Staatsschulden: Die zukünftigen Entwicklungen des Rentensystems

Screenshot greece.greekreporter.com

Um die Staatsschulden zu begleichen haben Länder der Euro-Zone ihre sozialen Ausgaben massiv zusammengestrichen: Die Folgen ist eine anhaltende – infolge der geschaffenen Deflation – Wirtschaftskrise und eine sich zunehmend ausbreitende, sowie verfestigende Armut. Die ein Ausmaß erreicht hat, dass hier noch unbekannt ist, aber wohl mittelfristig vor der Tür steht und am härtesten getroffen hat es dort – die Rentner.

>>Deutsche Rentenversicherung<<

„Seit 2012 hat sich der Durchschnittsverdienst von jährlich 27.249 Euro (monatlich 2.270 Euro) auf jährlich 29.903 Euro (monatlich 2.491 Euro) erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von rund zehn Prozent. Im selben Zeitraum ist die Standardrente von jährlich 13.465 Euro (monatlich 1.122 Euro) auf jährlich 14.367 Euro (monatlich 1.197 Euro) gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von rund sieben Prozent. Da die Standardrente prozentual langsamer gestiegen ist als der Durchschnittsverdienst, ist das Rentenniveau von 49,4 Prozent auf 48,0 Prozent gesunken.“

Die Behörden wenden hier klassische Hütchenspielerdtricks an: Anfangs ist von einen „Durchschnittsverdienst“ und später dann von keiner – Durchschnittsrente – sondern von einer „Standardrente“ die Rede. Diese Standardrente dürfte aber nur die allerwenigsten erhalten: Damit zerrinnt die gesamte weitere Berechnung und auch der behauptete Rentenanstieg.

>>Beamte – Was die Adeligen von heute wirklich verdienen von Torsten Ermel (Buch) <<

„Seit den neunziger Jahren versuchte die Politik verstärkt, das Rentenniveau zu drücken. 1992 wurde die nettolohnbezogene Rente eingeführt. Bei ihrer Einführung war die Rente von Konrad Adenauer als bruttolohnbezogen konzipiert worden, d. h. so, dass sich die Renten im Gleichschritt mit den Bruttolöhnen entwickelten. Da die Schere zwischen Brutto- und Nettolöhnen jedoch immer weiter auseinanderging, wurde schließlich die Idee geboren, die Renten stattdessen an das Nettolohnniveau zu koppeln. … Die tatsächlich ausgezahlten Renten liegen jedoch in der Regel weit unter den 1.314 € des Eckrentners, denn kaum jemand hat tatsächlich 45 Jahre lang Beiträge eingezahlt. In den sogenannten Ausfallzeiten, das sind z. B. Zeiten der Arbeitslosigkeit, der (Hoch)Schulausbildung oder Kindererziehungszeiten, werden dem Beitragskonto keine oder nur geringe pauschale Beiträge gutgeschrieben. Und wer eine längere Familienpause gemacht hat, meistens sind dies die Frauen, bekommt diese nicht einmal als Ausfallzeit angerechnet. Tatsächlich hat ein durchschnittlicher Altersrentner deshalb nicht 45 Jahre lang eingezahlt, sondern nur gute 26 Jahre lang (Männer in den alten Ländern rd. 35 Jahre, Frauen rd. 20 Jahre). Dementsprechend beträgt die heute im Durchschnitt tatsächlich ausgezahlte monatliche Bruttorente (vor Abzug des Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrags) deshalb deutlich weniger, nämlich nur 771 €. Bei Männern in Westdeutschland sind es immerhin noch durchschnittlich 1.020 €, bei Frauen dagegen nur 566 €.“

 

>>Griechenland-Blog<<

„Laut Christine Lagarde lagen die Renten in Griechenland vergleichsweise sehr hoch und mussten reguliert werden. Bei einer Veranstaltung in Davos sprechend betonte IWF-Chefin Christine Lagarde, in Griechenland seien die Renten sehr hoch gewesen und mussten deswegen reguliert werden. Laut Bloomberg erklärte die Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds: „Im Fall Griechenlands lagen die Renten übertrieben weit von den entsprechenden (Renten) der Partner entfernt, und das galt für alle: mittlere, große und kleine.„ Ab welchem Niveau sind Renten in Griechenland zu schützen? „Die Renten waren sehr hoch und die Griechen mussten das regeln„, fuhr Christine Lagarde fort und notierte, die Kürzung bestehender Renten sei ein schwieriges politisches Thema. … Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die Verluste der Rentner infolge der „memorandischen“ Kürzungen ihrer Bezüge, die sich sogar auch in den beiden Jahren 2019 – 2020 fortsetzen werden, auf rund 62 Mrd. Euro veranschlagt werden. Angaben des „Einheitlichen Rentnernetzwerks“ (ENDISY) zu dem großen Raub zu Lasten der Rentner Griechenlands zufolge führt die sogenannte Rentenreform („Lex Katrougkalos“) zu erheblich unterfinanzierten Renten. Ab 2019 und nachfolgend werden die in das öffentliche Versicherungssystem eingezahlten (Pflicht-) Beiträge sogar sehr viel höher als die auf Basis des neuen Berechnungsmodus resultierenden Renten liegen.“

Die griechischen Renten waren schon vor der Euro-Einführung gering und ein ganz ähnliches Ungemach dürfte auch hier unmittelbar vor der Tür stehen: Das Beispiel Griechenland zeigt, die Sozialleistungen insbesondere die Renten wurden am radikalsten gekürzt, um den Forderungen gegenüber den Banken gerecht zu werden.

 

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