Bundeswehr: Die vergessenen Veteranen

Screenshot youtube.com

Die Bundeswehr hat massive Probleme neue Rekruten zu finden. Beinahe jedes Jahr werden die Mittel zur Rekrutenwerbung erhöht und immer teurere Werbekampagnen gefahren: Mit mäßigen Erfolg. Einer der Gründe: Der Umgang mit den eignen Veteranen.

>>Frankfurter Allgemeine Zeitung<<

„Die Bundeswehr und die anderen Bündnisarmeen sind bereits zu Beginn des Kosovo-Einsatzes im Juli 1999 von der NATO vor den möglichen Gefahren der Uran-Munition gewarnt und zu entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen aufgefordert worden. Das geht aus einem internen Schreiben des Bundesverteidigungsministeriums hervor.“

 

>>Deutscher Bundestag (PDF-Datei) <<

„Die US-Regierung hat im Oktober 2016 bestätigt, dass die US-Armee im November 2015 bei mindestens zwei Luftschlägen in Syrien Munition mit abgereichertem Uran verwendet hat. … Nach vielen Konflikten, in denen Uranmunition eingesetzt worden ist, wie z. B. im Golf-Krieg 1991, im ehemaligen Jugoslawien 1995 und 1999, in Afghanistan seit 2001 oder im Irak-Krieg 2003, wurden medizinische Auffälligkeiten festgestellt, die sich in einen direkten Zusammenhang zur Verwendung von Uranmunition bringen lassen (wie z. B. ein Anstieg der Krebsraten und der Miss- und Totgeburten oder Trinkwasserverseuchung). In einigen Fällen wurde diese Kausalität auch gerichtlich festgestellt: Ein schottisches Gericht hat mit der Zuerkennung einer Kriegsrente für den Golfkriegsveteranen Kenny Duncan im Jahr 2004 die Korrelation zwischen der Verwendung von Uranmunition und besonderen Erkrankungen anerkannt.“

 

>>Amerikas Schattenkrieger von Eva C. Schweitzer (Buch) <<

„Vice TV greift Themen auf, die sonst in den USA gerne unter den Tisch fallen, wie Geburtsschäden von irakischen Babys durch Uranmunition.“

Die Bundeswehr tut sich schwer, mit den Thema Uranmunition. Zwar setzt sie selbst diese Munition nicht ein, allerdings verschiedene andere Staaten und genau darin liegt das Problem: Bundeswehrsoldaten befinden sich beispielsweise in Kosovo und Afghanistan in Einsatz – also genau dort – wo Uranmunition eingesetzt wurde. Möglich spätere Krebserkrankungen oder Missgeburten sind – mehr oder minder – private „Probleme“ der Soldaten. Ein gerichtsfester Nachweis in Deutschland, ist kaum zu erbringen.

>> MTA-R.de<<

„Laut der Radarkommission war der Bundeswehr ab etwa 1958 das Problem der Röntgenstrahlung aus Radargeräten bekannt. Nach Aussagen von Soldaten und Dokumenten wurden jedoch erst ab 1976 bei der Bundesmarine, dann ab den frühen 1980er Jahren generell Warnungen ausgesprochen, Warnhinweise angebracht und Schutzmaßnahmen ergriffen. In den 1960er und 1970er Jahren waren die Bundeswehrsoldaten und -techniker weitgehend unwissend über die Gefahren, ebenso wie die der NVA der DDR.“

Die Bundeswehr wusste über die Gefahren von Radaranlagen und ließ die Soldaten mehrere Jahrzehnte ungeschützt daran arbeiten. Damals wurden Aufgrund der Strahlenbelastung viele missgebildete Kinder geboren. Diese sind heute Erwachsene und versuchen auf mühsamen Behörden- und Gerichtsweg eine Entschädigung zu erklagen.

>>Rheinische Post<<

„Die Bundeswehr hat nicht nur bei Waffen und Gerät mit großen Lücken zu kämpfen, auch der zunehmenden Zahl von im Einsatz psychisch erkrankten Soldaten werden die medizinischen Versorgungsstrukturen nur unzureichend gerecht. Aus einer Antwort der Bundesregierung auf AfD-Anfrage geht hervor, dass derzeit nur knapp 76 Prozent der vorgesehenen Stellen in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser besetzt sind. Allerdings gehen davon noch alle Ärzte und Pfleger ab, die selbst im Einsatz, in Lehrgängen, in Urlaub oder krank sind. … AfD-Sozialexperte René Springer fordert vor diesem Hintergrund die Bundesregierung auf, „ihre Fürsorgepflicht endlich ernst zu nehmen“. Die seit Jahren grassierenden Missstände müssten „endlich beseitigt“ werden.“

Nicht wenige Soldaten bringen aus den Auslandseinsatz eine posttraumatische Belastungsstörung mit nach Hause. Aber die „Missstände“ in der Versorgung von Veteranen sind schon lange bekannt, nur gehandelt wird nicht. Dabei sind Veteranen der Bundeswehr: Einflussreicher, als es je eine teurere Werbekampagnen sein könnte.

 

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