Jobcenter & Prostitution: Wenn die vermittelte „Empfangsdame“ plötzlich neue Aufgaben bekommt

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Die Aufklärungsquote bei Morden an Prostituierten ist gering: In mehreren Fällen sucht die Polizei seit Jahrzehnten nach den Tätern.“ So ein ernüchterndes Fazit über das horizontale Gewerbe. Für das „Ende einer Karriere“ eines sogenannten „Sexarbeiters“ interessiert wohl am meisten noch das Finanzamt, weil keine Steuern mehr fließen. Nichtdestoweniger, versuchen Jobcenter immer wieder mit fadenscheinigen Begründungen Arbeitslose – insbesondere attraktive Frauen – in dieses Gewerbe zu vermitteln. Bei Weigerung wird ihnen nicht selten die Sozialleistungen gestrichen. Vereinfacht: Menschenhandel und Sexsklaverei haben wieder Hochkonjunktur.

„Die Aufklärungsquote bei Morden an Prostituierten ist gering“

Doch der „Beruf“ als „Prostituierte“ ist alles andere als ungefährlich: Jedoch niemand fühlt sich für die Opfer zuständig. Erschreckende Einzelfälle legen die dunklen Abgründe offen.

96 Morde – Serienmörder: Viele Opfer waren weibliche Prostituierte

>>T-Online<<

„Der Amerikaner Samuel Little sitzt bereits wegen dreifachen Mordes im Gefängnis. Nun hat der Serienmörder weitere 93 Morde gestanden.“

Warum eine tote Prostituierte niemanden interessiert

Besonders aufschlussreich sind dabei: Die Umstände der Taten und die Aussagen des Mörders.

„Dass sich niemand für die Opfer verantwortlich fühlte“

>>Westdeutsche Zeitung<<

„Einige Leichen seien nie gefunden worden, erklärte das FBI. In einigen anderen Fällen seien die Ermittler von natürlichen Todesursachen ausgegangen. „Samuel Little hat lange Zeit geglaubt, er würde nicht gefasst, weil er davon ausging, dass sich niemand für die Opfer verantwortlich fühlte“, erklärte die FBI-Kriminalistin Christie Palazzolo.“

Viele ermordete Frauen wurden nie gefunden

Dass sich niemand für die Opfer verantwortlich fühlte“ – eine recht treffende Beschreibung. Mehr durch Zufall kamen die Morde überhaupt ans Tageslicht. Der Täter wollte augenscheinlich am Ende seines Lebens reinen Tisch machen: Also weniger gute Polizeiarbeit, sondern vielmehr eine Art innere Eingebung des Täters. Viele ermordete Frauen wurden nie gefunden, bei anderen ging man von „natürlichen Todesursachen“ aus. Eine Überdosis an Drogen ist schnell dem Opfer injizieren und ohne Leiche gibt es auch keine Ermittlungen. Allgemein dürfte das Interesse an ermordeten Prostituierten sehr gering sein. Ein vergleichbares Bild zeichnet sich auch hierzulande ab.

„Arbeitslose sollen Sex-Jobs annehmen“

>>News.de<<

„Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslose sollen Sex-Jobs annehmen – Was tun mit Langzeitarbeitslosen, die auf dem Arbeitsmarkt keinen Fuß auf den Boden bekommen? Mit dieser Frage sah sich auch die Agentur für Arbeit konfrontiert und hatte prompt die Idee, Empfänger von ALG II in Jobs in der Erotikbranche zu vermitteln – wer diese nicht annimmt, muss mit Kürzungen der Hartz-IV-Leistungen rechnen.“

„Empfänger von ALG II in Jobs in der Erotikbranche zu vermitteln“

Unter den bürokratischen Titel: „Fachliche Hinweise zur Vermittlung in Sonderfällen“ soll angeblich alles haarklein geregelt sein. Allerdings laufen diese „Fachlichen Hinweise“ unter einer Art „Geheimhaltung“ und sind nicht öffentlich einsehbar. Vergleichbar dubios geht die Behörde in der Vermittlungs-Praxis vor.

