Warum kritische Berichterstattung gefährlich ist

Screenshot youtube.com

Ein Klima der Angst: Journalisten die über Machtmissbrauch, Korruption von hohen Amtsträgern berichten leben zunehmend gefährlich. Autos von Pressevertretern werden zum Teil mit Sprengsätzen bestückt oder kaltblütig in ihrer Wohnung erschossen und all diese Fälle haben eine Gemeinsamkeit.

>>n-tv<<

„Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett haben entsetzt auf die Ermordung der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia reagiert. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, es sei eine Voraussetzung für das Funktionieren von Rechtsstaat und Demokratie, dass Journalisten ohne Bedrohung für Leib und Leben ihrer Arbeit nachgehen könnten. „Das darf unter keinen Umständen infrage gestellt werden“, betonte Seibert. Deshalb sei es auch eminent wichtig, das Verbrechen rasch und vollständig aufzuklären.“

 

>>Der Tagesspiegel<<

„Daphne Caruana Galizia hatte jahrelang über die Missstände und die Korruption in ihrer Heimat geschrieben – und sich dabei viele und einflussreiche Feinde gemacht. Unter anderem entdeckte sie, dass die Gattin des Premierministers, Michelle Muscat, bei einer Bank in Panama ein Konto besaß, auf das angeblich Schmiergelder in Millionenhöhe aus Aserbaidschan geflossen waren. Vorwürfe im Zusammenhang mit Offshore-Konten richteten sich auch gegen den Energieminister sowie gegen Muscats Kabinettschef. In den vergangenen zwei Jahren hat die oppositionelle National Party mehrfach kritisiert, dass die Korruptionsermittlungen gegen Muscat und seine Riege sehr oberflächlich durchgeführt würden. Auch hohe Beamte und Richter sind in undurchsichtige Finanzgeschäfte verwickelt. “

 

>>Spiegel<<

„Die slowakische Öffentlichkeit ist geschockt: Wie das Innenministerium in Bratislava am Montag bestätigt hat, sind Ján Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnírová in ihrem Privathaus erschossen worden. Wahrscheinlichstes Motiv des Doppelmordes sei die Tätigkeit von Kuciak gewesen, erklärte Polizeipräsident Tibor Gaspar. „Die Indizien weisen darauf hin, dass die Ermordung geplant war und nicht bei einer spontanen Auseinandersetzung erfolgte.“ Beide Opfer seien durch Schüsse in Kopf und Brust getötet worden. Der 27-jährige Ján Kuciak hatte auf dem Internetportal aktuality.sk regelmäßig über Fälle von mutmaßlichem Steuerbetrug berichte und dabei auch zu Machenschaften im weiteren Umfeld der slowakischen Regierungspartei Smer recherchiert. Im Visier hatte er dabei vor allem prominente Unternehmer, die nach seinen Recherchen sowohl Geschäftsverbindungen zu den regierenden Sozialdemokraten als auch zu Kreisen der organisierten Kriminalität unterhalten haben sollen.“

Allerdings verbindet die Fälle ein gemeinsamer roter Faden: Solange Berichterstattung im Sinne der amtierenden Regierung stattfindet, ist die Pressefreiheit sehr wohl gewährleistet, andernfalls leben Journalisten offenkundig sehr gefährlich.

 

Werbung

Loading...
Bild: nordvpn.com
Scroll Up