„Hass im Netz“ – Was hinter den Löschorgien wirklich steckt

Screenshot youtube.com

Hass im Netz“ – unter diesen Synonym werden zahlreiche Kanäle in den Sozialen Netzwerken gelöscht. Schließlich sei ja Hass gefährlich – so jedenfalls die fadenscheinige Begründung. Dafür müssen bunt ausgeschmückte Schreckensszenarien herhalten: Das „Hass“ quasi der ersten Schritt hinzu Gewalt, Terror und andere Straftaten sein sollen. Tatsächlich dürfte es im Hintergrund, um etwas ganz anders gehen.

Das rechtliche Mysterium der Hasskommentare

>>Staatsfunk „Westdeutscher Rundfunk“ <<

„Die sollte man alle abknallen!“, „ Verpiss dich, du Schwuchtel!“, „Schlampe!“ – Seid ihr im Internet auch schon auf solche Hasskommentare gestoßen? Gemeinsam mit Schülern möchte neuneinhalb-Reporterin Jana dem Hass im Netz auf die Spur kommen und stellt fest: Im Netz wimmelt es von wütenden Tweets und fiesen Kommentaren unter Facebook-Posts und YouTube-Videos.“

„Hass im Netz“ – Irreführung der Öffentlichkeit

Das  Angebot des staatlichen Rundfunks richtet sich vornehmlich an Kinder. Der Titel hierzu lautet: „Hass im Netz – Was ihr gegen krasse Kommentare tun könnt“ – Aber die zentrale Frage: Was eigentlich „Hass“ sein soll? Die bleibt im ganzen Beitrag unbeantwortet. Die hierfür genannten Beispiele: “ „Die sollte man alle abknallen!“, „Verpiss dich, du Schwuchtel!“ und „Schlampe!“ “ – sind streng genommen gar kein „Hass“ , sondern strafrechtliche Beleidigungen, beziehungsweise – je nach Kontext – vielleicht schon Volksverhetzungen. Mit vergleichbaren Nicht-Aussagen, schmückt sich auch ein ähnliches Internetportal: Diesmal gerichtet jedoch an ein älteres Publikum.

>>Hass im Netz<<

„Unzulässige Inhalte dürfen im Internet nicht zugänglich gemacht werden. In Fällen, in denen auch Normen des Strafgesetzbuchs (StGB) berührt sind, stellt die Verbreitung solcher Inhalte sogar eine Straftat dar. Das trifft auch auf rechtsextreme und islamistische Inhalte zu, wenn sie bestimmte Inhalte verbreiten.“

Warum Hass kein Straftatbestand ist

Selbstverständlich gibt es strafbare Inhalte, aber reiner „Hass“ ist eben kein Straftatbestand. Eine ganze Reihe von Internetangeboten, versuchen auf subtile Weise einen Straftatbestand herzuleiten: Dem es in der Wirklichkeit überhaupt nicht gibt. Eines der Hauptargumente, die dabei immer ein bisschen mitschwingen: Jugendliche könnten sich radikalisieren und sich so Terroristen anschließen.

„Einige Ihrer ausländischen Kämpfer habe ich persönlich kennengelernt“

>>Inside IS – 10 Tage im „Islamischen Staat“ von Jürgen Todenhöfer (Buch) <<

„Einige Ihrer ausländischen Kämpfer habe ich persönlich kennengelernt. Ich habe stundenlange, intensive Gespräche mit ihnen geführt. Auch an diese wende ich mich mit diesem offenen Brief. Ich fordere alle ausländischen Jihadisten auf, sich vom »Islamischen Staat« zu lösen, in ihre Heimatländer zurückzukehren und sich den Behörden zu stellen. Sie werden faire Prozesse erhalten. Und hoffentlich kluge Integrationsprogramme.“

„Sie werden faire Prozesse erhalten“ – Vielleicht aber auch nicht?

Es handelt sich hierbei um einen kurzen Auszug, aus Jürgen Todenhöfer offenen Brief. Die vermeintlich „fairen Prozesse“ haben sich im Nachhinein als pures Ammenmärchen herausgestellt. Von den beschworenen „Integrationsprogrammen“ ganz zu schweigen. Als reine Privatperson, hatte Todenhöfer auch gar keine Autorität dies zu gewährleisten.

Warum sich Menschen Terrorgruppen anschließen

In den Buch Islamischen Staat beschreibt der Autor unter anderen, wie die Islamisten auch sogenannte „Gerichtsprozesse“ durchführen und augenscheinlich urteilen die „Richter“ ohne Ansehen der Person. Rein formal gilt auch hier die „Gleichheit vor dem Gesetz“ – die aber in der Rechtspraxis kaum eine Bedeutung hat. Es sind genau diese vielen kleinen und teilweise auch großen Ungerechtigkeiten, die viele Menschen in die Arme von radikalen Gruppen treiben. Denn neben „Hass“ gibt es ebenso so berechtigte Kritik und diese wird von offiziellen Stellen immer weniger vertragen. Deshalb üben mit hoher Wahrscheinlichkeit, auch Regierungsstellen Druck auf soziale Netzwerke aus, weniger um vermeintlichen „Hass“ zu bekämpfen, sondern vielmehr um berechtigter Kritik keine Plattform mehr zu geben.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up