Die große Not der Straßenbahnen in Cottbus und Görlitz

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Die Straßenbahnen in Cottbus und Görlitz sind die einzigsten ihrer Art in der Lausitz. Allerdings mit diesem, steht es keineswegs zum Besten. In Cottbus wird schon seit längeren Versucht, einzelne Strecken oder den ganzen Straßenbahnbetrieb stillzulegen und Görlitz hat einen ungewöhnlich alten Fuhrpark.

>>Protramcottbus.de<<

„In der dort diskutierten Fassung des so genannten Haushaltssicherungskonzepts für die nächsten vier Jahre fand sich zum Thema ÖPNV ein Abschnitt, der eine Reduzierung des Straßenbahnnetzes auf drei Linien vorschlägt, infolgedessen der Verkehr nach Schmellwitz Anger nur noch mit Bussen stattfinden würde. Alle anderen sechs Linienäste würden mit drei Linien bedient werden (was also auch zur Folge hätte, dass in geringerer Taktfolge nach Sachsendorf gefahren würde). Mit Blick auf die politische Sprengkraft des Themas Straßenbahn in der Vergangenheit und der nahenden Kommunalwahl hat man sich nun aber dazu entschieden, diesen Abschnitt zu entschärfen und lediglich eine Optimierung der Linienführung und Taktfolge zu prüfen. Stadt und Cottbusverkehr haben sich offenbar darauf geeinigt, mit der Eröffnung des Bahnhofsvorplatzes fürs Erste weiter mit vier Linien zu planen. Die Entwicklung der Fahrgastzahlen nach Schmellwitz Anger wolle man aber im Auge behalten und später unter Umständen doch die Einstellung vornehmen. Im besten Fall zögert man diesen Schritt bis zum Auslaufen der Fördermittelbindung im Jahr 2022 auf dieser Strecke hinaus, die im Falle einer vorzeitigen Einstellung nämlich anteilig zurückgezahlt werden müssten. Wenn der Straßenbahnbetrieb nach Schmellwitz Anger darüber hinaus Bestand haben soll, muss sich an der Auslastung wahrscheinlich erheblich viel ändern.“

 

>>Sächsische Zeitung<<

„Die Straßenbahn ist in Gefahr. Gut, dieser Aufschrei kommt aus dem Land Brandenburg. Nirgendwo sind die Bahnen so überaltert und zudem so wenig staatlich gefördert wie dort, hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in einer Studie soeben herausgefunden. Und in Görlitz? Hier hat sich der Stadtrat ausdrücklich für den Erhalt der Straßenbahn positioniert, auch die Verwaltung kommt daran nicht vorbei, will sie nicht einstige Fördermittel zurückzahlen. Und doch dringt der Ruf der Gefahr bis an die Neiße, denn – das Land Brandenburg mal ausgenommen – die Verkehrsgesellschaft Görlitz (VGG) bildet das makabre Schlusslicht aller ostdeutschen Bundesländer, wenn nicht gar aller Bundesländer überhaupt. Selbst viel kleinere Nahverkehrsbetriebe wie Nordhausen, Dessau oder Halberstadt kommen auf ein durchschnittliches Fahrzeugalter von elf bis 15 Jahren, die Großstädte mit 13 bis 20 Durchschnittsjahren sowieso. Nur noch Zwickau schlägt mit 27 Jahren aus der Art. Und eben Görlitz: Der Fahrzeugpark auf der Schiene ist hier im Durchschnitt 30 Jahre alt. Und das, obwohl Sachsen und Thüringen als einzige Ost-Bundesländer Straßenbahnanschaffungen mitfinanzieren, sodass im Landesdurchschnitt keine Straßenbahn länger als 20 Jahre im Dienst der Fahrgäste steht.“

 

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