Die Frauen im Lausitzer Revier

Screenshot leag.de

Immer mal wieder taucht der Mythos auf: Frauen würden im Bergbau nicht arbeiten. Tatsächlich sind in der Leag verhältnismäßig wenig Frauen beschäftigt und die Mehrzahl der Beschäftigen sind Männer. Dennoch gibt es Frauen: Und sie leisten die selbe Arbeit, wie ihre männlichen Kollegen.

>>Lausitz Energie Bergbau<<

„Das Streckennetz des Zentralen Eisenbahnbetriebs der LEAG, kurz ZEB, umfasst hier 319 Kilometer Gleise. Sie verbinden Tagebaue und Kraftwerke, sichern die Versorgung mit Rohbraunkohle und den Abtransport von Asche und Gips. Die Zugdichte richtet sich nach dem Bedarf der Kraftwerke und der Lieferfähigkeit der Tagebaue. Etwa 10 Leute sind mit Jennifer Friem heute in Schwarze Pumpe auf einer Schicht, vier Schichten gibt es insgesamt in der Kohle. Und drei Einsatzorte: Boxberg, Schwarze Pumpe und Jänschwalde. Jeder im Team erhält seinen Zug und eine kurze Meldung über die aktuelle Lage: Was hat sich verändert, gibt es neue Signale, Langsamfahrstellen oder Baustellen? Schnell noch ein paar Worte mit den Kollegen und dann geht es für Jennifer Friem zur Lok. „Am liebsten fahre ich die EL2m1182. Jeder hat so sein Baby von uns.“ Die Wagen sind schon an der Lok dran, sie sind aber leer. Heute soll der Zug Kesselkohle für das Kraftwerk Schwarze Pumpe im Tagebau Welzow-Süd laden. Doch erst muss die EL2m1182 startklar gemacht und hochgefahren werden: „Am Anfang habe ich gedacht: ‚Oh Gott, wie viele Knöppe es hier gibt.‘ Aber das ist wie Fahrradfahren, das lernt man einmal und dann klappt´s.“ Als letztes kontrolliert sie noch den Füllstand der Sandkästen an den Antriebsrädern. „Der ist wichtig, besonders jetzt im Herbst und im Winter. Wenn feuchtes Laub oder Schnee auf den Schienen liegen, sind diese rutschig und der Zug braucht länger, um anzuhalten“, erklärt Jennifer Friem. „Man hat schon Respekt vor dem Gewicht des Zuges. Beim Fahren muss man mit allem rechnen. Das ist für mich normal, aber die Verantwortung ist enorm.“ Maximal mit 50 Kilometer pro Stunde fährt Jennifer Friem durchs Revier. Bei einem Kohlevollzug mit einem Gewicht von rund 1600 Tonnen beträgt der Bremsweg im Durchschnitt 400 Meter.“

 

>>Sächsische Zeitung<<

„Die Freude an der Fotografie entdeckte Ullrich Heinemann am Tag seiner Jugendweihe. Da bekam er eine „Exa 500“ geschenkt. Für damalige Zeiten eine hochwertige Kamera, und als Fotoamateur war der Junge damit begeistert unterwegs. Noch heute hat er viele Schwarz-Weiß-Negative und Fotos von damals aufbewahrt. Einen neuen Bezug bekam das Hobby mit der Gründung des Fotoclubs „Glückauf“ in den 1970er-Jahren. Der Club war im BKW angelegt und Ullrich Heinemann sein Leiter. Aber nicht in beruflicher Mission, sondern im Ehrenamt. … Doch nun entstand erst einmal ein völlig anderes Projekt unter dem Titel „Frauen im Revier“. Die Idee hat zwei Ursprünge: Ullrich Heinemann ist noch als Besucherbetreuer im Tagebau Welzow-Süd tätig und wird immer wieder gefragt, ob dort auch Frauen arbeiten. Zum anderen weiß er selbst, wie beim sogenannten Klimacamp Pfingsten 2016 Frauen aus dem Revier Gesicht zeigten. Von Februar bis Mitte Oktober 2018 fotografierte Ullrich Heinemann die Frauen im Revier. Auf den Großgeräten der Tagebaue, in den Kraftwerken, bei der Werkfeuerwehr und in der Verwaltung. Nur aus der Sparte Veredlung bekam er die Botschaft, dass dort keine Frauen arbeiten würden. Alle Bilder entstanden vor Ort, 45 Frauen hat Ullrich Heinemann fotografiert, vom Azubi bis zur gestandenen Bergarbeiterfrau. Große Unterstützung erhielt er von der Baggerfahrerin im Tagebau Welzow-Süd, Silke Butzlaff. „Bis heute leisten Frauen mit gleichen Pflichten wie ihre männlichen Kollegen verantwortungsbewusste Arbeit im Revier, von der Braunkohlegewinnung bis zur Bereitstellung von Strom und Wärme rund um die Uhr. Und viele ziehen neben ihrem beruflichen Engagement Kinder groß. Mit meiner Porträtserie möchte ich die Arbeit dieser Frauen im Unternehmen Leag symbolisch und öffentlich würdigen“, sagte Ullrich Heinemann.“

 

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