„Escort-Service Begleitdamen für erotische Abenteuer gesucht“ – Amtliches Arbeitsangebot

>>Welt<<

„In der Online-Jobbörse der Arbeitsagentur hat ein Escort-Service Begleitdamen für erotische Abenteuer gesucht. Die Bundesagentur für Arbeit bedauert den Vorfall. Die Anzeige sei „durchgerutscht“.

Erst nach einen öffentlichen Aufschrei zog man die Anzeige zurück

Erst nach einen öffentlichen Aufschrei zog man die Anzeige zurück. Der Modus Operandi zeigt sich aber auch an anderen Fällen.

Zwang: „Job im Schmuddel-Gewerbe anzunehmen“

>>Hannoversche Allgemeine Zeitung<<

„Damit sie weiterhin Geld vom Amt bekomme, solle die 40-Jährige doch eine freie Stelle im „Erdbeermung Erotic-Store“ annehmen. Dabei sei vom Betreiber des Geschäfts sowohl „Erfahrung im Verkauf“ als auch „Aufgeschlossenheit“ gewünscht. Eine „Rechtsfolgenbelehrung“ stellte Sabine R. vor die Wahl: Wenn sie sich weigert, den Job im Schmuddel-Gewerbe anzunehmen, würde das Arbeitslosengeld II um 60 Prozent gekürzt werden.“

Jobcenter: Über Zwang in die Prostitution genötigt

Mehr oder Weniger offen werden Frauen in die Erotik-Branche genötigt. Immer erst nach einen öffentlichen Aufschrei, rudert man von behördlicher Seite zurück und will plötzlich von alledem nichts mehr Wissen. Vermeintliche Sprachregelung: Ein bedauerliches „Missgeschick“ oder ein ungeschicktes „Versehen“ .

Jobcenter – Geheimhaltung: Keine Zahlen und Daten über das „Schmuddel-Gewerbe“ 

Details nach welchen Maßstäben all dies geschieht: Laufen unter „Geheimhaltung“ . Auch Zahlen, wieviele Menschen in das „Schmuddel-Gewerbe“ vermittelt werden: Die bleiben ebenfalls unter Verschluss. Eine ziemlich dubiose Vorgehensweise.

Arbeit in der Erotikbranche: Wenn die „Empfangsdame“ plötzlich neue Aufgaben bekommt

Allgemein gilt die Erotik-Branche als sehr Anpassungsfähig und dürfte sich mit den Umständen schon längst arrangiert haben. Als Stellenbeschreibung wird eine „Empfangsdame“ oder „Verkäuferin“ gesucht: Doch nach ein paar Tagen „darf“ die Dame auch ganze andere „Aufgaben“ übernehmen. Mittel und Wege „der Freiwilligkeit“ nachzuhelfen: Die sind allgemeine bekannt. Von offizieller Seite wäscht man seine Hände in Unschuld und streitet jede Kenntnis ab.

„Hinter den Türen“ – „Zwang und sexuelle Ausbeutung herrschen“

>>T-Online<<

„Deutschland ist für Frauenhändler bisher ein angenehmes Pflaster. … Das Stuttgarter Landgericht schickte den 65-Jährigen im Januar für fünf Jahre in Haft. Viel wichtiger aber für die Strafverfolger: Erstmals ist dem Urteil ein Geständnis eines Rotlichtherrschers vorausgegangen. Er habe in seinem Großbetrieb, dem „Paradise“, Frauenmangel gehabt. … Zwei Rockergruppen hätten die Ordnung aufrechterhalten. Er habe die Augen geschlossen vor den Methoden und der Gewalt gegenüber seinen Sexsklavinnen. Das Verfahren in Stuttgart belegt, was Kritiker der deutschen Rotlichtszene schon lange vorwerfen: Dass hinter den Türen auch vermeintlich nach deutschen Rechtsvorschriften geführter Bordelle Zwang und sexuelle Ausbeutung herrschen. Von Freiwilligkeit keine Spur.“

„Von Freiwilligkeit keine Spur“

Zwar gibt es über das Innenleben der Branche handfeste Gerichtsakten. Demzufolge ist es also allgemein bekannt: Wo die Frauen durchs Jobcenter hin vermittelt werden und welche Gefahren dort auf sie lauern. Rein formal steht zwar Zwangsprostitution unter Strafe: Nur welche amtliche Stelle soll dieses Recht durchsetzen?

 

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