Mission „Helfenden Hände“ : „Zwangseinweisung von Quarantänebrechern“ – „Zwangsunterbringung für Corona-Verdachtsfälle“

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Theologe Martin Niemöller: „Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Überlebender des Konzentrationslager: „Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte“

Das sogenannte „Verschwindenlassen“ von Menschen hat sich aber als kein „exklusives Merkmal“ der Nazi-Diktatur herausgestellt, sondern solchen Praktiken haben sich viele Regime auf der ganzen Welt bedient. Die NS-Herschaft zeichnet sich vielmehr durch ganz andere Merkmale aus: Mit wissenschaftlichen Methoden wurde zuerst Verhaftungen – respektiveVerschwindenlassen“ – und später Massenhinrichtungen gerechtfertigt. Dabei werden Parallelen zur Neuzeit immer sichtbarer.

„Laß uns abhauen, diesmal kommen sie zu mir!“

>>Tote Jahre: Eine jüdische Leidensgeschichte (Holocaust Überlebende erzählen – Buch) <<

„Leise sagte mein Bruder:

»Laß uns abhauen, diesmal kommen sie zu mir!«

Nachts zuvor war eine Großrazzia gewesen, und viele Polen – darunter in unserer Nachbarschaft der ehemalige polnische Offizier Borkowski – und Juden waren verhaftet worden. Wir wußten, daß die Gestapo bei den Verhaftungen gern auch die nächsten Angehörigen mitnahm, egal ob schuldig oder nicht. Jedes Mitgenommenwerden durch die Gestapo bedeutete mit absoluter Sicherheit Folter und Tod. Inwieweit mein Bruder mit der nächtlichen Razzia oder mit dem verhafteten Polen Borkowski in Verbindung zu bringen war, oder was man ihm zur Last legte, etwa das Lesen und Verbreiten von Untergrundzeitungen, war mir nicht bekannt.“

„Lesen und Verbreiten von Untergrundzeitungen“ – „Verhafteten Polen Borkowski“

Das „Lesen und Verbreiten von Untergrundzeitungen“ soll also bereits eine Straftat gewesen sein? Doch der Hintergrund all dessen: Der tritt in ganz anderer Erscheinung hervor.

„Schon vom Typ her muß mein Bruder der Gestapo ein Dorn im Auge gewesen sein“

>>Tote Jahre: Eine jüdische Leidensgeschichte (Holocaust Überlebende erzählen – Buch) <<

„Schon vom Typ her muß mein Bruder der Gestapo ein Dorn im Auge gewesen sein. Er war groß, breitschultrig, von kräftiger Figur und strotzte vor Gesundheit. Er war das Gegenteil jenes Typus des Juden, wie er im Stürmer, dem deutschen Hetzblatt gegen die Juden, dargestellt wurde. In seiner Erscheinung und seinem Körperbau widersprach mein Bruder der nazistischen Rassentheorie. Auch das war ein Grund, solche Juden auszurotten.“

„Seinem Körperbau widersprach mein Bruder der nazistischen Rassentheorie – Auch das war ein Grund, solche Juden auszurotten“

Als wissenschaftlicher Eckpfeiler der „Nazi-Ideologie“ musste die „Rassentheorie“ herhalten. Zu jener Zeit waren es aber keine verschrobenen Spinner, die irgendwelches dummes Zeug vertraten, sondern die „Rassentheorie“ kam im Gewand der offiziellen Wissenschaft daher.

„Chamberlains Begriff der Rasse – Seine Rassentheorie und die Folgerungen“

>>Springer Nature Switzerland<<

„Chamberlains Begriff der Rasse, seine Rassentheorie und die Folgerungen … Sie sind das von ihm formulierte Ergebnis einer historisch über Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte zurückreichenden Debatte, die sich im 17. Jahrhundert in den europäischen Wissenschaften zu entwickeln begann, im 18. Jahrhundert systematisch profiliert wurde und sich dann im 19. Jahrhundert als eigener, interdisziplinärer Forschungszweig etablieren konnte, mit langfristigen Konsequenzen in den politischen Raum hinein, die von einem Großteil der damaligen Forscher wohl kaum erahnt worden sind. Vor allem lag jene tödliche Radikalität einer Rassenpolitik, wie sie das NS-Regime dann im 20. Jahrhundert praktizierte … „

Rassentheorie als anerkannte Wissenschaft: „Im 19. Jahrhundert als eigener, interdisziplinärer Forschungszweig etablieren“

Kaum ein etablieter Wissenschafftler will heute noch das Wort „Rassentheorie“ in dem Mund nehmen: Dabei hat keine andere wissenschaftliche Theorie dem 20. Jahrhundert mehr ihren Stempel aufgedrückt. Zu damaligen Zeit war die „Rassentheorie“ nicht nur in der Wissenschaft voll anerkannt, sondern sie hat darüber hinaus ein regelrechtes Eigenleben entwickelt: Die Konzentrationslager sind unter anderen auch deshalb entstanden, weil – in der Logik der „Rassentheorie“ – manche Menschen als „unwertes Lebenbetrachtet wurden: Dieses „unwertes Leben“ sollte – nach dieser kruden These – die restliche Bevölkerung gefährdet haben.

