Die Herkunft des Volkes Lusizer

Screenshot top10berlin.de

Die Region Lausitz erhielt ihren Namen von den Lusizern: Das ist ein Stamm der slawischen Sorben. Die deutsche Ostexpansion unterwarf viele vormals unabhängige Stämme im Osten – so auch die Lausitz. Die Überlieferungen und Kenntnisse dieser unterworfenen Völker sind äußerst dünn gesät.

>>Diewenden.de<<

„Entgegen weitverbreiteter Darstellung ist der Begriff „Wende“ die älteste Bezeichnung für alle Angehörigen der westslawischen Stämme, die auf dem heute deutschen und Teilen des dänischen Territoriums siedelten bzw. immer noch leben. Er („Venedi“) wird vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus, der sich auf den älteren Plinius stützt (1. Jh. n. Chr.), ebenso verwendet wie vom griechischen Geschichtsschreiber Ptolemäus („ούενεδαι“) und dem Goten Iordanes. Seine etymologische Herkunft ist ungeklärt. … Der Begriff „Sorbe“ ist eine etymologisch ebenfalls ungeklärte Ableitung aus dem Wort „Su·urbi“ , das auf den fränkischen Chronisten Fredegar zurückgeht, der sich seinerseits auf Georges de Tours (6. Jh. n. Chr.) stützt. Fredegar verwendete dieses Wort für die westslawischen Stämme, die zwischen Elbe, Mulde und Saale (eindeutig außerhalb der Lausitz) siedelten. Die Wenden waren kein homogenes Volk, sondern eine große Zahl verschiedener Stämme, die jeweils ihre eigene Sprache, Kultur und Religiosität hatten. So lebten beispielsweise im Norden Ranen, Wagrier, Wilzen, Obodriten, östlich von den Lusizern die Lebuser und Selpoli, im Süden die Orla, sogar Mainwenden gab es. Die z. Zt. vorherrschende Meinung ist die, daß diese Gebiete ursprünglich von germanischen Stämmen bewohnt wurden. Die Germanen sollen das Land so stark ausgebeutet haben, daß es sie schließlich nicht mehr ernähren konnte, und deshalb sollen sie ausgewandert sein. Einige Jahrhunderte später, etwa im 6. Jh. n. Chr., sollen dann die Wenden diese Gebiete neu besiedelt haben. Diese Theorie ist bisher jedoch nicht bewiesen. Dagegen spricht Tacitus’ Kenntnis von den Wenden, sowie auch die weit früher datierten archäologischen Funde , die dem slawischen Kulturkreis zugeordnet werden, wie z. B. der Kesselwagen, der im Landesmuseum von Mecklenburg-Vorpommern zu sehen ist. Eine eindeutige Zuordnung bestimmter Kulturkreise zu ethnischen Gruppierungen und deren Sprachen ist ohnehin schwierig, wenn man bedenkt, daß diese Gruppierungen längst nicht so isoliert waren wie allgemein angenommen.“

 

>>Dießenbacher<<

„Die Lusizer werden erstmalig um 850 erwähnt, sie besiedelten damals den Höhenzug des Flämings und das östlich anschließende Waldgebiet.“

Die Kenntnisse des Volkes Lusizer sind sehr rudimentär. Teilweise wird zwar die Meinung vertreten, dass die Slawen im 7. Jahrhundert eingewandert seien sollen, jedoch fehlen dafür jegliche Beweise. Erst um das Jahr 850 wurde das Volk der Lusizer erstmals überhaupt erwähnt.

>>Lausitzer Rundschau<<

„Archäologen untersuchen in der Spremberger Region ein Gräberfeld, das vermutlich im dritten oder vierten Jahrhundert nach Christus entstanden ist. Den genauen Standort wollen sie der Öffentlichkeit noch nicht preisgeben. Sie fürchten, dass Plünderer an der Stätte nach historischen Schätzen suchen und sie beschädigen. Mit einer Sonde untersucht Daniel Hildebrand den Erdhaufen, der sich neben den Gräbern auftürmt. Die Sonde fiept. „Schon wieder was gefunden“, sagt der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger, der in Spremberg einen Hausmeisterservice betreibt. Wie eine Schatzsuche empfindet er das Aufspüren historischer Zeichen, die Aufschluss über eine längst vergangene Epoche geben. Auch David Koahl zählt zu den ehrenamtlichen Denkmalpflegern, die mit ihren Sonden die Gegend um Spremberg durchforsten. Als er dabei Metall fand, informierte er Referatsleiter Thomas Kersting vom zuständigen Landesamt. … Eine Woche lang wird er gemeinsam mit seinem Kollegen Jens Greif den Ort bei Spremberg inspizieren. „Wir haben bereits Messer gefunden, das Stück einer Schere, Gürtel, die Reste eines Eimers und römisches Glas“, sagt Morten Hegewisch. „Offenbar bestanden hier Kontakte zum römischen Reich.“ … Erneut kommt der Enthusiasmus des Forschers in ihm durch, als er auf die freigelegte Erde deutet und feststellt: „Eine richtig schöne Fundstelle.“ Auch die ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger seien erfreut darüber, dass ihre Erkenntnisse wissenschaftlich verwertet werden.“

Es gibt genügend Funde, die eine lückenlose Besiedlung belegen. Zwar mag es Wanderdungsbewegungen und kulturelle Veränderungen über mehrere Jahrhunderte gegeben haben, jedoch die pauschale Aussage: Die Slawen seien im  7. Jahrhundert in die Lausitz eingewandert, dies ist mehr als fragwürdig und sogleich unseriös. Nichtmal woher die Slawen gekommen sein sollen, selbst darin besteht in der Fachwelt mitnichten Einigkeit. Verschiedene Historiker widersprechen sich gegenseitig und glaubhafte Belege für ihre steilen Thesen kann niemand liefern. Allein die Funde in der Spremberger Region, zeigen vielmehr das exakte Gegenteil: Handelsbeziehung zum Römischen Reich und Verarbeitung von Metall. Besonders bei der Metallverarbeitung, dazu gehört jede Menge spezielles Wissen, als auch eine vielschichtige Arbeitsteilung. Der erste Schritt zu Metall: Dazu gehört die Förderung von Erz, mit einer qualitativen Mindestvoraussetzung  – was schon schwierig genug ist. Jedoch zur Metallverhütung gehört ungeheures Fachwissen, insbesondere dann, wenn die Funde im Erdreich bis zur Neuzeit überdauert haben. Dementsprechend muss es zwangsläufig eine arbeitsteilige Gesellschaft und somit eine Kultur in der Lausitz geben haben.

 

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