Der „Strukturwandel“ in der Arbeitswelt: Atypische Beschäftigungen & Hartz IV sind die neue Normalität

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Zum ersten Mal in der Nachkriegsgeschichte haben wir auf einen Strukturwandel reagiert, bevor er eingetreten ist“, sagte Bundeswirtschaftsminister … „Wir schaffen neue Arbeitsplätze, bevor die alten wegfallen.“ Das Bundeskabinett hatte zuvor die Eckpunkte für ein „Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen“ beschlossen.“ – Die Bundesregierung will nach eigener Aussage die Wirtschaft umbauen. Dazu soll die Kohleverstromung stillgelegt werden.

Neue Normalität: Atypische Beschäftigungen & Hartz IV

Tatsächlich findet ein wirtschaftlicher Umbau schon seit Jahren statt. Es sollen viele neue Arbeitsplätze entstanden sein. Die Arbeitslosigkeit ist zurückgegangen und es liegt sogar ein Fachkräftemangel vor: Jedoch die amtlichen Zahl – im Detail – bilden ein ganz anderes Bild der wirtschaftlichen Lage ab.

„Der Fachkräftemangel bei Ingenieuren existiert so nicht“

>>Manager Magazin<<

„Der Fachkräftemangel bei Ingenieuren existiert so nicht. … Doch selbst die Agentur für Arbeit sagt, dass auf 100 gemeldete offene Stellen rechnerisch 174 arbeitslose Experten der Maschinen- und Fahrzeugtechnik kommen.“

„Auf 100 gemeldete offene Stellen rechnerisch 174 arbeitslose Experten“

Vermutlich geht der viel-zitierte „Fachkräftemangel“ auf gezielte Lobbyarbeit zurück, die bei der Bundesregierung sehr Dankend angenommen wurde: Denn ein sogenannter „Fachkräftemangel“ hilft die Fähigkeiten der eigenen Regierungsarbeit zu unterstreichen. Zwar mag die Arbeitslosigkeit zurückgegangen sein, aber der Rückgang geht auf ganz andere Gründe zurück.

Geleistete Arbeitsstunden: „Insgesamt aber arbeiteten die Deutschen weniger als noch im Jahr 1991“

>>Zeit<<

„Bei der Vorstellung des Reports, einer Sammlung von Studien verschiedener Forschungsstellen, erklärte Roderich Egeler, der Präsident des Statistischen Bundesamts: „Das sogenannte deutsche ‚Jobwunder‘ relativiert sich jedoch, wenn man nicht nur die Personen betrachtet, sondern die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden und damit das Arbeitsvolumen.“ Zwar seien heute mehr Menschen erwerbstätig als je zuvor. Insgesamt aber arbeiteten die Deutschen weniger als noch im Jahr 1991. Unterm Strich werde heute nicht mehr gearbeitet, sondern weniger.“

„Unterm Strich werde heute nicht mehr gearbeitet, sondern weniger“

Die offizielle Arbeitslosenstatistik geht nach dem Prinzip arbeitslose Menschen vor. Allerdings beim betrachten der geleisteten Arbeitsstunden ist bestenfalls eine Stagnation zu beobachten. Vereinfacht: Teilzeitstellen haben Vollzeitstellen ersetzt, ohne dass die geleisteten Arbeitsstunden dabei zugenommen haben. Die vorhandene Arbeitszeit wurde also nur auf mehr „Köpfe“ verteilt: Sobald jemand mehr als 15 Stunden die Woche arbeitet: Dann ist er – formal – nicht mehr als Arbeitslos anzusehen, egal ob derjenige davon leben kann. Genauso sieht auch die „neue Welt“ der Beschäftigung aus.

Atypische Beschäftigungen als neue Normalität: „Zwei von drei Neueinstellungen“

>>FinanzNachrichten.de<<

„Zwei von drei Neueinstellungen waren im vergangenen Jahr so genannte atypische Beschäftigungen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linken hervor, die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag) vorliegt. Demnach entfielen von den insgesamt fast 10,3 Millionen Neueinstellungen in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis 6,6 Millionen oder 65 Prozent nicht auf ein unbefristetes Normalarbeitsverhältnis in Vollzeit.“

„65 Prozent nicht auf ein unbefristetes Normalarbeitsverhältnis in Vollzeit“

Der „Strukturwandel“ in der Arbeitswelt findet schon seit Jahren statt. Gut bezahlte Vollzeitstellen sind zur absoluten Ausnahme verkommen und an deren Stelle sind atypische Beschäftigungen getreten. Doch die Wirtschaftskrise und der Kohleausstieg dürften diese Entwicklung noch mal beschleunigen.

„Zombiequote bei etwa 17 Prozent“ – 17 Prozent aller Unternehmen sollen bereits Pleite sein

>>Steffen Müller<<

„Wenn man repräsentative Datensätze wie das IAB-Betriebspanel einbezieht und Firmen mitzählt, die trotz niedriger Zinsen in den vergangenen Jahren keine Gewinne gemacht haben, liegt die Zombiequote bei etwa 17 Prozent. Das wären rund 300.000 Betriebe in Deutschland.“

Warum Zombieunternehmen auch für gesunde Unternehmen eine erhebliche Gefahr darstellen

Viele Unternehmen können sich nur Dank staatlicher Hilfe in Form von Subventionen und zinsgünstigen Krediten am Leben halten. Aber genau diese „Zombieunternehmen“ stellen auch für gesunde Unternehmen eine erhebliche Gefahr dar. Sobald Lieferketten ausfallen oder Rechnungen nicht bezahlt werden können: Dann können auch kerngesunde Unternehmen – völlig Unschuldig – in die Pleite schlittern.

 

–W E R Β U Ν G–

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