Wirtschaftsspionage – Viele Unternehmen wissen nicht dass sie Opfer von Spionage geworden sind

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Der Schaden der Wirtschaftsspionage beläuft sich pro Jahr auf einen zweistelligen Milliardenbetrag. Viele Unternehmen erfahren nicht mal, dass sie Opfer von Spionage geworden sind. Ausbleibende Kunden oder Konkurrenz die bei der Patentanmeldung schneller war: Können Hinweise auf Spionage sein. Deshalb ist es wichtig Vorsorge zu treffen.

Geheimdienste: „Kümmern sich um weitaus mehr als nur um das Abhören möglicher Terroristen“

>>Welt<<

„Die Geheimdienste weltweit, auch der Bundesnachrichtendienst (BND), kümmern sich um weitaus mehr als nur um das Abhören möglicher Terroristen. Nicht einmal „zehn Prozent der Tätigkeit der Geheimdienste“ betreffe das, … Darüber hinaus betreiben die NSA und andere Geheimdienste auch Industriespionage – mit verheerenden Folgen. Einer Studie zufolge, die der „Welt am Sonntag“ vorliegt und die auch in hiesigen Sicherheitskreisen für viel Beachtung sorgte, sind die Schäden für die deutsche Wirtschaft enorm und die Schutzmaßnahmen der Firmen bislang viel zu gering.“

„Schäden für die deutsche Wirtschaft enorm“

Weitestgehend unbemerkt: Liegt der Schwerpunkt geheimdienstlicher Tätigkeit in der Wirtschaftsspionage. Im Allgemeinen tut hierzu die Politik wenig bis rein gar nichts. Nach der NSA-Affäre um das Jahr 2013 war die Betriebsamkeit mit Untersuchungsausschüssen und Befragungen zwar groß, aber im Ergebnis: Wurde nur die illegale Geheimdienstpraxis im Nachhinein legalisiert. Vereinfacht: Der amerikanische Geheimdienst darf weiter Deutsche Unternehmen ausspionieren und der Deutsche Geheimdienst greift dabei den Amerikanern noch helfend unter die Arme. Bei soviel Hingabe: Dürfte selbst der US-Präsident zu Tränen gerührt sein.

Schwerpunkt geheimdienstlicher Tätigkeit liegt in der Wirtschaftsspionage

Der Enercon-Spionagefall dürfte hierbei als exemplarisches Beispiel stehen. Der Windanlagen-Hersteller wurde in den 1990er Jahren vom amerikanischen Geheimdienst ausspioniert und die technischen Details zu seinem Windkraftanlagen an die Konkurrenz aus Übersee weitergeleitet. Daraufhin folgte ein Patentstreit, welchen Enercon letztlich verlor. Von politischer Seite zeichnet sich das bereits ab, was sich später bei der NSA-Affäre wiederholen sollte: Die verantwortlichen Politiker steckten den Kopf in den Sand und ließen die Amerikaner gewähren.

Warum die Vorratsdatenspeicherung sich ideal für Wirtschaftsspionage eignet

>>Zeit<<

„Vorratsdatenspeicherung – Wer telefonierte wann mit wem? Wo hielt sich ein Handybesitzer auf? Mit welcher IP-Adresse bewegte sich jemand im Internet? Strafverfolger wollen all das nachträglich feststellen können.“

Wirtschaftliche Bewegungsprofile über die Vorratsdatenspeicherung zeichnen

Die Vorratsdatenspeicherung wird gern mit den sogenannten „Erfordernissen“ der Strafverfolgung begründet: Doch gerade für die ist sie verhältnismäßig Nutzlos. Für die Geheimdienst macht die Vorratsdatenspeicherung wesentlich mehr Sinn – insbesondere für die Wirtschaftsspionage. Mit Hilfe der Vorratsdatenspeicherung lässt sich ein ziemlich präzises Bild – beinahe über jedes wirtschaftlich tätige Unternehmen – zeichnen. Die allermeisten Firmen sind eingebettet in ein Konglomerat aus Lieferanten, Kunden und Mitarbeitern. Ein reger E-Mail-Verkehr zwischen zwei Firmen lässt beispielsweise auf Verhandlungen für einen größeren Auftrag schließen. Das entscheidende Problem rund um die Vorratsdatenspeicherung: E-Mails lassen sich zwar verschlüsseln, aber der genommene Weg der E-Mail: Dieser kann nicht verschlüsselt werden. Die Empfänger-Adresse muss klar ersichtlich sein, damit die Nachricht auch ankommt. Alleine über diesem „Fingerabdruck“ des Datenverkehrs: Lassen sich umfangreiche Schlüsse ziehen.

US-Konsulat in Frankfurt am Main: Wo Agenten Zuhause sind

Während die Bundesregierung dem Überwachungsstaat immer weiter ausbaut, wird von dem Unternehmen ein immer höheres Maß an „Eigenverantwortung“ abverlangt. Natürlich ist das an Zynismus kaum zu Überbieten. Der amerikanische Geheimdienst NSA hat sich gewissermaßen im US-Konsulat in Frankfurt am Main eingerichtet. Von dort aus wird mit hoher Wahrscheinlichkeit: Ein umfangreiches Agentennetz und ein noch dichtes Netz an Tarnfirmen – die als „Zulieferer“ für die NSA fungieren – koordiniert. So richtig „Geheim“ ist das alles keineswegs. Der riesige Gebäudekomplex lässt schon von außen darauf schließen, dass dort nicht nur ein US-Konsul samt seinem Gefolge ein nettes „Zuhause“ gefunden hat. Neben Mailand dürfte es einer der größten US-Geheimdienststützpunkte der Welt sein. Viele Unternehmen erfahren nicht mal, dass sie Opfer von Spionage geworden sind: Warum Kunden plötzlich sich für einen anderen Anbieter entscheiden, oder warum Manche bei der Patentanmeldung schneller waren. Nur selten lassen sich Spionage-Fälle – wie der bei Enercon – verhältnismäßig gut aufklären.

Spionageabwehr für Unternehmen

Unternehmen sollten daher ihre E-Mails und Telefonate – soweit wie möglich – verschlüsseln, konsequent auf quell-offene Software setzen und VPN-Netzwerke beim Internetsurfen verwenden.

 

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Bild: nordvpn.com
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