„Sicherung seiner eigenen Energieversorgung mit preiswertem Uran aus Malis Nachbarland Niger“

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Deutschland wird am Hindukusch verteidigt.“ Es dürfte das bekannteste Zitat des ehemaligen – mittlerweile verstorbenen – Verteidigungsminister Peter Struck gewesen sein. Angesichts der Vielzahl von Auslandseinsätzen der Bundeswehr, scheint der Hindukusch – ironischerweise – ein sehr weitläufiges Gebirge zu sein, was sich über mehrere Kontinente erstreckt.

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>>Focus<<

„Es ist schon erstaunlich, dass die immer wiederkehrenden Nachrichten, die Bundeswehr sei nicht in der Lage, die ihr gestellten Aufgaben umfassend zu erfüllen, keine stärkeren Reaktionen hervorrufen. Weder im Parlament, noch in den Parteien und auch nicht in der Öffentlichkeit wird dieses Thema als besonders brisant angesehen.“

Allerdings hat die Bundeswehr nur eine Aufgabe: Ausschließlich die, der Landesverteidigung. Angesichts der aktuellen Lage, scheint ein territorialer Angriff eines Nachbarstaates doch ziemlich weit hergeholt. Seit bestehen des Deutschen Reiches 1871, gab es keine Nation, die einen Krieg gegen Deutschland ausgerufen hat oder hier einmarschiert ist. Demzufolge ist die Landesverteidigung für die meisten Bürger – zu Recht – ein rein akademisches Problem. Ungeachtet dessen, hat man die Streitkräfte zu einen billigen staatlichen Söldnerheer umgebaut.

>>Spiegel<<

„Mali galt jahrelang als Vorzeigedemokratie in Afrika, aber seit dem Putsch im März 2012 driftete das Land immer weiter ins Chaos: Soldaten stürzten damals Präsident Amadou Toumani Touré – sie rechtfertigten ihren Putsch damit, dass Touré dem Aufstand der Tuareg im Norden des Landes machtlos zugeschaut habe. … Daneben verfolgt Paris aber auch wirtschaftliche Interessen. So liegen rund um Nordmali viele der von Frankreich ausgebeuteten Uranminen, die das Land dringend für seine Atomkraftwerke braucht. Der staatliche französische Atomkonzern Areva fördert Uran in Malis Nachbarland Niger, das inzwischen der größte Uranproduzent des Kontinents ist. Auch in Mali selbst wurde Uran gefunden. Die atomare Unabhängigkeit ist in Frankreich mehr oder minder eine Frage der Staatsräson und ganz oben auf der Agenda jeder Regierung. Entsprechend kam in den vergangenen Tagen bei Kritikern der französischen Intervention schnell der Verdacht auf, es gehe Paris nicht allein um die Bekämpfung von Terroristen. Das militärische Engagement Frankreichs diene „auch der Sicherung seiner eigenen Energieversorgung mit preiswertem Uran aus Malis Nachbarland Niger“, erklärte etwa die Gesellschaft für bedrohte Völker.“

Ohne Frage, könnte der französische Stromkonzern die >>Orano-Gruppe<< ihr benötigtes Uran, auch in anderen Teilen der Welt beschaffen oder die Uranmienen mittels angeheuerten privaten Söldnerheer sichern. Das Problem: Es kostet Geld. Und zwar richtig viel Geld. Im Gegensatz zur staatlichen Verteidigungsarmee, wo man die Soldaten mit viel Pathos, Vaterland, Nationalhymne, bunten Zeremonien und – vor allem – geringen Sold zufriedenstellen kann: Verlangen hingegen Söldner oder Contractor, für ihre Dienste eine richtige Bezahlung. Und diese sieht dann finanziell ganz anders aus. Staaten wie Mali sind Produkte einer französischen Kolonialpolitik: Diese Länder existieren mehr auf den Papier, als in der Realität. Die Regierung selbst, gib unumwunden zu, dass sie über große Teile des Gebietes keine Regierungsgewalt ausüben kann.

 

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