrum und versuchen, eine gute Balance hinzubekommen zwischen klassischen medizinethischen Fragen und anderen Dingen, die ebenfalls eine hohe gesellschaftliche Relevanz haben und die mit unseren ethischen Kernexpertisen verbunden sind. Ernährungsverantwortung ist ein wichtiges ethisches Thema, auf das wir uns im Rat sehr schnell einigen konnten. Teilweise handelt es sich hierbei um eine Fortsetzung unserer Tierwohlstellungnahme, in der wir Ernährungsverantwortung überwiegend ausgeklammert hatten.“

„Fortsetzung unserer Tierwohlstellungnahme“ – Zwangsweise Vegetarier geworden?

Die medizinische oder gesundheitliche Fragen sind also im Hintergrund getreten: Stattdessen tritt plötzlich das „Tierwohl“ hervor. Bei Vegetariern nimmt ebenfalls das Tierwohlfrage eine zentrale Rollen ein. Wie auch immer: Die kleine Minderheit an Vegetariern hat sich also durchgesetzt. Trotzdem ist bei

„Nur vier Prozent der Menschen in Deutschland leben vegetarisch“

>>Spiegel<<

„Nur vier Prozent der Menschen in Deutschland leben vegetarisch – Vegetarier gibt es nur wenige. … Gut vier von hundert Erwachsenen in Deutschland ernähren sich gewöhnlich vegetarisch, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI).“

„Vier von hundert Erwachsenen in Deutschland ernähren sich gewöhnlich vegetarisch“ 

Rein rechnerisch würden die Vegetarier bei einer Parlamentswahl an der Fünfprozenthürde scheitern. Auf parlamentarischen Wege ließen solche Regeln schlecht verwirklichen, aber über die Arbeit in Gremien sieht die Sache plötzlich ganz anders aus. Natürlich kann jeder nach seiner Vorstellung ein individuelles Leben führen: Aber Vegetarier wären – auf der anderen Seite – über Vorgaben fortan Fleisch essen zu müssen, vermutlich wenig angetan.