Rassentheorie als anerkannte Wissenschaft: „Tödliche Radikalität einer Rassenpolitik –  Wie sie das NS-Regime dann im 20. Jahrhundert praktizierte“

Kurzum: Es war ein Ping-Pong-Spiel zwischen Wissenschaft und Politik gewesen. – Oder anders: Die Wissenschaftler haben der Politik erzählt, was diese hören wollte und hat im Gegenzug einflussreiche Positionen erhalten. Ärzte wie Doktor Josef Mengele konnten so – ohne Rücksicht auf Verluste – die grausamsten Menschenversuche durchführen. Alles war im Dienst einer vermeintlich höherem Sache geschehen.  Eigentlich waren am Ende des Zweiten Weltkriegs sich alle Menschen einig: So etwas darf sich Niemals wiederholen: Schon bei den ersten Anzeichen einer solchen Entwicklung sollten alle Alarmsirenen angehen. Doch mittlerweile habenZwangseinweisungen“ – um die restliche Bevölkerung zu schützen – wieder an Modernität gewonnen.

„Quarantänebrecher müssen abgesondert werden“ 

>>Spiegel<<

„Zwangseinweisung von Quarantänebrechern … fordert der CDU-Politiker: »Quarantänebrecher müssen abgesondert werden.« … „Hartnäckige Quarantänebrecher müssen abgesondert werden.“

Mission „Helfenden Hände“ : „Zwangseinweisung von Quarantänebrechern“

Passenderweise stehen dafür schon die „passenden Einrichtungenbereit. Also bei der Erfüllung des fiktiven Straftatbestand des „Quarantänebrechers“ kommt also die Polizei vorbei und fängt an diese Menschen „abzuhohlen“ . Sogar der staatliche Rundfunk wirft schon mal eine vielsagenden „Formulierung“ um sich: „Zwangsunterbringung

„Zwangsunterbringung für Corona-Verdachtsfälle“

>>Staatsfunk „Westdeutscher Rundfunk“ <<

„Zwangsunterbringung für Corona-Verdachtsfälle – Verdachtsfälle sollen in kontrollierte Unterbringung … Die Stadt Menden sagt nun, dass man Personen, die unter Quarantäne stehen und sich nicht an diese Anordnung halten, auch gegen ihren Willen unterbringen wolle.“

Mission „Helfenden Hände“ : „Nicht an diese Anordnung halten, auch gegen ihren Willen unterbringen“

Verdachtsfälle sollen in kontrollierte Unterbringung“ – In diesem Zusammenhang wird jede geschichtliche Ruflektion ausgeklammert. Beinahe Kritiklos werden solche Meldungen – Seitens des staatlichen Rundfunks – mitgeteilt. Auch der Einsatz von Soldaten wird einfach so hingenommen.

„Unterstützung der Bundeswehr“ – Warum ist der Inlandseineinsatz der Bundeswehr plötzlich möglich?

>>Landkreis Bautzen<<

„In einem besonders betroffenen Pflegeheim in Crostwitz hat der Landkreis Unterstützung der Bundeswehr angefordert. Hier ist der Einsatz von vier Soldaten im Format der „Helfenden Hände“ vorgesehen.“

Mission „Helfenden Hände“ : Bundeswehr: Um „Kranke“ zu isolieren

Die „Helfenden Hände“ dürften wohl eher dabei helfen: Die Betroffenen von der Außenwelt abzuschotten. Theoretisch sind die rechtlichen Hürden für dem Inlandseineinsatz der Bundeswehr sehr hoch angesiedelt: Aber in der „neuen Wirklichkeit“ genießen rechtsstaatliche Grundsätze keinen allzu hohen Stellenwert mehr. Dabei kommen diese hohen rechtlichen Hürden des Inlandseineinsatzes der Bundeswehr unmittelbar aus der NS-Zeit her.

 

–W E R Β U Ν G–

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